Das ist mir wichtig, Teil 2: I have a dream

Wichtig wäre für einen echten Reset aber auch eine Insel

Jürgen Schmitt. Foto: Privat

Manchmal glaube ich, dass es besser wäre, sich einfach mal für zwei, drei Monate auf eine einsame Insel zurückzuziehen. Gut, dass ist in Zeit der Klima-Hysterie keine einfache Aufgabe mehr, zumal meine Schwimmfähigkeit überproportional zum altersbedingen Haarausfall nachlässt. Aber das ist ein anderes Thema. Stellen wir uns also vor – und da wäre sicherlich auch Greta mit einverstanden –, es gäbe einen Beamer wie auf der Enterprise (für die Jüngeren: Das ist eine alte Science-Fiction-Reihe!), mit dem man sich glutenfrei und vegan und vor allem biologisch und klimaschonend auf die besagte Insel transportieren lassen könnte. Dann hätte man endlich mal etwas Abstand zum Irrsinn des Alltags.

Wichtig wäre für einen echten Reset aber auch eine Insel ohne Internet und ohne Mobilfunk, damit man nicht nachts durch einen neuen Tweet von Donald Trump aufgeschreckt wird oder über den Friedensnobelpreis für Carola Rakete informiert wird. Kein Quatsch, für mich ist sie Anwärterin Nr. 1, nachdem sie erst als heldenhafte Kapitänin Bootsflüchtlinge nach Europa gekarrt hat und aktuell in Berlin für das Klima Straßen blockiert. Selbst will sie übrigens perspektivisch nicht in Deutschland bleiben, weil es ihr hier „zu eng“ ist, sprich zu viele Menschen leben. Na ja, vielleicht kommt sie mich ja auf der Insel besuchen…

Nein ehrlich, mir geht das aktuelle Weltgeschehen zunehmend auf den Sack – und das nicht nur in Bezug auf amoklaufende Islamisten oder Faschisten, Religions-Fanatiker jeglicher Art, ideologisch verblendete Kämpfer für das Klima oder das bedingungslose Grundeinkommen. Der mächtigste Politiker dieser Welt dokumentiert mit jeder neuen Twitter-Meldung, dass Plus- und Minuspol in seinem Gehirn permanent wechseln, was auf Dauer zu irreparablen Schäden führen muss. Nicht auszudenken, was der sich noch alles einfallen lässt, um im kommenden Jahr wiedergewählt zu werden. Gut, das hat bei uns Angela Merkel zum Glück ausgeschlossen, doch sicher bin ich mir erst, wenn wir tatsächlich einen neuen Kanzler haben (und bitte nicht AKK, dann kriege ich Hautausschlag).

In der Türkei träumt Erdogan von einem neuen einzigartigen Gottesstaat, während sich Putin in Russland das Recht verschafft hat, bis zum Lebensende als „Zar“ zu fungieren. Trump, Putin und Erdogan als göttlich Auserwählte… Merken Sie es: Ich fühle mich einfach medial und thematisch zunehmend überfordert und gehetzt. So viel Whisky kann man gar nicht saufen, um das zu ertragen. Und dann noch die Chinesen, die mit ihrem kapitalistischen Kommunismus nach der Weltherrschaft streben. George Orwells düstere Version aus „1984“ könnte tatsächlich noch Wirklichkeit werden. Übrigens ist auch deren Frontmann Xi Präsident auf Lebenszeit, was ebenfalls nichts Gutes verheißen muss. Nicht, dass Sie mich missverstehen: Ich bin ganz klar ein Fan des Kapitalismus – allerdings auf Basis einer sozialen Marktwirtschaft.

All die aktuellen Problemfelder (Klima, Flüchtlinge, Kriege und Konflikte, Handelsstreit etc.) möchte ich einfach mal aus der Birne kriegen, um mich wieder auf die Dinge zu konzentrieren, die Spaß machen und Hoffnung geben. Denn vieles läuft auch in die richtige Richtung – zwar nicht in dem Tempo, wie sich das viele erträumen, doch der Trend stimmt. Vielleicht müssen wir auch alle erst einmal wieder ein paar Schritte zurückgehen, bevor wir weiter vorwärts marschieren. Europa ist eine Super-Idee, auch der Euro, doch aktuell ist das alles vielleicht noch etwas verfrüht. Die Deutschen sind zum Sparen erzogen, die Italiener und Franzosen zum Ausgeben. Da waren und sind Probleme vorprogrammiert.

Ich weiß auch nicht, ob wir geistig mit dem technologischen Fortschritt klarkommen und beispielsweise in der Lage sind, mit der Überflutung von Nachrichten und Meldungen überhaupt klarzukommen. Überall hängen die Menschen (mich eingeschlossen) nur noch über ihren Smartphones, um Facebook zu checken, die diversen WhatsApp-Gruppen zu beglücken, die neuesten Nachrichten zu verfolgen. Und wenn einem 10 Sekunden langweilig ist, dann schaut man mal auf die Wetter-App und den E-Mail-Posteingang. Alles ausnahmslos tolle neue Errungenschaften, doch unser Tag hat ja leider nur 24 Stunden. Ziehen wir noch sieben Stunden Schlaf ab, eine Stunde für Essen, neun Stunden für die Arbeit (inkl. Fahrzeit), eine Stunde für die täglichen körperlichen Bedürfnisse (inkl. Körperpflege natürlich) etc. bleibt nicht mehr wirklich viel übrig.

Da muss man eigentlich zwangsläufig irrewerden oder sich seinen Overflow, wie ich es gelegentlich tue, auf Facebook runterschreiben – zumal die Insel ja nur ein Traum ist. +++ jürgen schmitt

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