Bahn prüft Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Beraterverträgen

Die Deutsche Bahn untersucht aktuell Auffälligkeiten im Zusammenhang mit Beraterverträgen im Unternehmen. Darunter seien auch ehemalige Konzernvorstände, teilte die Bahn am Donnerstagnachmittag mit. Es geht demnach um den Zeitraum von 2010 bis 2018. Die aktuellen, noch nicht vollständigen, Informationen resultieren nach Unternehmensangaben aus internen Untersuchungen.

Nach "ersten belastbaren Hinweisen" hätten Vorstand und Aufsichtsrat "unmittelbar" reagiert, so die Bahn weiter. Nach Unterrichtung der zuständigen Gremien sei unverzüglich eine unabhängige externe Rechtsanwaltskanzlei beauftragt worden, die Untersuchungsergebnisse rechtlich zu bewerten. Der Berichtsentwurf der Kanzlei werde derzeit einer abschließenden Prüfung unterzogen sowie "durch eine ergänzende Untersuchung von Compliance-Spezialisten flankiert", teilte der Konzern weiter mit. Der Aufsichtsrat werde in der kommenden Woche zu einer Sondersitzung zusammenkommen, um diesen Themenkomp lex zu beraten, kündigte die Bahn an. "Ich werde gemeinsam mit dem gesamten Aufsichtsrat dafür sorgen, dass der Sachverhalt ohne Ansehen der Personen vollständig aufgeklärt wird", ließ sich Aufsichtsratschef Michael Odenwald zitieren.

FDP sieht Bahnchef Lutz in Erklärungsnot: "Sein Stuhl wackelt"

In der Affäre um Beraterverträge bei der Bahn sieht die FDP Konzernchef Richard Lutz schwer in Bedrängnis. "Wenn sich die Vorwürfe bestätigen, wäre das ein riesengroßer Skandal", sagte FDP-Verkehrsexperte Torsten Herbst dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Richard Lutz war seit 2010 Finanzvorstand bei der Bahn. Sein Stuhl wackelt jetzt kräftig." Das gelte, wenn er von diesen Beraterverträgen gewusst habe: "Es gilt aber auch, wenn das Ganze an ihm vorbei gelaufen sein sollte." Herbst sagte, Verträge mit ehemaligen Vorstandsmitgliedern ohne Zustimmung des Aufsichtsrates würden nach seinem Verständnis gegen alle Compliance-Regeln verstoßen. "Ich habe wenig Vertrauen, dass die Bahn diese Vorgänge selbst in geeigneter Weise aufklären kann", so der FDP-Bundestagsabgeordnete weiter. +++


Popup-Fenster

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*