Betrunkener 51-jähriger blockierte Notruf

Bad Hersfeld. Immer wieder gehen bei der Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften über die Notrufnummern 110 oder 112 scherzhafte oder einfach dumme meist anonyme Anrufe bei den Notfallzentralen ein. Manche Zeitgenossen blockieren die Notrufe durch mehrere dieser Anrufe für eine längere Zeit. Die Polizei warnt: Der Missbrauch von Notrufen ist kein Spaß, sondern eine Straftat.

Wer absichtlich oder wissentlich Notrufe missbraucht oder vortäuscht, dass wegen eines Unglücksfalls oder wegen gemeiner Gefahr oder Not die Hilfe anderer erforderlich sei, kann mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft werden. Zudem können die Kosten für den Polizeieinsatz in Rechnung gestellt werden. Der Missbrauch von Notrufen kann sich unter Umständen negativ auf die Bearbeitung von eingehenden, tatsächlichen Notfällen auswirken. Jemandem, der tatsächlich Hilfe bedarf, können unter Umständen durch einen Missbrauch des Notrufes und eines darauf folgenden Polizeieinsatzes, große Nachteile entstehen.

So am Mittwochabend, 04.06.14, zwischen 21:53 Uhr und 22:20 Uhr bei der Polizeistation in Bad Hersfeld. Sage und schreibe 11mal rief über den Notruf 110 ein angetrunkener Mann an. Er verlangte ein Taxi von Kirchheim nach Niederaula. Mehrmals wurde er aufgefordert, von dem Polizeibeamten am anderen Ende der Leitung, dies zu unterlassen. Der Anrufer konnte noch am späten Abend ermittelt werden. Er war zu Fuß zwischen Kirchheim und Niederaula-Kleba unterwegs. Gegen den 51-jährigen aus dem Kreisgebiet Hersfeld-Rotenburg wurde ein Strafverfahren wegen des Missbrauchs von Notrufen gemäß Paragraf 145 Strafgesetzbuch eingeleitet. Damit war die Angelegenheit aber noch nicht erledigt.

Kurze Zeit später wurde über die Notrufzentrale 112, Leitstelle Hersfeld-Rotenburg, gemeldet, dass bei dem DRK Rettungsstützpunkt an der Gemeindeverwaltung in der Schlitzer die Scheibe des dortigen Notrufmelders eingeschlagen und Alarm ausgelöst wurde. Dies wurde von Rettungssanitätern von dem angrenzenden Rettungsstützpunkt bemerkt. Dadurch konnte über die Leitstelle die Alarmierung von Rettungskräften verhindert werden.

Der vermeintliche Täter konnte wenig später von Zeugen verfolgt und von einer Polizeistreife festgenommen werden. Dabei handelte es sich wieder um den 51-jährigen, der die Polizei zuvor mit seinen -11- Notrufen beschäftigt hatte. Diesmal gab er an die Scheibe des Notrufmelders aus Frust eingeschlagen zu haben, da er kein Taxi erreichen konnte. Ein durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,46 Promille. Als Folge für diese Tat wurde gegen ihn ein weiteres Strafverfahren wegen des Missbrauchs von Notrufen und Sachbeschädigung eingeleitet. Im Anschluss wurde er wieder nach Hause entlassen. Dort muss er auch angekommen sein, denn die weitere Nacht verlief ohne weitere Notrufe, so der Pressesprecher der Polizei Bad-Hersfeld, Manfred Knoch.

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