„Auf gute Nachbarschaft!“ – Verein Leben und Arbeiten weiht inklusives Wohnprojekt ein

Ziel ist es, ein selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung

Foto: privat

Ein ganz selbstverständliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung – das ist das Ziel des Vereins Leben und Arbeiten in Neuhof. Eine wichtige Etappe auf dem Weg zur inklusiven Gemeinde ist das neue Wohnprojekt, das an diesem Sonntag, 22. Mai 2022, im ehemaligen evangelischen Pfarrhaus eingeweiht wird. Zum Einweihungsfest sind alle Neuhoferinnen und Neuhofer herzlich willkommen. Wo früher Pfarrerinnen und Pfarrer mit ihren Familien lebten, wohnen seit rund zwei Wochen Menschen mit einer Behinderung.

Das neue Wohnprojekt vom Verein „Leben und Arbeiten in Neuhof“ bietet im Alten Pfarrhaus der evangelischen Gemeinde vier inklusive Apartments an. Die Unternehmer Christoph und Michael Happ hatten die Immobilie in der Albert-Schweitzer-Straße in Neuhof, die in den vergangenen Jahren nur noch als Büro genutzt wurde, im Dezember 2021 erworben und auf eigene Kosten in Sozialwohnungen umbauen lassen. Die Brüder vermieten das Gebäude nun langfristig und zu einem günstigen Preis an den Verein Leben und Arbeiten in Neuhof.

Zum 1. Mai 2022 sind bereits die ersten Mieter eingezogen. „Der Umbau lief dank des großen Engagements der Familien Happ in Rekordgeschwindigkeit“, berichtet der Vereinsvorsitzende Andree Literski. „Jetzt freuen wir uns sehr, dass schon die ersten drei Mieterinnen und Mieter aus dem Netzwerk antonius : gemeinsam Mensch in das frisch renovierte Haus einziehen konnten. Für alle drei bedeutet der Einzug einen deutlichen Zugewinn an Selbstständigkeit und Selbstbestimmung.“

Ein möglichst selbstständiges Leben für Menschen mit Behinderungen

Der Mieter Felix Höhl etwa ist Neuhofer mit Herz und Seele und ganz begeistert davon, wieder in seiner Heimat- und Wunschgemeinde leben zu können. Als aktives Mitglied im Neuhofer Musikverein und Karnevalsverein gehört er sowieso fest zur Gemeinde dazu und kann nun auch seine Freunde und Eltern vor Ort zu Fuß besuchen. Zu seinem Arbeitsplatz im Herz-Jesu-Krankenhaus fährt der 29-Järhige, der Lernschwierigkeiten hat, eigenständig mit Bahn und Bus. „Als ich mich endlich als Neuhofer Bürger anmelden konnte und dann noch einen Gruß vom Bürgermeister bekommen habe, war ich richtig glücklich“, sagt er. Auch seine neuen Zimmernachbarn Benedikt Enders, der im GestaltenWerk von antonius arbeitet und zum ersten Mal von zuhause auszieht, und Sabrina Schlag, die aus dem stationären Wohnen in Eichenzell kommt, genießen den neuen Zugewinn an Freiheit: Endlich eine eigene Wohnung mit Küche, Bad und eigener Haushaltsführung. Assistenzkräfte kommen nach Bedarf täglich für mehrere Stunden ins Haus und begleiten die jungen Menschen im Alltag. Die Unterstützung reicht von praktischen haushälterischen Tätigkeiten bis zur Freizeitgestaltung.

Neuhof ist „Kommune der Vielfalt“

Das Besondere: Eine sogenannte „Inklusionsnetzwerkerin“ von antonius begleitet das Projekt, initiiert Sozialraumarbeit und baut Brücken zwischen den Bewohnern des Alten Pfarrhauses, den Unternehmen und den Neuhofer Bürgern. Bereits seit vier Jahren engagiert sich der Verein in Neuhof für Diversität und Toleranz und bietet vielfältige barrierefreie Anlässe der Begegnung wie beispielsweise Kaminabende oder Unternehmensforen. 2021 erhielt Neuhof für dieses Engagement die Auszeichnung „Kommunen der Vielfalt“. „Wir sind unglaublich stolz darauf, wie toll sich Neuhof entwickelt“, sagt Inklusionsnetzwerkerin Kathrin Müller. „Bürgermeister Heiko Stolz und Pfarrer Dr. Dagobert Vonderau gehören zum Vorstand unseres Vereins, beide kirchlichen Gemeinden bringen sich sehr aktiv ein und wir erfahren eine große Unterstützung und Interesse von Neuhofer Unternehmen und der Bürgerschaft. Die neuen Bewohnerinnen und Bewohner wurden wie jeder andere Nachbar auch willkommen geheißen und gehören schon jetzt fest zum Gemeindebild dazu. Das Leben ist nun mal vielfältig – hier in Neuhof arbeiten wir Schritt für Schritt daran, dass auch das Zusammenleben vielfältig sein darf.“

Gemeint ist damit, dass Menschen mit Behinderung nicht mehr nur zentralisiert in entsprechenden Einrichtungen und Wohngruppen leben, sondern ganz selbstverständlich mitten in den Kommunen und Gemeinden. Leben und Arbeiten ist ein echter Leuchtturm für die Inklusion. Die im Verein verankerte Kooperation von Bürgermeister, Vereinsvorsitzenden und antonius zahlt sich aus und schafft solche großartigen Inklusionsprojekte vor Ort.

Einweihungsfest für alle am 22. Mai 2022

An diesem Sonntag, 22. Mai 2022, weiht der Verein Leben und Arbeiten Neuhof das neue Wohnprojekt im Alten Pfarrhaus offiziell ein. Die für alle offene Veranstaltung findet am Pfarrhof hinter der evangelischen Kirche statt und beginnt um 14.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst. Nach der Andacht gibt es Livemusik mit Jan Wehner und Gegrilltes. „Wir wollen anstoßen auf eine gute Nachbarschaft und Begegnungen zwischen den Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen“, lädt Inklusionsnetzwerkerin Kathrin Müller alle Interessierten ein. „Eine liebe Nachbarin von gegenüber hat sich bereits angeboten, das Kaffeekochen für das Fest zu übernehmen – die ersten Bande sind also schon geknüpft!“ +++ pm/ja

Hinweis: Dies ist eine kostenfreie Veröffentlichung einer Pressemitteilung.

Coronadaten

Letzte Aktualisierung: 28.09.2022, 05:22 Uhr
 Inzidenz7-Tage-Fallzahl
Fulda
718,3 ↑1606
Vogelsberg508,2 ↑537
Hersfeld
255,5 ↓307
Main-Kinzig515,7 ↑2184

Sie können uns jederzeit Leserbriefe zukommen lassen. Diskutieren kann man auf Twitter oder Facebook