Christ will SPD wieder für Koalitionen mit FDP öffnen

Der SPD-Mittelstandsbeauftragter Harald Christ will seine Partei wieder für Koalitionen mit der FDP öffnen. In den aktuellen Debatten seiner Partei komme ihm "zu wenig Mittelstand und Wirtschaft vor", sagte Christ der "Welt". Der Unternehmer fügte hinzu: "Dabei haben wir die Chance, genau an dem Punkt ein Signal zu setzen, dass die SPD auch Fortschrittspartei, Innovationspartei und Zukunftspartei ist. Wenn wir nicht deutlich machen, dass wir verstehen, wie Wirtschaft funktioniert, werden uns die Menschen nicht wählen."

Wertschöpfung sei ja "nicht nur die Grundlage für jede Form des Wohlstands, sondern auch für jede Form von mehr sozialer Gerechtigkeit, wenn ich Menschen daran teilhaben lasse". Christ bezeichnete die SPD als "Partei, die die Marktwirtschaft gegen den Kapitalismus verteidigt". Das bedeute "eine Aussöhnung mit dem Liberalismus und mit der FDP, mit der wir auch im Bund wieder koalitionsfähig sein müssen". Es gebe Interessen, die die Sozi aldemokratie und den Liberalismus vereinen, so der SPD-Politiker. Denn "beide wollen die soziale Marktwirtschaft" anstelle von Monopolisten, wie sie heute in der digitalen Wirtschaft vorherrschten: "Darum ist der heutige globale Kapitalismus gleichermaßen ein Feind der Sozialdemokratie und des Liberalismus.

Der globale Kapitalismus, wie wir ihn heute erleben, ist dabei, den Wettbewerb abzuschaffen und damit auch Freiheit zu beeinträchtigen." Nichts spreche gegen Koalitionen auch mit den Grünen "dort, wo sie vernünftig sind", sagte Christ. Zugleich kritisierte er: "Die Grünen sind leider in Teilen eine industriefeindliche Partei". +++


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1 Kommentar

  1. Herr Christ weiß ja, dass die SPD seit Schröder voll in das neoliberale Lager gewechselt ist und somit natürlich ein Koalitionspartner für die FDP wäre. Allerdings sieht die Realität völlig anders aus. In diesem Jahrhundert wird die SPD nicht mehr in der Lage sein, als führende Partei den Kanzler zu stellen und sich den Koalitionspartner auszusuchen. Auch wenn die SPD das nicht wahrhaben will: Ihr Niedergang begann mit Gerhard Schröder und der Agenda 2010. Ihr geht es wie ihren europäischen Kollegen: Sie wird als kleine Splitterpartei enden, weil sie völlig vergessen hat, für welche Bürger sie einstmals da war.

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