Das macht mich froh: Früher in Rente

Wir Deutsche sind ja schon ein lustiges Völkchen, doch die Franzosen und Italiener sind noch viel lustiger. Mit der Sonne am Himmel, dem Meer vor den Küsten, dem mediterranen Gemüse auf dem Teller usw. lebt man nicht nur lustiger, sondern sogar länger. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Italienern und Franzosen liegt derzeit bei fast 81 Jahren (laut Statista). Wir Deutsche hüpfen da weit über ein Jahr früher in die Kiste. Dafür dürfen wir aber länger arbeiten – nämlich bis 65. Und künftig werden wir wohl noch länger ins Büro fahren oder aufs Dach klettern dürfen, denn selbst unsere Lebenserwartung steigt weiter. Nicht so schnell wie die der Südländer aber immerhin.

Der Grund, warum wir Deutsche länger arbeiten sollen, hängt übrigens damit zusammen, dass wir sonst ein Problem haben, unseren Renten- und Pensionsverpflichtungen nachzukommen. So stiegen allein die langfristigen Kosten der Pensionen und der Gesundheitsversorgung für Ruhestandbeamte nach Angaben des Bundesfinanzministeriums in 2018 um knapp 70 Milliarden auf 757,76 Milliarden Euro. Da legst Du Dich nieder. Rein rechnerisch kostet jeder Ruhestandsbeamte die Steuerzahler etwa 861.500 Euro! Da kann man als normaler Arbeiter nicht noch früher zuhause bleiben. Es sei denn, sie leben in Frankreich oder Italien. Die haben zwar im Vergleich zu uns und bezogen auf ihren Haushalt noch deutlich höhere Schulden als wir, gleichen das aber damit aus, dass sie weniger arbeiten – also so habe ich das jedenfalls verstanden. Die Franzosen ziehen sich spätestens mit 60 an die Côte d’Azur zurück, die Italiener wollen jetzt nachziehen. Denn auch die Adria verträgt noch deutlich mehr Frührentner.

Und das mit dem Bezahlen wollen die Italiener jetzt ganz einfach regeln: mit sogenannten Mini-Bots (Bot ist die Abkürzung von „buoni ordinari del Tesoro“, also Schatzanweisungen). Da die EZB sich ja beharrlich weigert (sie wissen schon, dort sitzen die Mächte der Finsternis), einfach neues Geld zu drucken und damit den italienischen Haushalt zu finanzieren, wollen die Azuris das jetzt einfach selbst lösen. Ich finde das fantastisch und denke ernsthaft darüber nach, selbst auch Bots aufzulegen. Ich habe noch so viele Ideen, was ich alles kaufen und finanzieren will: zum Beispiel die Welt vor der Klimakatastrophe retten. Da reichen einfach meine Mittel nicht. Denn wenn selbst Anton Hofreiter nach Grönland fliegt, um die schmelzenden Eisberge zu beweinen und Robert Habeck (wahrscheinlich aber mit einem Segelflieger) in Indien für mehr Umweltschutz wirbt, dann muss man wirklich die Gelddruckmaschinen anwerfen.

Wasser predigen und Wein saufen, das können die Grünen ja schon seit Joschka Fischer, nachdem dieser seine Jogging-Phase hinter sich gebracht hatte. Aber sie haben einfach irgendwas mit der Umwelt zu tun. Und das kommt derzeit prima an. Auch bei den Friday-for-Future-Kids. Gut, die fliegen jetzt in den Sommerferien auch erst mal quer durch die Welt und müssen wohl erst einmal eine Pause einlegen, doch anschließend machen sie dann freitags wieder „hitzefrei“ – auch im Winter. Das muss man erst mal hinkriegen.

Jetzt bin ich wieder vom Thema abgewichen. Ich war ja bei der Rente, in der wir Deutsche in Europa einfach spitze sind. Wir leben zwar kürzer, arbeiten dafür länger und werden auch nicht so sehr von der Sonne gequält. Und wir haben tolle Autobahnen. Nee, das war früher. Unsere Flughäfen… Auch nicht. Hmm, unsere Gesundheitsversorgung. Also zumindest solange man nicht darauf angewiesen ist. Sei es drum, ich bin jedenfalls froh, dass wenigstens die Franzosen und Italiener früher zuhause bleiben. Jetzt bin ich komplett durcheinander. Vielleicht kriege ich es bis zum nächsten Mal zusammen… +++ jürgen schmitt

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