Corona-App: Bundesregierung zahlte 7,5 Millionen Euro für Werbung

Die Bundesregierung hat rund 7,5 Millionen Euro ausgegeben, um für die Corona-Warn-App zu werben. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage des industriepolitischen Sprechers der Grünen, Dieter Janecek, hervor, über die das "Handelsblatt" berichtet. Die Kosten seien bis zum 10. Juli ausgewiesen und enthielten keine Ausgaben für Agenturen oder die Produktion der Anzeigen. Für Soziale Netzwerke seien rund 231.000 Euro ausgegeben worden. Die Bundesregierung hat nach eigenen Angaben auch die umstrittene chinesische Plattform Tiktok in ihre Werbekampagne mit aufgenommen. Sie habe dort nicht direkt Anzeigen geschaltet, sondern "Influencerinnen und Influencer beauftragt, in deren jeweiligen Social-Media-Auftritten die Corona-Warn-App zu bewerben", hieß es in dem Schreiben. Über die Höhe der Ausgaben für Tiktok könnten erst Angaben gemacht werden, wenn das Projekt abgeschlossen sei. Die Firmen SAP und Deutsche Telekom hatten die App im Auftrag der Bundesregierung entwickelt und vor rund einem Monat gestartet. Sie ist seitdem mehr als 16 Millionen Mal heruntergeladen worden. Die App ermittelt anonymisiert Infektionsketten und kann so helfen, den Ausbruch der Corona-Pandemie einzudämmen. +++


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4 Kommentare

  1. 
    
    
    Corona-Warn-App in Betrieb!
    Heise online am 15.6.2020:
    „Die Nutzer müßten davon ausgehen, dass ihre Daten nicht noch heimlich an die Tech-Konzerne gehen“.
    Wie entlarvend!
    Dabei ist doch für alle, die es wissen wollen, bekannt: die Geschäftsmodelle der Tech-Konzerne basieren mittlerweile auf der Vermarktung von personenbezogenen Daten. Dafür nutzen sie jede Gelegenheit zum Absaugen dieser Daten! Basta!
    Folglich werden Apple und Google diese so gewonnenen Daten im Sinne ihrer Geschäftsmodelle auch genau so nutzen wie alle anderen von den Smartphones „abgesaugten“ Daten! Irgendwelche eventuelle beschränkende Selbstverpflichtungen dieser „Datenkapitalisten“ kann man aus Erfahrung getrost in die Tonne treten. Das haben leider auch viele selbst ernannte Datenschutz-, IT-Experten und Corona-App-Heiligsprecher noch nicht begriffen!

    Und noch etwas: der TÜV hat bei der Prüfung auf Datenschutz-Konformität explizit die von Apple und Google gelieferte App-Infrastruktur ausgeschlossen! Stand am 12.6.2020 in heise online!

    Und die Bundesregierung sieht keine Datenschutz-Probleme und behauptet Konformität mit der DSGVO, was für die gesamte Contact-Tracing-Anwendung aber nicht richtig ist:
    Datenschutzexperten haben darauf hingewiesen, dass Google und Apple an die Kontaktinformationen gelangen und daraus Informationen über Infektionsfälle und Expositionsrisiken ableiten können (vgl. z.B. auch den Beitrag „
    Kritik an Datenschutzfolgenabschätzung für die Corona-Warn-App“ in netzpolitik.org vom 29.6.2020).

    Und noch etwas entlarvendes:
    Mittlerweile wurde bekannt, dass analoge „Registrierungsdaten„, die Gäste z.B. in Gasthäusern abliefern müssen, entgegen anderslautender Versicherungen der Regierungen und Behörden, doch z.B. von Polizeidienststellen für andere Zwecke abgefragt werden! Wie glaubwürdig ist das denn? „C“SU-Innenminister Hermann wehrt Kritik an diesem Vorgehen, das ihn als einen besonders eifrigen Täuscher erscheinen läßt, als „falsch verstandenen Datenschutz“ ab. Hätte er sich doch für ein richtig verstandenes Begleitgesetz dieser Verordnung eingesetzt.

  2. Ich würde vorschlagen, zum Nachweis des alternativlosen Erfolgs der App neben den Download-Zahlen noch die Häufigkeiten der Kommunikation zwischen der App und den Apple- bzw. Google-APIs zu zählen! Vielleicht noch die Däumchen-Dreh-Stunden bei den Hotlines!
    Und dann noch die Anzahl der generierten pseudomisierten Schlüssel,...
    Und nicht zu vergessen: die Anzahl der Erfolgsmeldungen von Regierungen, Behörden, Medien, ...
    Nachweisliche Erfolge im Kampf gegen die Pandemie werden weitgehend auf sich warten lassen!
    Übrigens:
    - über 80% der Deutschen haben die Corona-Warn-App nicht heruntergeladen!
    - nur rd. 5% der festgestellten Neuinfektionen wurden mit der Corona-App geteilt!

  3. Portale wie dieses wurden sicher nicht unterstützt. Und Ich sage, dass diese absolut wichtig sind. Auf solchen Portalen informieren sich in der Summe mehr Menschen wie bei Bild und Co. das sollten sich so manche Medienanalysten einmal hinter die Ohren schreiben. Außerdem sind sie wichtiger als manche öffentlich Rechtlichen usw. Aber auf TIKTOK werben!

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