Für Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hängt die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur in der Union weniger an den Parteipräsidien, sondern mehr an der Stimmung der Basis. „Es kommt gar nicht so sehr darauf an, was die Präsidien der CDU und CSU sagen“, sagte Altmaier in der Sendung „Frühstart“ von RTL und n-tv. Präsidien stünden immer zu ihren Vorleuten. „Es kommt darauf an, dass wir eine Lösung finden, die von weiten Teilen der Union getragen werden kann“, fügte der Wirtschaftsminister hinzu. Die Spitzengremien von CDU und CSU kommen am Montag im Laufe des Tages zusammen, um sich über die K-Frage auszutauschen. Abschließende Abstimmungen sind dabei noch nicht geplant.
Bosbach: Entscheidung in K-Frage bereits gefallen
Für den CDU-Innenpolitiker Wolfgang Bosbach ist die Entscheidung über den Kanzlerkandidaten der Union de facto bereits zugunsten von CDU-Chef Armin Laschet gefallen. „Ich gehe davon aus, dass er große Unterstützung im Präsidium bekommen wird“, sagte Bosbach in der „Bild“-Sendung „Die richtigen Fragen“. Alles andere könne er sich nicht vorstellen. „Denn das wäre eine faktische Demontage des eigenen Parteivorsitzenden. Und ich glaube auch nicht, dass es die CSU dann auf ein Fingerhakeln mit der CDU ankommen lassen wird.“ CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt warb unterdessen für seinen Parteivorsitzenden Markus Söder. „Ich bin dafür, dass wir eine Lösung finden, die uns am Schluss eine maximale Mobilisierung unserer Wählerschaft ermöglicht, die ein möglichst bestes Wahlergebnis schafft“, sagte Dobrindt in der „Bild“-Sendung. „Ich traue Markus Söder natürlich zu, dass er das kann. Die Umfragen sprechen auch dafür.“ Jetzt müsse man abwarten, wie sich die Debatte in dieser Woche entwickle. Die Meinungsbildungen würden in der CDU, in der CSU und in der gemeinsamen Fraktion stattfinden. Danach werde man Bewertungen vornehmen. CDU und CSU hätten jedenfalls „zwei herausragende Kandidaten“. Das sei „besser als ein Olaf“, sagte der CSU-Politiker unter Anspielung auf den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz. Sicher war sich Dobrindt, dass die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur nicht bereits am Montag fällt. +++

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