Biden: USA haben Hauptziel in Afghanistan erreicht

US-Präsident Joe Biden hat den Abzug der US-Truppen aus Afghanistan ab dem 1. Mai angekündigt und sieht das Hauptziel der Mission dort erfüllt. Man sei vor allem nach Afghanistan gekommen, um sicherzustellen, „dass es nicht als Basis für einen weiteren Angriff auf unser Heimatland genutzt wird“, sagte er am Mittwoch in einer Fernsehansprache. Dieses Ziel habe man erreicht. Ebenso habe man Osama Bin Laden erfolgreich unschädlich gemacht. Dennoch sei man eine weitere Dekade dort geblieben. „Es ist Zeit für die amerikanischen Truppen in die Heimat zurückzukehren.“ Die Gründe für den Einsatz in Afghanistan seien „mehr und mehr unklar“ geworden. Auch angesichts weiterer Bedrohungen sehe er keinen Sinn darin, „Tausende Truppen in nur einem Land zu behalten“, argumentierte der US-Präsident.

Trittin zieht gemischte Bilanz des Afghanistan-Einsatzes

Angesichts des absehbaren Endes der US-Truppenpräsenz in Afghanistan hat der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin eine gemischte Bilanz des internationalen Militäreinsatzes am Hindukusch gezogen. „Es ist nicht gelungen, tragfähige staatliche Strukturen aufzubauen“, sagte Trittin der „Saarbrücker Zeitung“. Und es sei nicht gelungen, dass das Land ohne die Taliban regiert werde. Abgewendet sei allerdings die terroristische Bedrohung gegenüber dem Westen. „Denn die Taliban haben mittlerweile begriffen, dass sie ihre eigene Herrschaft gefährden, wenn sie sich mit den USA und Europa anlegen“, so Trittin. Von der Bundesregierung forderte er, den Abzug der deutschen Soldaten aus Afghanistan „so schnell wie möglich“ in die Wege zu leiten. „Wenn die Amerikaner im Mai mit ihrem Abzug beginnen, kann die Bundeswehr nicht bis September warten.“ +++


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1 Kommentar

  1. Nachdem der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete sogar davon geträumt hat, durch die militärische Intervention in Afghanistan könnte dort die Demokratie eingeführt werden, ist nach so vielen Jahren endlich Ernüchterung eingekehrt. Sogar die Russen haben seinerzeit den Westen davor gewarnt, militärisch in Afghanistan tätig zu werden. Vergeblich. Es mussten erst so viele tote , verwundete und traumatisierte Soldaten geopfert werden – für nichts! Dazu die Milliarden an Steuergeldern, die dort verbrannt wurden. Nun wird das Ganze sogar noch als Erfolg verkauft. Wie billig ist das denn?

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