Claudia Roth sieht Tag der Deutschen Einheit als Mahnung

Grünen-Politikerin und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth appelliert, den Tag der Deutschen Einheit als Mahnung zu sehen, um für den Zusammenhalt in Deutschland zu kämpfen. "Der Tag der Deutschen Einheit erinnert uns daran, dass Bürger- und Freiheitsrechte, Demokratie und faire soziale Teilhabe Wertfundamente unseres Zusammenlebens sind. Und er mahnt uns, dass dieser demokratische Konsens nicht einfach naturgegeben ist, sondern dass wir weiter dafür streiten müssen, genauso wie für den Zusammenhalt unseres Landes", sagte Roth dem Nachrichtenportal Watson.

Sie erinnert sich noch sehr gut an den Tag, als die Mauer fiel: "Ich war als Europaabgeordnete in Straßburg, es war Plenumswoche im Parlament, und plötzlich wurden alle Sitzungen unterbrochen." Alle hingen an den Fernsehgeräten und konnten es zuerst gar nicht glauben. "Dann war Hochstimmung und das überwältigende Gefühl: Veränderung ist möglich, jetzt wächst zusammen, was zusammengehört." CSU-Politikerin und Digital-Staatsministerin Dorothee Bär hat ihre ganz eigenen Erinnerungen an die DDR: "Ich war als Kind mit meinen Eltern einmal im Jahr in der DDR, um Bekannte zu besuchen. Damals habe ich Micky-Maus-Hefte für deren Kinder mitgeschmuggelt und erinnere mich noch genau an das beklemmende Gefühl an der Grenze." Bärs Heimat und ihr Wahlkreis waren bis zur Wiedervereinigung sogenanntes Zonenrandgebiet - sie grenzen an Thüringen.

Gysi verhinderte Panne bei Abstimmung zu BRD-Beitritt

Gregor Gysi hat im Jahr 1990 eine Panne verhindert, als die DDR-Volkskammer über den Beitritt zur Bundesrepublik Deutschland abstimmte. "Denkwürdig wird wohl vor allem jene Sitzung bleiben, in der die Volkskammer nach Mitternacht missverständlich zunächst nur ihren Beitritt - nicht den der DDR - zur Bundesrepublik zum 3. Oktober 1990 beschloss", sagte Gysi, damals Vorsitzender der PDS-Fraktion, dem Nachrichtenportal Watson. "Dieser Fehler im Beschlusstext wurde nach meinem Hinweis kurzerhand vom Parlamentsvizepräsidenten Reinhard Höppner handschriftlich getilgt." Eine Mehrheit der Volkskammer-Abgeordneten stimmte damals für den "Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland zum 3. Oktober 1990". Gysi weiter: "Die Debatten in der letzten DDR-Volkskammer waren lebendig, oftmals sehr lang und durchaus auch davon geprägt, dass nur wenige Politprofis im Parlament saßen." +++


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