Seit vier Jahrzehnten steht der Hessische Denkmalschutzpreis für herausragendes Engagement beim Erhalt historischer Bauwerke. Die Auszeichnung wurde 1986 gemeinsam von LOTTO Hessen und dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen ins Leben gerufen. Gleichzeitig begann mit der Einführung der ersten Rubbellose in Hessen ein Finanzierungsmodell, das bis heute Bestand hat. Von Anfang an fließen die Erlöse aus den Sofortlotterien direkt in den Denkmalschutz und bilden eine verlässliche Grundlage für die Förderung historischer Bausubstanz.
In den vergangenen 40 Jahren sind auf diesem Weg bereits 117 Millionen Euro in den hessischen Denkmalschutz geflossen. Darüber hinaus ermöglichen die Mittel seit der Einführung des Preises die jährliche Auszeichnung besonders gelungener Sanierungs- und Restaurierungsprojekte. Das Preisgeld beträgt unverändert 25.000 Euro pro Jahr.
Was mit dem ersten Rubbellos begann, verbindet bis heute zwei Ziele: die langfristige Finanzierung denkmalpflegerischer Maßnahmen und die öffentliche Würdigung außergewöhnlicher Leistungen beim Erhalt historischer Gebäude. Das zugrunde liegende Prinzip hat dabei eine lange Tradition. Bereits im Jahr 1445 soll im flandrischen Sluis die erste verbürgte Lotterie veranstaltet worden sein, um den Bau eines Stadttors zu finanzieren. In den folgenden Jahrhunderten nutzten Herzöge, Kurfürsten und Könige staatliche Lotterien, um unter anderem den Bau großer Schlossanlagen zu ermöglichen. Parallel dazu entwickelte sich auch das Angebot der Sofortlotterien stetig weiter. Heute reichen die Rubbellose von einem bis 30 Euro Einsatz, die möglichen Höchstgewinne liegen bei bis zu 1,5 Millionen Euro.
Das Grundprinzip staatlich organisierter Lotterien ist dabei unverändert geblieben. Im Mittelpunkt steht nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Förderung des Gemeinwohls. Dieses Modell prägt LOTTO Hessen seit seiner Gründung im Jahr 1949. Heute fließen die Reinerlöse aus Lotterien wie LOTTO 6aus49, Eurojackpot oder den Rubbellosen in gesellschaftlich relevante Bereiche wie Denkmalschutz, Sport, Soziales, Kultur und Umwelt. Allein im vergangenen Jahr wurden auf diesem Weg mehr als 120 Millionen Euro bereitgestellt. Seit 1949 summieren sich die Fördermittel auf über sechs Milliarden Euro. Für den Denkmalschutz bedeutet das eine kontinuierliche und planbare Unterstützung, unabhängig von kurzfristigen Haushaltslagen.
Zu den Projekten, die im Rahmen der Bereisung für den Hessischen Denkmalschutzpreis 2026 vorgestellt wurden, gehört auch der historische Saalbau des Fuldaer Hofs im Fuldaer Stadtteil Maberzell. Als vorgeschlagener Preisträger wurde Björn Helfrich vom Magistrat der Stadt Fulda benannt. Mit der denkmalgerechten Instandsetzung des 1903 errichteten Backsteinbaus, der an ein älteres Fachwerkgasthaus anschließt, konnte ein bedeutendes Zeugnis dörflicher Vereins- und Baukultur aus der Kaiserzeit erhalten und wieder nutzbar gemacht werden.
Über Jahrzehnte war der Saal durch Umbauten stark verändert worden. Unter einer später eingezogenen Decke verbargen sich Wand- und Deckenmalereien des Kirchenmalers Hugo Pfister, die lange unbeachtet geblieben waren und durch Feuchtigkeit sowie bauliche Eingriffe erhebliche Schäden erlitten hatten. Die in den 1920er Jahren entstandenen Arbeiten gelten als seltenes Beispiel qualitätvoller, raumgreifender Dekorationsmalerei im ländlichen Raum. Pfister gestaltete den Saal mit kräftigen Farben, streng symmetrischen Ornamentfeldern und einem durchkomponierten Gesamtkonzept, das Wand- und Deckenflächen vollständig einbezieht. Besonders auffällig sind die stilisierten Darstellungen von Tänzerinnen, deren Formensprache deutliche Anklänge an das Art déco der 1920er Jahre erkennen lässt.
Die Restaurierung erfolgte in enger Abstimmung mit den Denkmalbehörden. Ziel war es, die historische Raumwirkung wieder erlebbar zu machen und zugleich eine zeitgemäße Nutzung des Gebäudes zu ermöglichen. Das Projekt zeigt, wie durch engagiertes privates Handeln ein über viele Jahre verborgener historischer Raum erhalten und wieder in das kulturelle Leben eingebunden werden kann. +++

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