Auf der Suche nach Resten eines alten Stadtturms

Archäologische Untersuchungen an der Dalberg-/Gutenbergstraße starten

Das Gelände wird nun erst einmal archäologisch gründlich untersucht.

Fulda. Ein jahrzehntelang als Parkplatz verpachtetes Areal in der Fuldaer Innenstadt soll zu einem Naherholungs- und Geschichtserlebnisort werden: Die Grünfläche entlang der Stadtmauer zwischen Dalbergstraße, Florengasse und Gutenbergstraße könnte künftig eine kleine Oase inmitten des geschäftigen Treibens und der vielbefahrenen Dalbergstraße (B458) bilden.

Bevor jedoch über die künftige Gestaltung im Detail nachgedacht werden kann, wird das Gelände nun erst einmal archäologisch gründlich untersucht. Aufgrund von historischen Quellen ist davon auszugehen, dass man auf diesem Gelände auf Fundamente eines alten Stadtturms stoßen wird. Daneben soll die Stabilität der Mauer statisch untersucht werden. Die Arbeiten beginnen am Montag, 10. April. Das Gelände ist deshalb bereits seit einiger Zeit eingezäunt.

Je nach den Ergebnissen der Grabungen ist vorstellbar, dass bei der künftigen Gestaltung des Areals bestimmte Aspekte der Stadtgeschichte, etwa für Schulklassen und alle historisch Interessierte, lebendig erfahrbar wird – schließlich handelt es sich bei dem Mauerabschnitt zwischen Florengasse und Gutenbergstraße um den längsten erhaltenden Teil der ehemaligen Fuldaer Stadtbefestigung. Historisch interessant ist das Gelände auf deshalb, weil auf einem Teil der Fläche bis zu seinem Abriss das alte Kolpinghaus seinen Standort hatte. +++ (pm)

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Zieherser Hof

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3 Kommentare

  1. Abriss ist hier das Stichwort: jahrelang hat man sich in Fulda SEHR investorenfreundlich gezeigt. Ich erinnere nur mal an die ehem. ADECCO Zentrale am Abtstor, wo vor einigen Jahren historische Bausubstanz platt gemacht wurde, da ADECCO sonst woanders hin gegangen wäre. Und dann? Sind die nach Berlin abgehauen. Und Fulda stand da wie ein gebeutelter Fischverkäufer: es stinkt, aber keiner weiß mehr warum.

    Oder der Streit um den Abriss der grünen Au. Mir fallen viele weitere Abrissunternehmungen ein, wo der Denkmalschutz für die Fuldaer Investoren schnell mal mit dem Bagger beiseite geräumt wurde. Daß dabei viel vom alten Fulda verloren gegangen ist – wen kümmerts?

    Und heute? Da an der o.g. Stelle keiner mehr den Parkplatz braucht, darf der Archäologe die Reste dessen, was da mal war, als tolle Kulisse für einen Lehrpfad verwenden. Absolut toll!

    Für die Bewahrung alter Bausubstanz in Fulda im Sinne des Denkmalschutzes eher ein Armutszeugnis.

    • Oh, du armer Fuchs!
      Damit wird die Stadtpolitik nicht humaner und grüner. Nackten Statuten gab und gibt man ein Feigenblatt!
      Zwar ist die barocke Frucht Fuldas die Ananas, aber die Feigenblätter wachsen seit Jahrhunderten in der heimischen Stadtpolitik.

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