Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, sieht in dem Prozess gegen den Synagogen-Attentäter von Halle „eine große Chance, über die tiefe Verwurzelung des Antisemitismus in der Gesellschaft“ zu sprechen. „Ich erhoffe mir, dass von dem Verfahren eine gesellschaftliche Debatte ausgeht, in der die Frage nach den Hintergründen aufgeworfen und der in der Gesellschaft latent vorhandene Antisemitismus beleuchtet wird – ebenso wie die Art und Weise, wie Menschen sich im Internet radikalisieren, ohne dass andere dies mitbekommen“, sagte Klein dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Mit dem zuletzt vom Bundestag verabschiedeten Gesetz gegen Hass und Hetze im Internet gebe es nun ein weiteres wichtiges Instrument, um Antisemitismus konkret zu bekämpfen: „Davon erwarte ich maßgebliche Erfolge.“ Gespräche mit Politikern, die Drohmails erhielten, zeigten ihm, „dass dieses Milieu zurückweicht, wenn es Gegendruck bekommt und auch mal der Polizeiwagen vor der Tür steht“. Allerdings müssten Betroffene öfter als bisher zur Polizei gehen, sagte der Beauftragte mit Sitz im Bundesinnenministerium. Und die Bemühungen des Staates fruchteten nicht ohne eine wachsame und mutige Zivilgesellschaft „Es muss unangenehm werden für Menschen, die sich antisemitisch äußern. Sie werten das Schweigen der Mehrheit allzu sehr als Zustimmung.“ +++
Das könnte Sie auch interessieren
Mögliche Teilwiederholung der Wahl zum Fuldaer Ausländerbeirat wegen auffälliger Briefwahlergebnisse
Demonstrationen gegen Wehrpflicht - Kaum Resonanz in Fulda
Google führt Funktion für bevorzugte Nachrichtenquellen ein
Neue Hoffnung für Herzpatienten: Klinikum Fulda etabliert innovative ICD-Technik
Sperrungen wegen des Challengelaufs 2026

Hinterlasse jetzt einen Kommentar