Bürgermeister Kübel besuchte LOEWE-Schwerpunkt „Prähistorische Konfliktforschung“

Fdi mediendienst
Herr Post (Mitglied der 77. Waldgenossenschaft), Dr. Frank Verse (Stadt- und Kreisarchäologie Fulda), Bürgermeister Matthias Kübel (v.li.)

Frankfurt a.M./Bad Salzschlirf/Schlitz. Nachdem auf dem Sängersberg (Landkreise Fulda und Vogelsberg) im Herbst des vergangenen Jahres zwischen dem 11. bis 29. September in Vorbereitung auf geplante, umfangreiche Ausgrabungen in 2018 eine erste Sondagegrabung durchgeführt wurde, waren die Mitarbeiter des Schwerpunktes „Prähistorische Konfliktforschung“ der „Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ – kurz: LOEWE – unter der Leitung von Dr. Hélène Blitte vom 5.- bis 29. März 2018 auf dem Sängersberg, um vor Ort ihre Forschungsarbeiten voranzutreiben. Der Sängersberg ist deshalb von besonderem Interesse, weil im „Tal der Lüder“ mehrere Solequellen liegen, aus denen in historischer Zeit Salz gewonnen wurde. Die Befestigung auf dem Sängersberg ist verbrannt und ihre Reste daher stark verschlackt. Zum Abschluss der vierwöchigen Grabungen kam der Bürgermeister der Gemeinde Bad Salzschlirf, Matthias Kübel, am vergangenen Mittwoch auf den Sängersberg, um sich selbst ein Bild von der Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu machen.

Geographische Lage: Der Sängersberg liegt etwa 18 Kilometer nordwestlich von Fulda auf den Gemeindegebieten von Bad Salzschlirf und Schlitz, zwischen dem Vogelsberg und der Rhön. Der Berg ist 498 Meter hoch und besteht aus zwei Basaltkuppen, welche von einem Ringwall mit bis zu 450 Meter Durchmesser aus Buntsandsteinen und Basalt umschlossen wird. Eine erste Untersuchung auf dem Sängersberg fand im April 1901 durch Joseph Vonderau statt, der eine Begehung des heute noch an in Resten an der Oberfläche sichtbaren Walles durchgeführt hat. Er konnte damals feststellen, dass die Mauer aus Basaltschlacken und Sandsteinen errichtet wurde, die Spuren von Feuereinwirkung zeigen. Eine heute nicht mehr vorhandene Scherbe zeigte eine Kornstichverzierung, welche der Bronzezeit zugeordnet werden kann. In den 1950er Jahren wurden weitere Begehung und Aufnahmen des Ringwalls durchgeführt sowie 1997 vom Archäologischen Arbeitskreis des Fuldaer Geschichtsvereins e.V.

Während der Grabung im März wurden vorwiegend mehrere Pfeilspitzen aus der Spätbronzezeit entdeckt. Damit wächst die Hoffnung bei der nächsten Grabung im Sommer 2018 auf weitere Funde zu stoßen. Dr. Frank Verse, Ansprechpartner der Stadt- und Kreisarchäologie Fulda, und die Goethe Universität Frankfurt am Main haben für den Sommer auf dem Sängersberg öffentliche Führungen angekündigt. Hier sollen Funde und ihr historischer Kontext sowie die historische Kontextualisierung der Anlage erläutert werden. +++

Quellenhinweis: LOEWE-Schwerpunkt „Prähistorische Konflikforschung“ Goethe Universität Frankfurt am Main


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*