50 Jahre MKK

„Die Erfolgsgeschichte fortschreiben“

„Die Gebietsreform in Hessen in den 1970er Jahren war begleitet von hoch-emotionalen Diskussionen und großen politischen Verwerfungen, bis hin zu Parlamentssitzungen unter Polizeischutz. Und doch waren die Entscheidungen wichtig und die Ergebnisse richtig“, sagte Landrat Thorsten Stolz im Rahmen eines Festkommerses im Main-Kinzig-Forum anlässlich „50 Jahre MKK“. Vor 250 Vertreterinnen und Vertretern aus allen Bereichen, die den Landkreis ausmachen, warf Stolz Schlaglichter auf die vergangenen fünf Jahrzehnte. Er machte deutlich, dass die Ziele von einst heute umgesetzt und sichtbar seien: zukunftsfähige Städte, Gemeinden und Kreise, eine starke Infrastruktur und leistungsfähige Verwaltungen.

Der Hessische Minister des Innern, für Sicherheit und Heimatschutz Roman Poseck überbrachte die Glückwünsche seitens der Landesregierung und bestätigte die gute Entwicklung des Kreises. „Der Main-Kinzig-Kreis ist in den vergangen 50 Jahren zu einer Marke geworden“, sagte Poseck. Der Kreis stehe „für Ortsnähe, für Identifikation, ist liebenswert und lebenswert und damit für die Menschen von unschätzbarem Wert“. Dem Kreis gelinge es, Politik und Förderung für den städtischen und großstädtischen wie auch für den ländlichen Raum in den Blick zu nehmen, ohne einen Teil des Kreises zu vernachlässigen.

„Entscheidungen sollen vor Ort getroffen werden“, legte Poseck einen Schwerpunkt seiner Rede auf die kommunale Selbstverwaltung. „Hier im Main-Kinzig-Kreis ist diese kommunale Selbstverwaltung mit Leben gefüllt worden.“ Beispielhaft nannte er den Bau der Autobahn und Infrastrukturprojekte jüngeren Datums. Viele der Entscheidungen würden durch Ehrenamtliche diskutiert und nach intensiven Beratungen entschieden, was einen besonderen Dank verdiene, gerade vor dem Hintergrund zunehmend rauerer Kritik. „Was Sie hier tun, ist gelebte Verfassung. Nur so kann eine Demokratie leben.“

In den Grußworten, etwa auch dem des Kreistagsvorsitzenden Carsten Ullrich, wurde mit Dank und Respekt auf die Leistungen der kreispolitisch und weiteren ehrenamtlich Engagierten geblickt. So sei die Entwicklung des Kreises in den zurückliegenden Jahrzehnten von Persönlichkeiten geprägt worden, nicht zuletzt durch die ehemaligen Landräte Hans Rüger, Karl Eyerkaufer und Erich Pipa. Thorsten Stolz blickte zudem nach vorn, „denn die Erfolgsgeschichte wollen und werden wir fortschreiben“: „Die 2020er und 20230er Jahre sind die Jahre des Ausbaus unserer Kreis-Infrastruktur, wenn man nur mal die Beispiele Schienennetz, Gigabitnetz, Medizin und Pflege nimmt.“

Landrat Thorsten Stolz, Minister Roman Poseck und Kreistagsvorsitzender Carsten Ullrich hoben die Bedeutung des Grundgesetzes und der Demokratie, die Werte des Föderalismus sowie die Notwendigkeit von politischem Engagement vor Ort hervor. „Lassen Sie uns noch stärker für unsere Demokratie und unsere Werte streiten. Und lassen Sie uns weiterhin für den Main-Kinzig-Kreis, den schönsten Landkreis der Bundesrepublik Deutschlands, zusammen arbeiten“, brachte Thorsten Stolz die Stoßrichtung auf den Punkt.

Der Festkommers – umrahmt vom Gesangverein Harmonie Lieblos und „Zwei Gelnhäuser Zimmerleuten“ – bildete den Startpunkt des Festwochenendes in und um das Main-Kinzig-Forum. Auf dem Gelände zwischen Kinzig und Barbarossastraße war ab dem Start am Samstagmittag reichlich Musik sowie Kultur- und Kinderprogramm geboten. Der Main-Kinzig-Kreis selbst präsentierte sich in seiner Bandbreite an Themen mit vielen Mitmachangeboten. Und im Rahmen eines Zeitzeugengesprächs brachten Günter Frenz, Landrat a.D. Karl Eyerkaufer, Dr. Rolf Müller und Helmut Weider am Samstagnachmittag noch einmal zahlreiche Anekdoten aus der Kreisgeschichte in Erinnerung. +++ pm

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