Alternative zum womöglich angestrebten Suizid aufzeigen

Krankengenesung und palliative Begleitung sind die Ziele

Nachdem der Deutsche Ärztetag kürzlich das berufsrechtliche Verbot zur Beihilfe beim Suizid aufgehoben hat, hat der Fuldaer Diözesan-Caritasdirektor Dr. Markus Juch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Caritas-Landesarbeitsgemeinschaft katholischer Krankenhäuser in Hessen zu diesem Schritt kritisch Stellung genommen. Die Ärzteschaft, so Juch in seiner Anmerkung, käme damit zwar einem entsprechenden Urteil des Bundesverfassungsgerichtes von Februar 2020 nach, jedoch gäbe es noch keine neue gültige gesetzliche Regelung, die man klugerweise hätte einfach abwarten können.

„Der Ärztetag betonte bei seiner Entscheidung selbst schon, dass es eigentlich die ureigene Aufgabe der Ärzteschaft sei, Gesundheit und Leben zu erhalten, und dass kein Arzt gegen seine Überzeugung zu einer Hilfestellung beim Suizid verpflichtet werden könne.“ Das ist auch ganz klar die Linie in den hessischen katholischen Krankenhäusern. In diesen geht es immer um eine qualitativ hochwertige palliative Begleitung und nicht um den assistierten Suizid.

Der Caritas-Landesarbeitsgemeinschaft als Interessensvertretung sind hessenweit 18 Krankenhauseinrichtungen mit insgesamt über 3.800 Betten und knapp unter 9.000 Mitarbeitenden angeschlossen. In dieser Eigenschaft als Sprachrohr der Krankenhäuser regte die AG jetzt an, in den drei in ihrer Zuständigkeit liegenden Bistümern Fulda, Limburg und Mainz eine gemeinsame Informationskampagne zum Thema „Assistierter Suizid“ zu initiieren. Unter dem Motto „Wir haben bessere Möglichkeiten“, so schlugen es AG-Vorsitzender Juch und der AG-Geschäftsführer, Hubert Connemann, vor, wolle man für eine dem Leben zugewandte Versorgung der schwerstkranken und am Lebensende stehenden Menschen werben: Ziel dabei müsse es sein, diesen Betroffenen eine Alternative zum womöglich angestrebten Suizid aufzuzeigen – nämlich die Begleitung mit einer würdevollen Palliativ-Behandlung, flankiert durch Pflege und Seelsorge, so wie es in vielen Kliniken auch praktizierter Alltag sei.

„Alle Menschen sollten stets in der Gewissheit leben können, dass sie bis zuletzt gewollt sind, und dass sie – wenn es so weit ist – auch sicher eine Begleitung erfahren, die ihren Bedürfnissen entspricht“, unterstrich Juch. Das weitere Vorgehen zu dem Thema und die mögliche Informationskampagne sind nun Gegenstand der Diskussion in den Gremien der drei Bistümer und der Hessen-Caritas.

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