Blütenmeer in der Feldflur

Farbtupfer für Grundwasserschutz und Biodiversität

Wer in den verangenen Monaten mit offenen Augen in der Feldflur unterwegs war, staunte nicht schlecht über die zahlreichen und zum Teil bunten Ackerflächen. Hier gab es intensiv gelb oder auch schon gelbgrün leuchtende Äcker mit Senf, Violett bis Blau leuchtenden Flächen, auf denen Büschelschön (Phacelia) ihre Blüten entfalteten. Etwas unscheinbarer weiß oder weiß-rötlich blüht der Ölrettich oder in reinem Weiß die filigrane Kresse, die ebenfalls hier und da zu sehen war. Lein ist mit hellblauer bis rötlicher Blüte an der bunten Mischung beteiligt und auch verschiedene Kleearten, die in weißen oder roten Farben erblühten, heißt es in einer Mitteilung.

Alle diese Pflanzen blühen in Zwischenfruchtbeständen, die vor allem aus Gründen des Wasserschutzes angebaut werden: Die Zwischenfrüchte stehen, wie der Name schon vermuten lässt zwischen verschiedenen Kulturen auf dem Acker und überbrücken die Zeit zwischen der vergangenen Ernte im Sommer und der Aussaat einer Sommerfrucht wie zum Beispiel Sommergetreide, Mais, Kartoffeln, Zuckerrüben oder Bohnen und Erbsen. Die Zwischenfrüchte erledigen in dieser Zeit vielfältige Aufgaben, deren wichtigste die Verhinderung der Nitratauswaschung in das Grundwasser ist. Durch ihr Wachstum nehmen Sie im Herbst im Boden freiwerdendes Nitrat auf und speichern es im „Pflanzenkörper“. Dadurch kann es über den Winter nicht ins Grundwasser ausgewaschen werden.

Weitere Aufgabe der Zwischenfrüchte ist die „Fütterung“ einer Unzahl von für die Umwelt extrem wichtigen aber oft unscheinbaren bis unsichtbaren Bodenlebewesen, deren wohl bekanntester Vertreter der Regenwurm ist. Die Zwischenfrucht verhindert zudem Bodenerosion bei Starkregenereignissen, verbessert die Bodeneigenschaften und die Bodenfruchtbarkeit und schont den Bodenwasservorrat durch die Beschattung des Bodens. Und nicht zuletzt sorgt sie für Farbtupfer in unserer Landschaft. Nicht nur durch die Blüten sondern auch durch eine große Zahl an unterschiedlichen Grüntönen, Blattformen und Blattstellungen ergeben sich immer neue Farb- und Flächennuancen. Sie erfreuen dadurch nicht nur das Auge, sondern sind auch wichtige Bestandteile einer vielfältigen Landschaft, welche auch als Beitrag zur „Biodiversität“ und zur Förderung der Insektenpopulationen zu sehen ist, ohne zusätzliche Flächen zu verbrauchen oder aus der landwirtschaftlichen Produktion zu nehmen. Zudem bieten Sie eine Futterquelle und einen Rückzugsort für viele Wildtiere.

Vorreiter des Zwischenfruchtanbaus rund um Hofbieber ist die mittlerweile seit über 15 Jahre existierende Wasserschutzkooperation, in der sich die Gemeinde Hofbieber mit den Landwirten der Region zum gemeinsamen Wasserschutz zusammengeschlossen hat. Gefördert durch die Gemeinde als Wasserversorgungsunternehmen konnte sich der Zwischenfruchtanbau gut etablieren und von Jahr zu Jahr ausweiten. In den Jahren 2011/12 kam das flächendeckende Beratungsprojekt zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in Hofbieber hinzu, dessen Beratung ebenfalls für den Zwischenfruchtanbau wirbt. Zuletzt haben auch die Greening-Vorgaben der EU einen weiteren Anschub für den Zwischenfruchtanbau bewirkt. +++

 
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