Bahn: Weiter Einschränkungen wegen Streiks

Berlin. Der Deutschen Bahn zufolge müssen Fahrgäste wegen des Streiks der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) auch im morgendlichen Berufsverkehr am Donnerstag noch mit Verspätungen und einzelnen Zugausfällen rechnen. Der Streik, der am Mittwochnachmittag begonnen hatte und noch bis um 04:00 Uhr am Donnerstagmorgen dauern soll, führte zu bundesweiten Auswirkungen im Personenverkehr: Starke Einschränkungen gebe es vor allem im Norden und Osten Deutschlands, teilte die Bahn am Mittwochabend mit. Im Fernverkehr habe rund ein Drittel der Züge verkehren können, der Regionalverkehr sei stellenweise völlig zum Erliegen gekommen. In mehreren Städten sei auch der S-Bahnverkehr eingeschränkt gewesen. Die GDL fordert unter anderem eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit um zwei Stunden und eine fünfprozentige Lohnerhöhung.

SPD-Generalsekretärin Fahimi hält Lokführer-Streik für unsolidarisch

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi hat den Streik der Lokführer der Gewerkschaft GDL als unsolidarisch bezeichnet. „Es ist in Deutschland ein gutes Recht, dass Gewerkschaften streiken dürfen“, sagte Fahimi in der „Aktuellen Stunde“ im WDR. „Der jetzige Streik der GDL ist allerdings einer, bei dem sich der Eindruck aufzwängt, dass es nicht um die Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber geht, sondern, dass es um Zuständigkeiten geht in Bereichen, in denen eine andere Gewerkschaft – nämlich die EVG – offensichtlich den größeren Anteil der Mitglieder stellt.“ Hier werde ein Stellvertreterkrieg ausgefochten, der nicht im Interesse der Arbeitnehmer sein könne. Fahimi bekräftigte vor dem Hintergrund des Bahnstreiks zugleich Pläne von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles für ein Tarifeinheitsgesetz. „Für das Unternehmen wie für die Belegschaft ist es wichtig, dass es einen Tarifvertrag gibt, der für alle gilt – normalerweise macht man das in Kooperation zusammen. Das passiert in diesem Fall offenbar nicht mehr von alleine.“ Deshalb sei es ratsam, dass der Gesetzgeber das regele, „weil das auch für die betriebliche Zukunft und die wirtschaftliche Stabilität – nicht nur der Deutschen Bahn, sondern auch anderer Unternehmen ganz wesentlich ist“. Zugleich sagte die Generalsekretärin, sie würde sich freuen, wenn sich GDL und Cockpit bei ihren Streikplänen absprächen. Schließlich wolle jeder Bürger am Ende des Tages von A nach B kommen. +++ fuldainfo


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*