Bad Salzschlirf informierte zu Gefahren aus Starkregenereignissen

Diplomingenieur Andreas Blank. Foto: Christian Bornträger

Im Rahmen des Klimawandels steigen auch die Risiken aus Starkregenwetter. Die Gemeinde Bad Salzschlirf hat diese Risiken analysieren lassen, um Abwehrmaßnahmen zu erarbeiten. Gefördert wird das Konzept aus Mitteln der Klimaschutzrichtlinie des Landes Hessen. Das beauftragte Büro hat nun im Kulturkessel erste Ergebnisse für Bürgerinnen und Bürger sowie die Mandatsträger der Gemeinde vorgestellt. Es gibt einiges zu tun: eine Gemeinschaftsaufgabe für Verwaltung und Bürgerschaft, heißt es in einer Mitteilung der Gemeinde.

Bürgermeister Matthias Kübel begrüßte zur Informationsveranstaltung Diplomingenieur Andreas Blank, vom Wiesbadener Büro Ruiz Rodriguez, Zeisler, Blank. Dieser hatte in den zurückliegenden Wochen Wetterdaten sowie Radar- und Befliegungsdaten für den osthessischen Kurort ausgewertet. Hierdurch ergibt sich ein Kartenmaterial, das die gefährdeten Bereiche des Ortes für intensive (Starkregenindex 4) und außergewöhnliche (Starkregenindex 7) Regenereignisse aufzeigt. Einführend erläuterte der Experte jedoch erst einmal das Zustandekommen der Daten sowie den Starkregenindex, der die Regenereignisse statistisch erfasst und klassifiziert. Die beiden erstellten Simulationen gehen davon aus, dass das örtliche Kanalsystem durch die Regenmassen ausgelastet ist. Die Karten zeigen durch farbliche Markierungen die gefährdeten Objekte auf. Sie sind auf der Internetseite der Gemeinde abrufbar. Alle Bürgerinnen und Bürger sind auch dazu aufgerufen, eigene Beobachtungen zu Regenereignissen und den Fließwegen des Regenwassers zu melden. Dafür steht die zentrale Mailadresse des Bauamtes der Gemeinde (bauamt@badsalzschlirf.de) zur Verfügung. Die Beobachtungen und Fragen können noch bis zum 28.10.2023 eingereicht werden, um sie durch das beauftragte Büro auswerten zu lassen.

Blank machte deutlich, dass die Gefahren durch extreme Wetterereignisse nicht nur ein Handeln der Gemeindeverwaltung erfordern, sondern individuelle Abwehrmaßnahmen der Hauseigentümerinnen und –eigentümer. Etwa durch den Einbau von Rückschlagklappen oder die Sicherung von Kellertüren und Lichtschächten. Besonders gefährdete Objekte werden durch die Verwaltung noch gesondert informiert werden. Bürgermeister Kübel zeigte auf Nachfragen aus der Bürgerschaft auf, welche Maßnahmen die Gemeinde bereits ergriffen hat und noch plant. Für die Abarbeitung der Präventionsvorschläge des Fachbüros werden in 2024 zusätzliche Haushaltsmittel bereitgestellt. Aber bereits die Errichtung des Regenüberlaufes in der Fuldaer Straße oder die Instandsetzung der Regenrückhaltebecken des Zweckverbandes Gruppenklärwerk am Ortsausgang von Landenhausen und in der Riedstraße trügen zur Verarbeitung von Regenmassen bei. Außerdem werde Bad Salzschlirf in Kürze an das durch den Landkreis Fulda aufgebaute Frühwarnsystem angeschlossen, das Wetter- und Kanaldaten sowie Flusspegel überwacht. Auch bei den Präventivmaßnahmen habe Bad Salzschlirf bereits einiges durchgeführt. Etwa die Herstellung von Gründächern auf kommunalen Gebäuden, die etwa 25 Liter Wasser pro Quadratmeter aufnehmen. Bei einem Regenereignis der Stufe 4 gehen 40 Liter/ m²in der Stunden nieder. Andreas Blank rief abschließend noch einmal alle Teilnehmer dazu auf, die Informationen an interessierte Nachbarn und Freunde weiter zu geben. Dazu sei auch eine Internetseite erstellt worden, die das Kartenmaterial sowie weiterführende Informationen zur Verfügung stellt, heißt es in der Mitteilung. +++