Ausbildungsstart und Pressemitteilungen: Warum gleiche Regeln für alle notwendig sind

Der Ausbildungsstart ist für Unternehmen ein bedeutender Moment. Neue Auszubildende stehen für Zukunft, Investitionen und die Hoffnung, dem Fachkräftemangel mit eigener Ausbildung zu begegnen. Entsprechend groß ist das Interesse vieler Betriebe, diesen Schritt öffentlich sichtbar zu machen. Daran ist nichts auszusetzen. Problematisch wird es jedoch, wenn sich bei der Verbreitung solcher Pressemitteilungen ein System etabliert, das unterschiedliche Maßstäbe schafft und den fairen Wettbewerb zwischen Nachrichtenplattformen verzerrt.

Genau an diesem Punkt setzt die neue Regelung für die Veröffentlichung von Pressemitteilungen an. Künftig werden Mitteilungen über neue Auszubildende nach einem einheitlichen Verfahren behandelt. Entscheidend ist dabei nicht der Inhalt einer Pressemitteilung, sondern die Art ihrer Veröffentlichung. Werden Unternehmensmitteilungen auch von anderen Nachrichtenportalen kostenfrei veröffentlicht, erscheinen sie selbstverständlich weiterhin kostenfrei auf unserer Plattform. Anders verhält es sich bei Pressemitteilungen, deren Veröffentlichung bei Mitbewerbern kostenpflichtig war. In diesen Fällen wird eine kostenfreie Veröffentlichung künftig nicht mehr angeboten. Unternehmen können ihre Mitteilung stattdessen für 349 Euro netto veröffentlichen. Sie wird eine Woche lang auf der Startseite in einem festen Bereich unter „Advertorials“ im Randomprinzip ausgespielt, der Artikel bleibt darüber hinaus dauerhaft und zeitlich unbegrenzt online abrufbar.

Diese Entscheidung ist keine Reaktion auf einzelne Unternehmen. Sie ist vielmehr die Konsequenz aus einer Entwicklung, die sich seit geraumer Zeit verfestigt hat. Immer häufiger werden Pressemitteilungen rund um den Ausbildungsstart und andere grundsätzlich berichtenswerte Unternehmensereignisse nicht mehr allein nach ihrem Nachrichtenwert verbreitet, sondern nach den wirtschaftlichen Interessen einzelner Plattformen. Dadurch entstehen unterschiedliche Bedingungen für identische Inhalte. Wer auf einem Nachrichtenportal für die Veröffentlichung bezahlt, profitiert häufig zugleich davon, dass derselbe Inhalt auf anderen Plattformen kostenlos zusätzliche Reichweite erzielt. Aus Sicht der Unternehmen mag dieses Vorgehen nachvollziehbar sein. Für einen fairen Wettbewerb zwischen Medien ist es das jedoch nicht.

Die nun eingeführte Regelung ist deshalb weit mehr als eine Preisentscheidung. Sie ist der Versuch, gleiche Spielregeln für alle zu schaffen. Transparenz bedeutet auch, wirtschaftliche Zusammenhänge offen zu benennen. Redaktionelle Arbeit, technische Infrastruktur und die kontinuierliche Pflege einer professionellen Nachrichtenplattform verursachen Kosten. Gleichzeitig bleibt es selbstverständlich möglich, Pressemitteilungen kostenfrei zu veröffentlichen – allerdings nur dann, wenn sie auch auf anderen Nachrichtenportalen kostenfrei erscheinen. Der Maßstab gilt für alle gleichermaßen.

Die Entscheidung ist der Redaktion nicht leicht gefallen. Wir bedauern diesen Schritt ausdrücklich. In den vergangenen Monaten haben wir wiederholt versucht, Unternehmen davon zu überzeugen, dass kostenpflichtige Veröffentlichungen auf anderen Plattformen weder im Interesse einer unabhängigen Berichterstattung noch im Sinne einer möglichst großen Reichweite sind. Diese Bemühungen sind jedoch ohne Erfolg geblieben. Mit der nun eingeführten Regelung schaffen wir künftig für alle Beteiligten transparente und einheitliche Rahmenbedingungen bei der Veröffentlichung von Pressemitteilungen.

Letztlich geht es nicht darum, Unternehmen die Möglichkeit zu nehmen, ihre Auszubildenden oder andere wichtige Entwicklungen öffentlich vorzustellen. Es geht darum, gleiche Voraussetzungen für vergleichbare Inhalte zu schaffen. Wer Transparenz fordert, sollte sie auch selbst praktizieren. Einheitliche Regeln schaffen Verlässlichkeit, stärken die Glaubwürdigkeit und sorgen dafür, dass wirtschaftliche Entscheidungen nachvollziehbar bleiben. Das ist kein Nachteil für Unternehmen, sondern ein Gewinn für einen fairen Umgang miteinander. +++


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