Anwohner gewarnt: AfD grenzt sich vor Treffen klar ab – Sorge wegen Protestaufrufen wächst

Foto: fdi-Mediendienst

Es ist ein Wochenende mit Zündstoff, das auf Johannesberg zukommt – und der AfD-Kreisverband Fulda geht jetzt in die Offensive. Noch bevor die geplante Gründungsveranstaltung der Jugendorganisation der AfD in Hessen überhaupt beginnt, werden die Anwohner direkt informiert. Der Ton: sachlich, aber unmissverständlich. Die Botschaft: Wir sind vorbereitet – aber nicht verantwortlich für das, was draußen passiert.

Der Hintergrund ist brisant. Öffentliche Aufrufe zu Gegenprotesten machen die Runde, insbesondere vom Verein „Fulda stellt sich quer e.V.“, der zur Teilnahme an Aktionen rund um die Veranstaltung mobilisiert. Für den Kreisverband ein klares Signal, frühzeitig Position zu beziehen. In einem Schreiben wird betont, dass man ausschließlich Veranstalter der eigenen Versammlung in den vorgesehenen Räumen sei. Alles, was sich außerhalb abspielt – Demonstrationen, Aktionen oder mögliche Entwicklungen im öffentlichen Raum – liege außerhalb des eigenen Einflussbereichs. Eine Verantwortung dafür werde nicht übernommen.

Gleichzeitig zieht die AfD eine klare Linie: Sollte es im Umfeld zu Spannungen oder Störungen kommen, hätten diese ihren Ursprung nicht in der eigenen Veranstaltung. Man distanziere sich ausdrücklich von jeder Form von Unruhe oder Eskalation.

Dass diese Worte nicht ohne Vorgeschichte kommen, zeigt der Blick zurück. Bereits im Februar hatte „Fulda stellt sich quer e.V.“ im Umfeld einer AfD-Veranstaltung dazu aufgerufen, den Wahlauftakt „zu vermiesen“. Damals kam es tatsächlich zu Störungen durch einzelne Teilnehmer. Sogar eine Gedenkminute wurde unterbrochen, mehrere Personen mussten schließlich von der Versammlung ausgeschlossen werden. Ein Ablauf, der beim Kreisverband offenbar nachwirkt.

Entsprechend angespannt ist nun der Blick auf die aktuelle Mobilisierung. Vor allem die Wortwahl in den öffentlichen Aufrufen und deren Reichweite sorgen für Besorgnis. Aus Sicht des Kreisverbands tragen diese Entwicklungen nicht zur Deeskalation bei, sondern könnten die Lage zusätzlich anheizen.

Dabei verweist die AfD auch auf die grundsätzlichen Zuständigkeiten: Für Versammlungen im öffentlichen Raum seien die jeweiligen Veranstalter und die zuständigen Behörden verantwortlich. Die eigene Veranstaltung dagegen sei überschaubar organisiert und in der Vergangenheit in vergleichbaren Fällen ruhig verlaufen. Auch für das kommende Wochenende erwarte man einen geordneten Ablauf – zumindest innerhalb der eigenen Räumlichkeiten.

Am Ende steht ein klares Ziel: Mit der frühzeitigen Information will der Kreisverband Transparenz schaffen und mögliche Verunsicherung bei den Anwohnern reduzieren. Ob das gelingt oder ob die Spannungen tatsächlich auf die Straße getragen werden, wird sich zeigen – die Voraussetzungen für ein unruhiges Wochenende sind jedenfalls da. +++


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