Berlin. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) lehnt eine Steuer auf Kunststoffverpackungen ab. „Ich bezweifle, dass ein paar murrend an der Kasse bezahlte Cent zu einem Umdenken führen“, sagte die SPD-Politikerin dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Aus Umweltsicht brauchen wir keine neue Steuer, sondern eine intelligentere Steuerung, die zu weniger Abfall und mehr Recycling führt“, sagte Schulze und wandte sich damit gegen einen von der EU-Kommission sowie den Grünen vorgebrachten Vorschlag für eine EU-weite Abgabe auf Kunststoffprodukte. Bei den Bürgern müsse jedoch ein Umdenken einsetzen, so Schulze. „Wir brauchen in Deutschland einen Bewusstseinswandel, einen kritischeren Umgang mit Plastikverpackungen“, sagte die Bundesumweltministerin und nannte als Beispiel die Reduktion von Plastiktüten im Einzelhandel. „Wenn sie an der Kasse gefragt werden, ob sie eine kostenpflichtige Plastiktasche haben möchten, hinterfragen viele ihr Konsumverhalten. Diese Art kritischen Nachhakens wünsche ich mir für mehr Bereiche“, sagte Schulze.
Umweltministerin: Deutsche sind in Umweltdingen keine Musterschüler
Nach Ansicht von Schulze (SPD) haben die Deutschen in Fragen des Umweltschutzes ein falsches Bild von sich. „Wir Deutsche glauben, wir seien in Umweltdingen Musterschüler. Das stimmt aber leider nicht mehr“, sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen weiter. „Wir haben an vielen Stellen Probleme, die Mindestziele überhaupt zu erreichen, geschweige denn, sie zu übertreffen“, kritisierte Schulze. „Wir sind nicht mehr der Klimaretter Nummer eins. Wir sollten es aber wieder werden wollen.“ Das Verfehlen der CO2-Klimaziele für das Jahr 2020 sei Ausdruck dieser Schwäche Deutschlands. „Deutschland hat nicht früh genug umgesteuert. Die Versäumnisse lassen sich jedoch nicht in zwei Jahren wettmachen“, sagte die Ministerin dem RND. +++

Hinterlasse jetzt einen Kommentar