Baerbock will gendergerechte Sprache bei Gesetzestexten

Die Grünen-Politikerin hält jedoch nichts von Sprachverboten

Annalena Baerbock (Grüne). Foto: Grüne

Annalena Baerbock will im Fall, dass sie Kanzlerin wird, auf geschlechtergerechte Sprache auch bei Gesetzestexten achten. „Ich will Politik für alle Menschen machen und das bedeutet, auch alle mit anzusprechen – und nicht nur mitzumeinen“, sagte die Kanzlerkandidatin der Grünen dem „Tagesspiegel“. Sie sprach sich darin für einen sensibleren Umgang mit Sprache aus. „Sprache kann auch ausgrenzen. Und es ist wichtig, dass wir das als Gesellschaft immer wieder reflektieren.“ Baerbock selbst hatte sich in der vergangenen Woche entschuldigt, weil sie in einem Interview mit dem Zentralrat der Juden das sogenannte „N-Wort“ genutzt hatte. Baerbock appellierte beim Sprachgebrauch zu mehr Rücksicht. „Wenn ich weiß, dass bestimmte Begriffe einzelne Personen oder Gruppen verletzen, dann sollte man versuchen, die Dinge anders auszudrücken, aus Respekt“, sagte Baerbock der Zeitung. Die Grünen-Politikerin hält jedoch nichts von Sprachverboten: „Freiheit bedeutet, denken, sprechen und träumen zu können, wie man möchte.“ +++

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4 Kommentare

  1. Die Gender-Gaga grenzt Menschen aus. Es ist also genau umgekehrt wie Baerbock sagt. Kein vernünftiger Mensch redet so und die große Mehrheit der Deutschen lehnt diesen Unsinn ohnehin ab. Maßgeblich sind die Regeln der Rechtschreibung, wie sie vom Rat der deutschen Rechtschreibung übernational festgelegt wurde. Und dieser hat die Genderei mit Sternchen und weiterem Unsinn bereits mehrfach abgelehnt.

    Wenn Frau Bearbock eine gebildete Frau wäre, würde sie wissen, dass das generische Maskulinum nichts mit der biologischen Sexualität zu tun hat, sondern im Sprachgebrauch alle Geschlechter umfasst, so wie das generische Femininum nicht nur Frauen meint. Mit Geschlechter-„Gerechtigkeit“ hat also alles dies nichts zu tun. Die Genderei ist lediglich die Verhunzung der deutschen Sprache und der Himmel möge uns davor bewahren, dass der Gesetzgeber eines Tages diesen Unsinn in den Gesetzestexten einführt.

    • Pauschalisiertes, herabsetzende Sprachwahl ist keiner Diskussion förderlich. Sie müssen nicht gendern (so wie ich), ein bisschen Toleranz und Respekt vor Menschen, die anders denken als Sie, würde Ihnen gut stehen. Ich bezeichne Ihre Art sich auszudrücken und auch Ihre Argumentation auch nicht als „Gaga-Geschwafel“ – oder…
      Wer hier Menschen ausgrenzt sind Sie mit Ihrer Wortwahl, zeugt für mich nicht von guter „Kinderstube“.
      Und Sie sollten mit Ihren Behauptungen schon bei den genauen Fakten bleiben, das ist mir viel wichtiger!
      https://www.rechtschreibrat.com/DOX/rfdr_PM_2021-03-26_Geschlechtergerechte_Schreibung.pdf
      Ich zitiere:
      „Der Rat hat vor diesem Hintergrund die Aufnahme von Asterisk („Gender-Stern“), Unterstrich
      („Gender-Gap“), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung
      mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der
      deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen.“
      Betonen möchte ich hier die Anmerkung des Rates, dass er es zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen hat. Zum einen hat er es nicht abgelehnt, auch nicht verboten (!) und zu beachten ist hier das „zu diesem Zeitpunkt“. Denn im weiteren Verlauf der Stellungnahme schreibt der Rat
      „Der Rat für deutsche Rechtschreibung wird die weitere Schreibentwicklung beobachten. Er
      wird dabei insbesondere prüfen, ob und inwieweit verschiedene Zeichen zur Erfüllung der
      Kriterien geschlechtergerechter oder -sensibler Schreibung geeignet sein könnten. “
      Sprache entwickelt sich weiter, ist ein Abbild der gesellschaftlichen Entwicklung.
      Wir sprechen ja auch nicht mehr wie im Mittelalter, auch die Rechtschreibung im deutschen Sprachraum passt sich dem immer wieder an.

  2. Ich glaube diese Frau hat noch nie ein Gesetz gelesen… Stichwort Steuertexte und Verbrauchertexte… Als Jurist muss ich mich konzentrieren, einen Paragraphen zu lesen, der bis zu 10 Seiten lang sein kann und der ohnehin kompliziert ist. Die hat von der juristischen Praxis 0,00 Ahnung.

    • …naja, dann kommt es doch auf das bisschen Gendern nicht an, wenn Sie das hinbekommen, einen 10-seitigen Paragraphen zu lesen und zu verstehen…. Sie schaffen das schon, bin ich mir sicher…. ;- )

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