Brüssel. Die Gläubiger Griechenlands haben sich laut eines Berichts der "Welt" im Schuldenstreit auf Athen zubewegt. Sie seien bereit, geringere Rentenkürzungen zu akzeptieren. Dennoch lägen beide Seiten weit auseinander, hieß es der Zeitung zufolge in europäischen Verhandlungskreisen: "Ich glaube nicht, dass die Gläubiger noch weitergehen können. Wir sind auf der roten Linie angekommen."
So forderten die Institutionen bei den Renten nur noch Kürzungen in Höhe von einem Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Zuvor hatten sie noch Einsparungen in Höhe von 1,5 Prozent verlangt. Allerdings lägen beide Seiten dafür nun beim Haushalt weit auseinander. So sieht das neue griechische Reformprogramm einen Primärüberschuss zwischen 0,3 und 0,8 Prozent für dieses Jahr vor.
Den Planungen der Institutionen zufolge soll diese Kennziffer, die dem Haushaltsüberschuss ohne Zinszahlungen bezogen auf das BIP entspricht, dagegen in diesem Jahr bei einem Prozent liegen und bis 2017 auf drei Prozent ansteigen, schreibt die Zeitung weiter. Griechenland fordert dem Bericht zufolge Schuldenerleichterungen. Diese sollen über längere Laufzeiten und eine Verschiebung von Schuldenrückzahlungen bewerkstelligt werden. "Das werden die Institutionen aber auf keinen Fall mitmachen", hieß es laut Bericht in Verhandlungskreisen.
Steinmeier sieht Griechenland am Zug
Vor dem Treffen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker mit dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras am Mittwochabend in Brüssel hat Außenminister Frank-Walter Steinmeier den Willen betont, Griechenland in der Eurozone zu halten - am Zug sei aber Athen. "Wir wissen, dass die Folgen des Ausscheidens für Griechenland katastrophal wären", sagte der SPD-Politiker einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Gleichzeitig könne dies den Anfang neuer wirtschaftlicher Instabilitäten in der Eurozone bedeuten. "Den Weg zu einer Lösung werden wir nicht ohne Griechenland finden können", fügte Steinmeier hinzu. Mit Blick auf die Reformvorschläge von EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank sagte er, "es ist jetzt an der Regierung in Athen zu entscheiden, ob sie diesen Weg mitgehen oder nicht". +++ fuldainfo

Da freuen sich aber die griechischen Rentner, dass ihre Rentenkürzungen nicht so groß ausfallen und auch die griechischen Milliardäre freuen sich, weil sie weiter unbehelligt bleiben. Alles wird gut.