CDU-Stadtverband Fulda: Mitgliederversammlung

Dag Wehner (CDU)

Fulda. Der Bürgermeister der Stadt Fulda, Dag Wehner, ist auf der Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes Fulda am gestrigen Donnerstagabend mit 104 Ja- von 106 abgegebenen Stimmen als Stadtverbandsvorsitzender wiedergewählt worden. Besonders gewürdigt wurde gestern Abend neben den langjährigen Mitgliedern für ihre 25-, 40-, 50- sowie 55-jährige Mitgliedschaft im CDU-Stadtverband, der ehemalige Fuldaer Oberbürgermeister, Ehrenbürger der Stadt Fulda und Ehrenvorsitzende des CDU-Stadtverbandes, Dr. Wolfgang Hamberger, für seine 60-jährige Mitgliedschaft im Stadtverband. Neben dem CDU-Kreisvorsitzenden und Abgeordneten des Hessischen Landtages, Dr. Walter Arnold MdL, hatten sich auf der Mitgliederversammlung die beiden Bewerber auf das Landtagsmandat im Wahlkreis 14, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende des CDU-Stadtverbandes Fulda und Vorsitzende der CDU Nordend, Thomas Hering, sowie der Vorsitzende und Fraktionsvorsitzende des CDU-Stadtverbandes Hünfeld, Benjamin Tschesnok, vorgestellt.

Die erfreuliche Entwicklung der Hochschule Fulda (mittlerweile 9.000 Studierende), der Flüchtlingskurs der CDU als auch die Asylkrise, Fehler in der eigenen Parteiarbeit sowie das nur sehr zögerliche Bezugnehmen zu den Themen der AfD sah man auf der gestrigen Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes Fulda in Fulda bei der Analyse der Ergebnisse der Bundestagswahlen 2017 unter dem Strich als die wesentlichen Gründe dafür, dass die Union sowie ihre Schwesterpartei, die CSU in Bayern, bei der Bundestagswahl vergangenen September ein für CDU/CSU-Verhältnisse derart schlechtes und damit denkwürdiges Wahlergebnis erzielt habe. Aber auch mit Blick auf die Landratswahl im Landkreis Fulda, bei der die CDU Einbußen erlitten hatte, war man die letzten Jahre bessere Ergebnisse gewohnt. Stadtverbandsvorsitzender, Dag Wehner, sieht die Gründe dafür auch in der erfreulichen Entwicklung der Hochschule Fulda, die mittlerweile eine Zahl von 9.000 Studierenden aufweist.

Dag Wehner: „Die erfreuliche Entwicklung unserer Hochschule mit nunmehr 9.000 Studierenden führt dazu, dass viele, junge Menschen zu uns in die Stadt gekommen sind, die nicht konservativ gestimmt sind und CDU gewählt haben. Hier müssen wir ganz gezielt ansetzten.“

Weiter war der Stadtverbandsvorsitzende gestern Abend der Ansicht, dass das Wahlergebnis nicht die Stimmung der Realität abbilde. „Es muss uns, als CDU Mitglieder, nachdenklich stimmen, wie es der AfD nur gelingen konnte, so viele Menschen zu mobilisieren; Nach meinem Eindruck, ist die Große Koalition ganz klar abgewählt worden.“ Aber auch der Flüchtlingskurs, den die CDU im Wahlkampf sowie Monate davor, politisch gefahren ist, machten die Mitglieder des CDU-Stadtverbandes am Donnerstagabend in Fulda dafür verantwortlich, dass das Wahlergebnis, das die Union vergangenen September erzielte, so schlecht ausfiel. Auch seien hierfür die Fehler, die in der Parteiarbeit der CDU gemacht worden seien, ein Indiz dafür. Um Fehler, die in Vergangenheit begangen wurden, auszubessern, möchte die CDU in Fulda zukünftig mit allen Parteimitgliedern ins Gespräch kommen, um auszuloten, „an welchen Stellen wir stärker werden wollen und auch müssen“, sagte der Stadtverbandsvorsitzende des CDU-Stadtverbandes Fulda, Dag Wehner.

Ein Mitglied des Stadtverbandes war am Donnerstagabend der Ansicht, dass man in der Vergangenheit mit den Themen der AfD viel zu oberflächlich und zögerlich umgegangen sei. „Viel mehr hätte man sich, als CDU, mit der AfD inhaltlich auseinandersetzen müssen“, lautete der eingestandene Selbstvorwurf. „Diejenigen, die AfD gewählt haben, nicht zu verteufeln, sondern vielmehr gezielt daran zu arbeiten, diese Menschen, - weil es sind im Eigentlichen doch die unseren -, als Wähler zurückzugewinnen“, sagte am Donnerstagabend Dr. Wolfgang Dippel, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration. Sein Plädoyer: „Nah am Menschen sein, die Menschen mitnehmen“ - etwas, das der Stadtverbandsvorsitzende am Abend als für wichtig befand. Und auch die Ortsverbände wolle man in Zukunft besser mitnehmen, hieß es an diesem Abend. Er selbst sieht die Gründe für den Ausgang der CDU bei der Bundestagswahl auch darin, dass die CDU in Fulda nicht immer d´accord mit anderen Bundesländern oder gar Berlin sei und erinnerte in diesem Kontext an die „Fuldaer Erklärung“.

Die Fraktionsvorsitzende des CDU-Stadtverbandes Fulda, Patricia Fehrmann, sprach in ihrem Bericht von einer durchweg guten Zusammenarbeit, die hauptsächlich von einer „homogenen und leistungsfähigen Fraktionsarbeit“ geprägt sei. Bezugnehmend des Koalitionsvertrages mit der CWE sprach sie davon, dass es „die richtige Entscheidung“ gewesen sei, sich für diese Koalition entschieden zu haben. So habe man bisher in Übereinstimmung alle wichtigen Ziele umsetzen können. „Sehr geordnet und stabil“ sei die Finanzlage. Als wichtiges Thema für die städtische Wohnungsbauentwicklung lies Fehrmann am Donnerstagabend das Thema „Wohnen“ sowie „bezahlbarer Wohnraum“ anklingen. Ein weiteres, wichtiges Thema sieht die Fraktionsvorsitzende darin, für die Attraktivität von Ausbildungsplätzen in der Region zu werben. In diesem Kontext sprach Fehrmann davon, diese in der Region fördern zu wollen.

Im Rahmen der gestrigen Mitgliederversammlung hatten sich neben dem Kreisvorsitzenden, Dr. Walter Arnold MdL, der bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr für ein weiteres Landtagsmandat im Wahlkreis 14 kandidieren wird, auch seine beiden Mitbewerber, der Vorsitzende und Fraktionsvorsitzende des CDU-Stadtverbandes Hünfeld, Benjamin Tschesnok sowie der stellvertretende Fraktionsvorsitzende des CDU-Stadtverbandes Fulda und Vorsitzende der CDU Nordend, Thomas Hering, vorgestellt: Benjamin Tschesnok ist 33 Jahre alt, verheiratet und Vater von zwei Kindern (Moritz und Pauline) und ist beruflich als selbständiger Rechtsanwalt in Hünfeld tätig. In der CDU ist er seit vielen Jahren, „auf diversen Positionen engagiert“. Politische Verantwortung hat er bereits im Hünfelder Stadtparlament als Stadtverbands- und Fraktionsvorsitzender des CDU-Stadtverbandes Hünfeld übernommen. Seine Motivation, für ein Landtagsmandat zu kandidieren, schöpft der 33-Jährige, der im Stadtteil Mackenzell beheimatet ist, im Einhergehen des Wählerstimmenverlustes hauptsächlich daraus, dass „wir wieder erfolgreicher werden können und auch müssen“ - hierzu möchte Tschesnok, der davon überzeugt ist, dem Amt gewachsen zu sein, mit beitragen. Benjamin Tschesnok ist Mitglied im Sport- und anderen Vereinen sowie Mitglied im Kirchenverwaltungsrat in Mackenzell.

Thomas Hering, groß geworden im Nordend, in der Leipziger Straße, ist 46 Jahre alt, ist verheiratet und lebt mit seiner Frau und den drei gemeinsamen Söhnen im Alter von 18, 16 und 13 Jahren, seit nunmehr 13 Jahren in Maberzell bei Fulda. Beruflich ist er seit zweieinhalb Jahren - nachdem er zunächst nach seinem Abitur im Jahre 1991 in das Priesterseminar in Fulda eingetreten war, seine Berufung, wie er heute sagt, aber nicht in der des Priesters gefunden hatte - bei der Autobahnpolizei in Petersberg im Landkreis Fulda tätig. Dankbar ist er heute vor allem für die „wertvollen Erfahrungen, Erkenntnisse und Kontakte“. Eingetreten in die CDU mit 18 Jahren, fungiert er seit 1999 als Vorsitzender der CDU Nordend sowie – seit 2001 Stadtverordneter -  als stellvertretender Fraktionsvorsitzender in der zweiten Periode. Er selbst beschreibt sich als zuverlässig und als jemand, der zu seinem Wort steht. „Mein Leben und die Kommunalpolitik haben mir gezeigt, worauf es ankommt und was den Menschen wichtig ist“, sagte Thomas Hering gestern Abend in Fulda und auch sagte er: „Unsere Werte und Traditionen dürfen nicht weiter verwässert werden; Dazu gehört auch das Herausstellen unserer christlich, abendländischen Prägung“ für diese Sichtweise er bereits gestern auf der Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes regen Beifall erntete. Ganz wichtig sei ihm das Thema Bildung – hierzu er am Donnerstagabend sagte: „Bildung ist ganz wichtig, aber der Fokus darf nicht alleinig auf unserem Aushängeschild der Hochschule liegen; Wir haben großes Potential bei den Auszubildenden – gestern habe ich erst mit Claus Gerhardt von der Kreishandwerkerschaft gesprochen – dort gilt es ebenso anzusetzen genauso, wie bei dem Thema ‚Wohnen‘.“

Dr. Albert Post, bislang stellvertretender Stadtverbandsvorsitzender, hat auf der gestrigen Mitgliederversammlung sein Amt des stellvertretenden Vorsitzenden zur Verfügung gestellt. Post war über 20 Jahre im Stadtverband aktiv. Stadtverbandsvorsitzender Dag Wehner dankte Albert Post dafür, dem Stadtverband eine so lange Zeit vorgestanden zu haben.

Der ehemalige Fuldaer Oberbürgermeister und Ehrenbürger der Stadt Fulda, Dr. Wolfgang Hamberger, bedankte sich gestern Abend stellvertretend sowie im Namen aller Mitglieder, die für ihre langjährige Mitgliedschaft im Stadtverband belobigt worden waren, für die besondere Würdigung. Hier sagte er zu der aktuellen politischen Situation zur Regierungsbildung in Berlin am Donnerstagabend, den 02. November 2017, den denkwürdigen Satz: „Ich verstehe die Welt nicht mehr, wenn Jamaika scheitert; Wenn die Demokraten nicht in der Lage sind, in einer Situation, wie wir sie haben, eine Regierung zu bilden. Dann sollen sie sich aber darauf gefasst machen, was bei den, dann folgenden, Neuwahlen herauskommt. Ich kann nur davor warnen, dass das scheitert. Es gibt genug zu tun und, wenn sich schon eine große Volkspartei, wie die SPD, aus der Verantwortung verabschiedet, bevor überhaupt das Wahlergebnis feststeht – das ist im Grunde völlig unmöglich im parlamentarischen Regierungssystem. Wenn ich dieses System akzeptiere und respektiere, dann muss ich auch die Konsequenzen daraus ziehen und muss bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, wenn es hierfür keine andere Alternative gibt. Ich glaube noch immer daran, dass Jamaika funktionieren wird, wenn es nicht funktioniert, dann wird es schlimm, dann wird es wirklich schlimm. Dann haben die Demokraten auf der ganzen Linie versagt.“

Der Stadtverbandsvorsitzende des CDU-Stadtverbandes Fulda, Dag Wehner, bedankte sich abschließend bei den Mitgliedern für ihr so zahlreiches Erscheinen und verblieb im Hinblick auf die Landtagswahl im kommenden Jahr damit, für diese drei gute Bewerbern ausweisen zu können und plädierte an dieser Stelle dafür, dem eigentlichen Anspruch der CDU wieder mehr gerecht werden zu wollen und in der Parteiarbeit dahin zu arbeiten, dass man auch bei der Regierungsverantwortung in Wiesbaden wahrgenommen werde. +++ jessica auth

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2 Kommentare

  1. Ich kann der Vorkommentatorin nur zustimmen. Es ist ja oft so, das gewisse Medien bei Terminen auftauchen, schnell ein paar Bilder machen und sich auch noch für das wichtigste seit der Erfindung des Kugelschreibers halten. Ich frage mich sehr oft, mit welcher Berechtigung gewisse Pressevertreter gewisser Medien die Nase so hoch tragen ... Es ist völlig unberechtigt! Nur, weil man gewisse Vorzüge durch gewisse Seilschaften geniest, ist es nicht angebracht. Da sollte man den Kopf eher senken.

  2. Den Hinweis von Herrn Post an Arnold fand ich als das beste des Abends. Auch muss ich fdi einmal ein Lob aussprechen. Die bleiben - neben der Zeitung - wenigstens bis zum Schluss. Andere kommen erst gar nicht oder verschwinden nach ein paar Fotos wieder. Aber die werden dann auch von der Partei und Wirtschaft hofiert. Warum eigentlich? Sollte man mal drüber nachdenken. Ich bin auch Parteimitglied! Aber verstehen, tue ich das oft nicht. Ein schönes Wochenende.

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