Berichte: Einigung im Tarif- und Sparkonflikt bei Volkswagen

Vwwerk

Im Tarif- und Sparkonflikt bei Volkswagen zeichnet sich ein Durchbruch ab. Nach fünf Tagen und mehr als 60 Stunden Gesprächen stünden Konzern und Gewerkschaft IG Metall im Streit um Löhne und Sparprogramm vor einer Einigung, meldeten verschiedene Medien am frühen Freitagabend.

Laut Informationen der „Bild“ stehen dabei zwei VW-Werke vor dem Aus: Der Standort Dresden soll umgewidmet oder geschlossen werden, Osnabrück soll an einen Rüstungskonzern gehen. Für Zwickau und Emden sei eine Schließung der VW-Fabriken dagegen vom Tisch. Das „Manager Magazin“ berichtete unterdessen, langfristig sollten deutlich mehr als 10.000 Stellen gestrichen werden, vor allem durch natürliche Fluktuation wie Renteneintritte. Die FAZ wusste am frühen Freitagabend auf ihrer Internetseite zu berichten, dass bis zum Jahr 2030 mehr als 35.000 Stellen bei VW wegfallen sollen.

Gewerkschaft feiert Verhandlungsergebnis bei Volkswagen

Die IG Metall feiert das Verhandlungsergebnis, das ihren Angaben zufolge mit Volkswagen vereinbart wurde. Es sei gelungen, eine neue Jobgarantie durchzusetzen, teilte die Gewerkschaft am Freitagabend mit. Betriebsbedingte Kündigungen seien bis Ende 2030 ausgeschlossen, hieß es in einer Mitteilung. Sollte nach Auslauf keine Anschlussregelung vereinbart werden, müsse das Unternehmen eine Milliarde Euro an die Beschäftigten ausschütten.

Die im Flächentarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie vorgesehene Erhöhung von gut fünf Prozent für die Beschäftigten wird bei Volkswagen allerdings zunächst ausgesetzt. „Damit üben sich Beschäftigte in einem temporären Verzicht, verhindern damit aber gemeinsam den Kahlschlag an den VW-Standorten und helfen sich solidarisch gegenseitig“, hieß es von der IG Metall.

2026 und 2027 entfällt zudem vollständig die Mai-Zahlung der Ergebnisbeteiligung, in den Folgejahren ab 2028 wird sie nur reduziert ausgezahlt, bis die Beschäftigten für das Geschäftsjahr 2030 wieder die volle Ergebnisbeteiligung erhalten sollen. Das bisher gezahlte erhöhte Urlaubsentgelt (rund 1.290 Euro) entfällt ebenfalls, dafür soll es ab 2027 einen Bonus für Mitglieder der IG Metall geben, der zunächst 254 Euro betragen und bis auf 1.271 Euro ab 2030 steigen soll.

Angeblich sind alle Standorte gesichert. Für Osnabrück beispielsweise soll für die Zeit ab Spätsommer 2027 „eine wirtschaftliche Zukunftsperspektive“ entwickelt werden, hieß es allerdings vielsagend. Medien hatten über den Ausstieg eines Rüstungskonzerns berichtet. Für Dresden soll nach Gewerkschaftsangaben für die Zeit ab 2026 „ein alternatives Gesamtkonzept erarbeitet“ werden – hier machten Berichte über ein Aus die Runde. Es stünde aber fest, dass die Volkswagen AG auch in Zukunft mit eigenen Aktivitäten am Standort präsent sein werde, so die Gewerkschaft. Die Tarifkommission der IG Metall habe dem Tarifergebnis einstimmig zugestimmt, hieß es.

Kaweh Mansoori zur Einigung der VW Tarifverhandlungen

Wann immer es schwierig wurde, fand VW Lösungen zur Krisenbewältigung. Auch diesmal ist das der Fall. Nach den längsten Verhandlungen in der Firmengeschichte zeichnet sich ein Paket ab, mit zwei Hauptsäulen: keine Massenentlassungen und keine Standortschließungen. Das ist auf mehreren Ebenen erfreulich: Die 120.000 Beschäftigten müssen nicht mit der Ungewissheit in die Weihnachtspause gehen, was im nächsten Jahr auf sie zukommt. Auch die Zulieferer und Dienstleister der VW-Standorte haben nun Planungssicherheit. Dies ist bedeutend, auch wenn die allgemeine Autoabsatzkrise allen Beteiligten, einschließlich der Politik, weiter große Herausforderungen bereitet. Für Baunatal und jeden Einzelnen im Werk ist das eine gute Nachricht. „Wir werden auch künftig mit den Beschäftigten für unsere Standorte kämpfen“, erklärte Kaweh Mansoori, der hessische Wirtschaftsminister. +++


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