Um den öffentlichen Nahverkehr in Zeiten der Covid-19-Pandemie zu Stoßzeiten und insbesondere dann, wenn viele Schülerinnen und Schüler unterwegs sind, zu entlasten, stellt das Verkehrsministerium zusätzliche Mittel bereit. Dies teilte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir mit. „Zum einen können damit zusätzliche Busse im Linienverkehr eingesetzt werden. Zum anderen ist das Geld für weiteres Personal zur Kontrolle der Maskenpflicht vorgesehen“, sagte der Verkehrsminister. Das Land ermöglicht mit den zusätzlichen Mitteln, dass regional und lokal auf die zum Teil beengte Situation im öffentlichen Nahverkehr reagiert werden kann. Werden zusätzliche Busse eingesetzt, verstärken diese den öffentlichen Personennahverkehr und können demnach nicht nur von Schülerinnen und Schülern, sondern von allen Bürgerinnen und Bürgern vor Ort genutzt werden.
„Mehr Busse auf einer Strecke heißt auch, dass es nicht mehr so eng ist für die Fahrgäste, die auf dieser Strecke unterwegs sind. Gleichzeitig ist es wichtig, dass die Schulträger die Möglichkeit nutzen, Schulanfangszeiten zu entzerren. Wenn nah beieinanderliegende Schulen die Zeiten ihres Schulanfangs so organisieren, dass sie mit einem Abstand von nur 15 oder 30 Minuten beginnen, ist in manchen Städten eine deutliche Entlastung bestimmter Bus- oder Bahnlinien möglich“, sagte Al-Wazir. Zugleich appellierte der Minister an Schülerinnen und Schüler sowie alle anderen Fahrgäste, konsequent die Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Das zusätzliche Geld steht mit dem Ende der Herbstferien zur Verfügung und kann von den Verkehrsverbünden und den lokalen Nahverkehrsorganisationen bis zu den Osterferien 2021 eingesetzt werden. Den größten Teil mit 8,3 Millionen Euro erhält der größte hessische Verkehrsverbund, der Rhein-Main-Verkehrsverbund. Weitere zwei Millionen Euro gehen an den Nordhessischen Verkehrsverbund und rund 350.000 Euro an den Verkehrsverbund Rhein-Neckar. Die Verkehrsverbünde geben die Mittel an die regionalen und lokalen Verkehrsorganisationen weiter. Die Verteilung der Mittel orientiert sich an bestehenden Verteilungsschlüsseln. „Unser Ziel ist, die Schülerinnen und Schüler, die den öffentlichen Nahverkehr für den Weg in die Schule nutzen, vor Ansteckung zu schützen. Sie können selbst dafür sorgen, indem sie eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und versuchen, eine Busverbindung zu nehmen, die üblicherweise nicht so beliebt und damit nicht so überfüllt ist. Das geht aber nicht immer. Darum können diejenigen, die am besten wissen, auf welcher Strecke und zu welcher Uhrzeit die Busse zu voll sind, mit dem zusätzlichen Geld nachsteuern: Das sind die lokalen und regionalen Aufgabenträger“, sagte Al-Wazir. Nicht nur mehr Busse, auch eine stärkere Kontrolle der Maskenpflicht könne helfen, möglicherweise verloren gegangenes Vertrauen in den öffentlichen Nahverkehr wiederherzustellen.
Verbesserung der Schulbussituation im Landkreis Fulda
Die Kreistagsfraktion DIE LINKE.Offene Liste ist sehr erfreut darüber, dass Landrat Woide in enger Zusammenarbeit mit den Schulen, in Stadt und Landkreis Fulda, den Vertretern der Elternschaft und den Schülerinnen und Schülern, so wie den Verkehrsgesellschaften LNG Fulda und RhönEnergie es geschafft hat, nach den Herbstferien 22 zusätzliche Busse in Einsatz zu bringen. „Mit dieser lobenswerten „konzertierten Aktion“ wurde unserer bereits zur Juni-Sitzung des Kreistages erhobenen Forderung weitestgehend gefolgt“, so Fraktionsvorsitzender Michael Wahl wörtlich. Dass das Land Hessen mittlerweile neben der Finanzierung zusätzlicher Busse auch über die Entzerrung der Anfangszeiten des Unterrichts an Schulen berät, ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung“, ergänzt Pressesprecher Winfried Möller und betont, „ dass damit auch unserem Appell an die Landesregierung, den Schutz der Gesundheit und die Bildung unserer Schülerinnen und Schüler durch eine grundlegende Überarbeitung des Schulkonzeptes schrittweise Rechnung getragen wird“. „Auch sehen wir deutliche Anzeichen hin zur Umsetzung der vom Bund beschlossenen Digitalisierungsoffensive hin zu dauerhaft kleineren Klassengrößen mit zeitweisem Homescooling (Schule von zu Hause) und eine Konzeption für einen einheitlichen und gezielten Einsatz digitaler Medien“, führen Wahl und Möller weiter aus. „Wenn jetzt noch umgehend die von uns geforderte Fortbildung der Lehrkräfte erfolgt und die Ausstattung dieser und aller Schülerinnen und Schüler flächendeckend mit Laptops und Notebooks und der notendigen Software umgesetzt ist, sehen wir einer zeitgemäßen erfolgreichen Bildungspolitik auch nach der Pandemie mit Zuversicht entgegen“, so Wahl und Möller abschließend. +++ nh/pm

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