VIVIE ANN

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Wann:
24. Februar 2018 um 21:00 – 22:00 Europe/Berlin Zeitzone
2018-02-24T21:00:00+01:00
2018-02-24T22:00:00+01:00
Wo:
Lindenstraße 38
36037 Fulda
Deutschland

Halbe Sachen sind nicht Vivie Anns Ding. Waren es noch nie. Einmal, als kleines Mädchen, malte sie Gesichter auf Bäume, die gefällt werden sollten. Damit wollte die Siebenjährige der pragmatischen Erwachsenenwelt auf ihre phantasievolle Weise zeigen, dass auch Bäume lebendig sind und nicht grundlos gerodet werden sollten. Schon damals mit Erfolg: Fährt man durch ihr kleines Heimatdorf, kann man die Bäume mit den bunten Gesichtern heute noch dort stehen sehen.

So willensstark, wie sie sich als kleines Mädchen für die Natur einsetzte, so strebt die heute 25- Jährige die Eroberung der Welt an – mit ihrer Musik: »Für mich gab es nie eine Alternative! Schon immer wollte ich Sängerin – und vor allem: Songwriterin werden«, sagt die charismatische Blonde und zwinkert mit ihren ausdrucksstarken Augen. Nie hat sich Vivie Ann, die in ihrer Wahlheimat Hamburg lebt, bei der Verfolgung ihres Ziels desillusionieren lassen, hat immer groß gedacht. Zum Glück! Denn in einer Welt, in der Kritiker, Ängstliche und Zweifler immer ein großes Forum haben, sind Menschen wie Vivie Ann Balsam. Was sie dabei so glaubwürdig macht: Auch sie kennt Angst – und benennt sie: »Angst ist einer meiner stetigen Begleiter. Und das ist auch gut so«, sagt sie. »Ich sehe sie nicht als etwas durchweg Negatives. Es ist wichtig, ihr einen Platz einzuräumen, aber genauso wichtig ist es, sie gehen zu lassen und nach vorne zu schauen.«
Soviel Stärke, Selbstbewusstsein und Authentizität fußt auf starken Wurzeln. Vivie hat – und das ist keine hohle Phrase! – Musik und Bühnenleben zu 100 Prozent mit der Muttermilch aufgesogen. Der Vater Jazz-Pianist und die Mutter Chanson Sängerin mit eigener Gala-Band, war sie seit ihrer Geburt ›on Tour‹. Sie bereiste internationale Bühnen, nannte Backstage-Bereiche ihr zweites Kinderzimmer, traf Musiker, Künstler, Zauberer, Akrobaten. Sie streichelte Schlangen, sah nackte brasilianische Tänzerinnen hautnah und genoss die magischen Momente, in denen die Mutter in ihren glitzernden Paillettenkleidern die Bühne betrat. Wenn es dann spät nach Hause ging, schlief sie im Tourbus schon selig im Keyboard-Case ihres Vaters. Ganz nebenbei sang Vivie und lernte viele Instrumente – nicht perfekt aber gut genug – und kennt das Repertoire der Oldies und Hits der letzten 60 Jahre in- und auswendig. Mit 12 begann sie ihre ersten eigenen Songs mit autobiographischen Texten zu schreiben, probierte sich – egal ob Cover-Titel, Dubstep, Pop, Rock, mit Orchester oder sogar in klassischer Oper – in allen Stilrichtungen als Sängerin, Songwriterin und auf der Bühne. Heute macht Vivie Ann Pop, wie sie selbst sagt. Unter dieser großen Überschrift eint sie ganz spielerisch auch Folk- und Indie – Einflüsse, setzt mit Streichern und Bläsern Akzente, nutzt unterschiedlichste Rhythmen und eingängige Melodien, um mit beeindruckend vielseitiger Stimme ihre wunderschönen und tiefen Texte perfekt in Szene zu setzen.
Vom geliebten Vater erbte Vivie ihren Idealismus, die Kreativität und seine grenzenlose Phantasie – perfektes Rüstzeug für die zielsichere Navigation zu einer erfolgreichen Karriere, die dem eigenen Herzen folgt. »Mich bewegt, wie Songs Menschen berühren können«, sagt sie. »Niemand kommt an Musik vorbei und jeder verbindet mit Musik Erinnerungen und überwindet mit ihr kleine Lebenskrisen. Ich habe von Anfang an davon geträumt, mit meiner eigenen Musik Emotionen zu wecken und Menschen zu berühren. Träume sind unser Antrieb und ich lasse mir den Traum vom Musikmachen nicht nehmen.«

Vivie Ann singt übrigens auf Englisch. »Jeder sagt dir, als Deutsche kannst du kein Englisch singen«, erklärt Sie und lächelt ihr unwiderstehliches Lächeln. »Das sehe ich nicht so: Ich kann mich damit viel besser ausdrücken und finde diese Sprache viel weicher und bildhafter. Außerdem«, sagt sie, »ist Deutschland nicht die Welt«. Ist es nicht ein wunderschöner Traum, dass irgendwann die Sprache der Musik die Welt erobern und regieren könnte? Vivie Ann und ihre Songs sind dann ganz sicher vorne mit dabei. Ihr 2016 erschienenes Debüt-Album “Flowers & Tigers” realisierte Vivie Ann über Crowdfunding. Innerhalb kürzester Zeit gelang es ihr und ihren Mitmusikern die nötige Summe für die Aufnahmen zusammenzubekommen. Diese Unabhängigkeit von größeren Plattenfirmen war der jungen Sängerin sehr wichtig, künstlerische Freiheiten zu erhalten und die Songs so zu produzieren, wie es ihnen gut tat. Kurzerhand wurde für die Veröffentlichung noch ein eigenes Label gegründet und die komplette Promotion aus eigener Hand finanziert. Diesen Weg der Selbstbestimmung will Vivie Ann auch in Zukunft weitergehen. Die nächste Crowdfunding-Kampagne, bei der ihre Fans sie wieder unterstützen können, beginnt Ende Januar 2018. Und dieses Mal setzt Vivie noch einen weiteren Meilenstein: Es steht nicht allein das nächste Album im Fokus sondern besondere Aufmerksamkeit widmet sie in diesem Jahr den von ihr so getauften “OneSis”.

Ganz dem Zeitgeist der Playlisten bei Spotify, Apple Music & Co. entsprechend, werden Titel in dem Moment veröffentlicht, wenn sie fertig sind und Vivie Ann den Drang verspürt, sich mitteilen zu wollen: “Meine Songs sind immer nah an mir dran. Sie spiegeln mein Leben, Stimmungen, Emotionen und Momente wider, die ich verarbeite, festhalte oder für die ich ein Ventil brauche. Üblicherweise dauert es oft viele Monate bis die Songs auf einem Album erscheinen und auch erst in diesem Rahmen live gespielt werden. Da bin ich oft schon wieder in einer anderen Welt, habe bereits neue Songs geschrieben und singe – böse ausgedrückt – über Schnee von gestern! Ich möchte mir die Freiheit nehmen, meine Geschichten zu erzählen, wenn sie mir noch nachts den Schlaf rauben.” Ein “OneSi” ist als Zeitbote zu verstehen, der genau den Moment im Leben einer Künstlerin einfängt und beschreibt, der einer OneSi-Veröffentlichung unmittelbar vorausgegangen ist. “Natürlich wird es auch weiterhin Alben von mir geben,” stellt Vivie Ann klar, “allerdings sehe ich diese dann als eine Art Erinnerung an meine jüngere Vergangenheit, also als eine Sammlung der vergangenen Emotionen. Für den traditionellen Album-Hörer ändert sich also eigentlich nur, dass er einige der Songs schon früher – nämlich direkt nach der Entstehung – hören kann. Am Ende gibt es dann die komplette Sammlung; wie ein Foto-Album, das die schönsten Augenblicke aus dem letzten Jahr festhält.”

Veranstaltungsort: Backstage Jazzclub (Lindenstraße 38, 36037 Fulda)
Veranstaltungszeit: Samstag, 24. Februar 2018, 21:00 Uhr (Einlass: 20:00 Uhr)

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