Der Shut-Down im Zuge der Corona-Pandemie hemmt ebenfalls die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt. Im Vergleich zum Vorjahr waren bei den hessischen Agenturen für Arbeit im April 2020 rund 2.700 Bewerber/innen (- 7,8%) sowie 2.100 Ausbildungsstellen (- 6,5%) weniger gemeldet. Zum Stichtag im April wurden 31.527 Bewerberinnen und Bewerber bei den hessischen Agenturen für Arbeit gezählt. Ihnen standen 30.652 betriebliche Ausbildungsstellen gegenüber.
Deutlich weniger junge Menschen konnten bisher in eine Ausbildung einmünden als noch im letzten Jahr: -15,5 Prozent oder 1.020 Personen. Gleichzeitig wurden weniger Ausbildungsstellen gemeldet. Insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe (-680) und im Handel (-500) machte sich der Rückgang zum Vorjahr bemerkbar. Ebenfalls leicht rückläufig ist die Zahl junger Menschen mit Fluchthintergrund, die eine Ausbildungsstelle suchen. Im April belief sich ihre Zahl auf 2.356 und somit -11,6 Prozent oder 309 weniger als 2019. Lediglich 190 konnten bisher einen Ausbildungsvertrag unterschreiben.
Dr. Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen appellierte bereits im letzten Monat an die hessischen Ausbildungsbetriebe, ihre Ausbildungsaktivitäten nicht auszusetzen. Den Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen betrachtet Martin mit Sorge: „Falls sich diese Entwicklung weiter fortsetzt und es uns nicht gelingt, jungen Menschen, die ausbildungswillig sind, einen Ausbildungsplatz zu vermitteln, steuern wir auf eine weitere Verschärfung des Fachkräfteproblems zu. Die Nachwuchssorgen waren bereits vor der Corona-Krise offenkundig. Es wäre fahrlässig, jetzt auf Azubis zu verzichten. Die demografische Entwicklung lässt sich nicht zurückdrehen. Viele Arbeitnehmer werden in den nächsten Jahren in Rente gehen und müssen ersetzt werden. Das geht nur, wenn kontinuierlich in die Ausbildung und Qualifizierung künftiger Generationen investiert wird.“
Jugendliche, die in diesem Jahr die Schule beenden und bislang noch keinen Ausbildungsplatz haben, rät Martin dringend, sich umgehend bei den hessischen Arbeitsagenturen zu melden: „Unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater stehen jungen Menschen, Eltern und Lehrern mit Rat und Unterstützung zur Seite. Wer noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat oder wenn die Ausbildungszusage eines Unternehmens zurückgenommen wurde, kann sich an unseren telefonischen Beratungsservice wenden.“ +++
Das könnte Sie auch interessieren
Forsa-Umfrage: Union bleibt bei 19 Prozent – AfD vorn, Vertrauenskrise wächst
Stromsteuersenkung für Haushalte: Was das Kanzler-Versprechen den Bürgern wirklich spart
Inflation steigt auf 3,3 Prozent: Energiepreise treiben Teuerung im September
IWF hebt Wachstumsprognose für Deutschland an: Hoffnungsschimmer mit Risiken aus Bangkok

and then
Hinterlasse jetzt einen Kommentar