Alle Bundesländer wollen Impfzentren im September schließen

Mit dem Ende der Finanzierung durch den Bund wollen alle Bundesländer den Betrieb ihrer Impfzentren einstellen. Das schreiben die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ unter Berufung auf alle 16 Landesgesundheitsministerien. Demnach wird voraussichtlich kein Land seine zentralen Impfstellen über Ende September hinaus auf eigene Kosten betreiben. Das Gesundheitsministerium in Thüringen teilte auf RND-Anfrage mit: „Für die Zukunft setzen wir nicht mehr allein auf das Netz an Impfstellen, sondern schaffen mehr niedrigschwellige Angebote genau dort, wo viele Menschen sind.“

In Thüringen gibt es insgesamt 33 Impfzentren, davon vier überregionale. Drei der vier überregionalen Impfzentren in Thüringen schließen bereits zum 31. August. Aus Nordrhein-Westfalen hieß es: „Grundsätzlich soll nach der Schließung der Impfzentren das Impfen von den Impfzentren regelhaft in die Arztpraxen übergehen.“ Die Impfungen könnten dann im Regelversorgungssystem erfolgen. Die Gesundheitsministerkonferenz hatte am 28. Juni eine Neuausrichtung der Nationalen Impfstrategie beschlossen. So sollten Impfzentren geschlossen, in ihrer Anzahl oder Kapazität reduziert und der Schwerpunkt auf mobile Impfteams gesetzt werden. Die Bundesländer sollten zudem sicherstellen, dass die Impfkapazitäten in kurzer Zeit wieder hochgefahren werden können. Dazu teilte etwa das Gesundheitsministerium in Schleswig-Holstein dem RND mit: „In Schleswig-Holstein wird die Ausrüstung der Impfzentren so eingelagert, dass bei Bedarf kurzfristig auch wieder zusätzliche Impfangebote realisiert werden könnten.“ Im Saarland sollen die Impfzentren Saarlouis und Neunkirchen in einen „Stand-by-Modus“ versetzt werden, so das zuständige Gesundheitsministerium. Immer wieder wurde in den letzten Monaten Kritik an den hohen Kosten der Impfzentren laut. Der Bund beteiligt sich zur Hälfte an den Kosten, die Finanzierung wurde in einer Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums vom Mai 2021 geregelt und dort bis Ende September 2021 festgelegt.

Verbraucherzentralen warnen vor falschen Impfangeboten

Die Verbraucherzentralen warnen vor Betrug mit falschen Impfangeboten. „Manche Menschen klingeln gerade in den sozialen Brennpunkten an Haustüren, um vermeintliche Impfungen zu verkaufen. Am Ende ist das Geld weg, eine Impfung gibt es nicht“, sagte Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Um solchen Machenschaften einen Riegel vorzuschieben, forderte Deutschlands oberster Verbraucherschützer interessanter Weise ein Verbot von Haustürgeschäften. „Unerwünschte Haustürgeschäfte gehören verboten“, sagte Müller. Laut einer VZBV-Umfrage würden 98 Prozent der Verbraucher unangekündigte Haustürgeschäfte ohnehin als nicht geeignet für einen Vertragsabschluss ansehen. „Wer unangefordert bei mir klingelt, stört meine Privatsphäre, das geht nicht“, sagte Müller. Vor allem Senioren seien häufig von der Masche betroffen. „Die Zielgruppe der Abzocker sind oft ältere Menschen, die zu höflich sind, um die Tür zuzuknallen – was in solchen Fällen der beste Rat wäre“, sagte der VZBV-Vorstand. Neben einem Verbot von Haustürgeschäften forderte Müller Haftungsregeln für Online-Marktplätze und schärfere Regeln bei telefonischen Vertragsabschlüssen. Hier hatte der Bundestag in seiner letzten Sitzungswoche jüngst härtere Maßnahmen beschlossen und den Abschluss von Telefon- und Energieverträgen per Telefon erschwert. Nun würden Verbraucher aber verstärkt Angebote zu Finanzprodukten erhalten, berichtete Müller. „Auch hier muss die Politik klare Kante zeigen“, sagte Deutschlands oberster Verbraucherschützer.

Lauterbach erwartet mehr Corona-Infektionen durch Lokführerstreik

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat den angedrohten erneuten Bahnstreik wegen der Pandemie kritisiert. „Der Streik der Lokführer wird zu mehr Corona-Infektionen führen“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Überfüllte Züge würden erheblich zur Weiterverbreitung der Delta-Variante beitragen. Ein Tarifstreit „in dieser Form auf dem Rücken der gesunden Bevölkerung ist ziemlich rücksichtslos“, kritisierte Lauterbach. „Es hätte Wege geben, andere Bereiche oder Abteilungen der Bahn wirksam zu bestreiken und gleichzeitig das Gesundheitsrisiko gering zu halten. Aber das war offenbar von vornherein nicht geplant“, bemängelte Lauterbach. Es gehe der Gewerkschaft offenbar auch „um möglichst viel Außenwirkung“. +++

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