Das macht mich froh, „Money for nothing…“

Man rühmt sich mit der „schwarzen Null“

Jürgen Schmitt. Foto: Privat

Donald Trump kam jetzt regelrecht ins Schwärmen, als er erstmals so richtig vernahm, dass Deutschland sogar Geld dafür bekommen würde, wenn es sich welches am Anleihenmarkt leihen täte. Ja, Bundesanleihen rentieren derzeit ernsthaft im negativen Zinsbereich. Also könnte sich Deutschland Investitionen von 100, 200 oder auch 500 Mrd. Euro leisten, ohne dafür auch nur einen Cent Zinsen zu bezahlen. Im Gegenteil, unser Land würde von den „Gläubigern“ sogar noch Geld dafür bekommen, wenn es endlich investieren würde. Wie wäre es also, einfach in den Bieterwettstreit um Grönland einzusteigen. Malle ist inzwischen ja ohnehin zu klein geworden. Sie wissen ja, dass die Balearen-Insel nur offiziell zu Spanien gehört.

US-Präsident Trump wird sich derzeit den alten Dire-Straits-Klassiker reinziehen und ins Träumen geraten: „Money for nothing, chicks for free…“ – das ist doch genau der Happy-Place, in dem sich der mächtigste Mann der Erde am liebsten aufhalten würde. Er hat ja schon mal bei Dänemark vorgefühlt und war richtig trotzig, dass das Zwergenland über sein Angebot, Grönland kaufen zu wollen, nicht einmal reden will. Dabei hat er doch sogar versprochen, keine Trump-Tower auf der größten Insel der Welt zu bauen. Gut, einen Nachteil hat Trump im Vergleich zu Deutschland: Die USA müssen Zinsen zahlen, wenn sie neue Schulden machen. Aber ist ja im Grunde genommen auch egal. Werden halt ein paar mehr Dollar gedruckt.

Die deutsche Politik hat die aktuellen Rahmenbedingungen allerdings leider nicht wirklich verstanden. Als Deutschland noch ordentlich Zinsen für Anliehen zahlen musste, haben wir investiert auf Teufel komm raus und sogar die DDR „gekauft“. Und jetzt, wo es alles umsonst gibt, rühmt man sich der „schwarzen Null“. Für einen Amateur-Ökonom wie mich ist das schwer nachvollziehbar und widerspricht jeglicher halbwegs existierender Finanzmarkt-Logik. Selbst Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman – übrigens bekennender Trump-Kritiker – bemängelte die deutsche Ablehnung, die historisch einmalige Chance zu ignorieren, endlich kräftig zu investieren.

Baut doch endlich neue Flughäfen und Bahnhöfe – am besten doppelstöckig und unterirdisch. Macht die Autobahnen acht- oder gleich zehnspurig. Und schnappt dem Trump doch Grönland vor der Nase weg! Gut, die Strände sind jetzt nicht ganz so toll wie auf Malle, doch wem würde das schon auffallen, wenn man auch dort Alkohol aus Eimern saufen könnte. Ach, ich habe ja ganz vergessen, dass Dänemark gar nicht verkaufen will. Doch was bilden die sich eigentlich ein? Einmal Fußball-Europameister geworden. Mehr haben die doch bislang noch nicht erreicht. Doch Merkel will offensichtlich nur noch in Rente und hat ihre Deutschland-Mission schon abgeschlossen – sie kann ja inzwischen die Nationalhymne auch nur noch im Sitzen ertragen. Also müssen wir solche Träumereien noch eine Weile zurückstecken.

„Money for nothing, chicks for free…” – also mir würde da allerlei einfallen, wenn ich an den „Schalthebeln der Macht“ sitzen würde. Ich würde Eintracht Frankfurt und Venezuela kaufen. Dort soll es ja die schönsten Frauen der Welt geben. Und dann würde ich Messi, Ronaldo und Neymar in die Hessenmetropole holen – und die Stadion-Kapazität auf 200.000 Besucher erhöhen. Kostet ja nix. Zumindest denkt der wichtigste Politiker der Welt in solchen Strickmustern – und das macht mir zunehmend Sorgen. Zumal die anderen wichtigen Politiker wie Putin, Raketen-Kim, Xi Jinping, Erdogan, Assad etc. auch nicht gerade ausgebildete Humanisten sind. Also diese Welt wird immer verrückter. So viel Alkohol kann gar nicht produziert werden, dass man sich das fortlaufend schön trinken kann. Aber ich tue mein Bestes… +++ jürgen schmitt

Print Friendly, PDF & Email
Brand Ambassador Tasting mit Markus Heinze
1. November 2019 von 19:00 bis 23:00
Einmal am Tag!
Und wenn es ganz wichtig ist!

Zeitgemäß und bürgerfreundlich

Die neue APP
Umlaufend ist auf den Ring der Verlauf der Fulda graviert.
Jetzt auch als BonifatiusEdition!
3. fuldaer marketingtag
"Wem vertrauen wir?"
Digitales Marketing zwischen Hype und Authentizität
1. Nov. - 9:00 bis 15:30 Uhr
Propsteihaus Petersberg
Slider

Es gibt einige Regeln, die alle Diskussionsteilnehmer einhalten müssen. Wir bitten um Beachtung.

[Kommentarregeln hier klicken]

Hinterlassen Sie jetzt einen Kommentar

Demokratie braucht Teilhabe!