
Lautes Hupen, klare Ansagen auf Schildern und ein gemeinsamer, friedlicher Protest: Der Landwirte-Konvoi, zu dem der Kreisbauernverband Fulda-Hünfeld aufgerufen hatte, zog am Mittwoch vom Fuldaer Messegelände über die Frankfurter Straße, die B27 und die A66 bis Neuhof und wieder zurück. Nach Polizeiangaben waren 400 Fahrzeuge beteiligt.
Rund neun Kilometer lang war der Konvoi nach Polizeiangaben, an dem sich unzählige Landwirte aus der Region wie auch Mitstreiter anderer Branchen beteiligten, in der Spitze: Um 9 Uhr trafen sie sich bei klirrender Kälte am Fuldaer Messegelände, sammelten sich und zogen von dort aus gegen kurz vor 10 Uhr Richtung Stadt. Über die Frankfurter Straße schlängelte sich der Konvoi kilometerlang über den Bronnzeller Kreisel auf die B27 Richtung Süden und erreichte laut Polizei planmäßig die A66. Beide Strecken waren ab etwa 10.30 Uhr zur Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer für die Dauer des Protests gesperrt, der von der Polizei begleitet wurde.
Ohne negative Vorkommnisse lief der Zug ab, auf der Autobahn bei Neuhof-Nord bot sich dann ein uriges Bild, als die ersten schon wieder gedreht hatten und zurückfuhren und andere noch auf der Gegenseite in die andere Richtung unterwegs waren. Hunderte protestierte friedlich, wozu der Kreisbauernverband aufgerufen hatte, gegen die Bundespolitik, wie schon am Montag, als es nach Wiesbaden ging. Auf der A66 musste zwischenzeitlich ein Krankenwagen durch, der die Autobahn gut passieren konnte, weil die Landwirte eine vorbildliche Rettungsgasse gebildet hatten. Auch außerhalb der angekündigten Strecken kam es nur vereinzelt zwischenzeitlich zu Verkehrsbehinderungen, so beispielsweise laut Anwohnern bei Hattenhof oder Kerzell. Laut Polizei ist das große Verkehrschaos aber ausgeblieben, bis auf zwei weitere Behinderungen in der Ortslage Neuhof am Vormittag und am frühen Nachmittag durch etwa 20 Traktoren, die aber schnell außerhalb der angemeldeten Versammlung aufgelöst worden sind.
Der aus dem Protest resultierende Stau auf der A66 hatte am Nachmittag tödliche Folgen. Ersten Angaben zufolge übersah der Fahrer eines Lkw nahe der Anschlussstelle Flieden das Ende eines Staus, der sich aufgrund eines Traktorkonvois im Rahmen der Bauernproteste gebildet hatte, und fuhr auf einen weiteren Lkw auf, der wiederum auf einen mit Heizöl beladenen Tanklastzug geschoben wurde. +++
