Busfahrer streiken ab morgen

ver.di ruft die Busfahrer der privaten Omnibusbetriebe in Hessen ab der Frühschicht morgen zum Streik auf. Der Streik beginnt um 2.30 Uhr und ist unbefristet. ver.di und die Busfahrer*innen sehen sich zu diesem Schritt gezwungen. Streikleiter Jochen Koppel: „Wir wurden über ein halbes Jahr ohne etwas hingehalten und haben dann ein paar Brotkrümel hingeworfen bekommen. Die Arbeitgeber zeigen keine Ernsthaftigkeit. Wir haben es in 2017 schon einmal gezeigt und wir müssen es jetzt wieder. Jetzt sind ganz klar die Arbeitgeber am Zug. Sie lassen uns keine andere Wahl.“

Gestreikt wird in ganz Hessen, wie im September und im Okotober: Von Kassel, Melsungen, Rothenburg, Korbach, Homberg/Efze, Gudensberg über Gießen und Fulda, Schlüchtern, Wächtersbach, Gelnhausen, Erlensee, Hanau, Maintal, Offenbach, Bad Vilbel, Hofheim, Mainz (Sippel), Frankfurt, Oberursel, Langen und Darmstadt sowie Weiterstadt.  Zuletzt hatte der Landesverband hessischer Omnibusunternehmer eine Erhöhung in vier Schritten auf 15,60 in vier Jahren als nachgebessertes Angebot vorgelegt. Über Arbeitsbedingungen wollte der Arbeitgeberverband gar nicht sprechen. Am vergangenen Donnerstag hatte die Tarifkommission die Verhandlungen für gescheitert erklärt.

Vorher hatten die privaten Busfahrer in Hessen sich bei einer Urabstimmung mit über 99 Prozent für unbefristete Arbeitsniederlegungen ausgesprochen, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. ver.di fordert die Erhöhung des Grundgehalts von jetzt 13,50 Euro auf 16,60 Euro die Stunde. Der Urlaub soll auf 30 Tage innerhalb der geforderten 5-Tage-Woche erhöht werden (derzeit sind es 25 Tage). ver.di-Mitglieder sollen zwei zusätzliche Urlaubstage erhalten. Außerdem fordert ver.di, fahrplanbedingte Pausen/Wendezeiten komplett zu vergüten. +++


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1 Kommentar

  1. Was Fulda und die Rhönenergie angeht ist das Dumme daran, dass es keine Möglichkeit gibt oder gäbe, sich hier lokal irgendwie zu einigen, damit die Busse hier in Fulda wieder fahren. Nein, das Ganze ist ja ein Tarifstreit, der alle privaten Busunternehmen in Hessen betrifft. Auch wenn die Rhönenergie als Mischunternehmen, bei der die Bussparte nur ein Teil ist, gewisse Lohnforderungen evtl. besser verkraften könnte als andere Unternehmen, die ausschließlich Busse betreiben, spielt es wohl keine Rolle, was das Rhönenergie Management dazu sagt oder nicht sagt. Das ist mir inzwischen auch klar. Denn ALLE Tarifpartner müssen mit dem Ergebnis einverstanden sein. Daher wird es wohl in den nächsten Tagen oder Wochen keine Busbeförderung für Arbeitnehmer, Schüler und Studierende mehr geben, bis verdi entweder das Geld ausgeht oder die mageren Ersparnisse der Busfahrer aufgebraucht sind oder die Arbeitgeber nachgeben. Denn allen ist klar, dass es kein Geld für die Fahrer gibt, solange gestreikt wird. Wer diesen Nervenkrieg letztendlich gewinnt – also Arbeitgeberverband oder verdi – weiß jetzt noch niemand. Verlierer dabei sind auf alle Fälle wir, die Kundinnen und Kunden des ÖPNV! Und der Umweltschutz! Und die Busfahrer sowieso. Je länger der Streik dauert!

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