Angesichts der Omikron-Ausbreitung hat sich Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) für eine erneute Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite durch den Bundestag ausgesprochen. "Ich halte es für einen großen Fehler, dass der Bund die epidemische Notlage hat auslaufen lassen", sagte er der "Rheinischen Post". "Falls sich die Befürchtungen der Wissenschaftler in Bezug auf Omikron bewahrheiten, brauchen wir alle Werkzeuge aus unserem Werkzeugkasten", sagte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz. "Noch mehr Covid-19-Patienten würden unser Gesundheitssystem überlasten. Und wenn wir eins in der Pandemie gelernt haben, dann, dass wir nichts ausschließen dürfen", so Holetschek. Zugleich forderte er, die bisher für 7. Januar angesetzte nächste Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) vorzuziehen. "Ich plädiere im Übrigen dafür, dass sich die MPK schon vor dem 7. Januar trifft, um die Lage erneut zu bewerten. Wir sind in einer volatilen Phase der Pandemie - und das Virus hält sich nicht an Feiertage", so der CSU-Politiker. Er plädierte auch für eine schnelle Einführung der allgemeinen Impfpflicht. Man müsse "adäquat" agieren können. "Dazu gehört auch, die allgemeine Impfpflicht rasch zu beschließen. Wir dürfen uns kein Zögern erlauben", sagte Holetschek.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in Bonn rechnet angesichts der erwarteten Omikron-Welle nicht mit einer Gefährdung kritischer Infrastrukturen wie Strom-, Wasser oder Lebensmittelversorgung - etwa in Folge massenhaft erkrankter Mitarbeiter. Das sagte ein Sprecher dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Wir haben vier Wellen, die schon wuchtig waren, ohne Einschränkungen gemeistert - mit Ausnahme der Intensivstationen", sagte er. Das liege daran, dass die Verantwortlichen auf so etwas vorbereitet seien, weil entsprechende Pläne existierten. "Die Unternehmen waren ebenfalls vorbereitet." Er fügte hinzu: "Eine fünfte Welle könnte zwar zu Einschränkungen führen, aber nicht zu einem Zusammenbruch. Es gibt keinen Grund, das anzunehmen. Es gibt Reserven. Wir sind mit unserem Latein nicht am Ende." Ohnehin werde es wohl noch bis Jahresbeginn dauern, bis sich Omikron in Deutschland voll auswirke, so der Sprecher.
Der Deutsche Kinderschutzbund hat gefordert, Schul- und Kitaschließungen im neuen Jahr zu vermeiden. "Das Wichtigste ist, im Jahr 2022 die Schulen und Kitas offen zu halten", sagte Präsident Heinz Hilgers dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "In vielen Regionen in Deutschland haben, auch wenn kein bundesweiter Lockdown herrschte, Schulschließungen stattgefunden." Oft seien Lehrkräfte und auch viele Schüler in Quarantäne gewesen, weswegen Klassen nicht unterrichtet werden konnten. Kinder seien in einer schwierigen Lage, weil Erwachsene sich Freiheiten erlaubt hätten. "Fußballspiele mit Publikum, Partys in Bars und Clubs waren möglich zum Vergnügen der Erwachsenen und Kinder haben darunter gelitten", kritisierte Hilgers. "Die Älteren müssen sich zurücknehmen." +++

Hinterlasse jetzt einen Kommentar