TTBL: Fulda beendet Ochsenhausens Siegesserie, Düsseldorf bleibt makellos

Die Siegesserie der TTF Liebherr Ochsenhausen hat am 7. Spieltag der Tischtennis Bundesliga (TTBL) ein Ende gefunden. Mit 2:3 unterlag der viermalige Deutsche Meister am Freitagabend beim TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell. Für Borussia Düsseldorf gab es dagegen mit 3:0 beim TTC OE Bad Homburg den siebten Saisonsieg. Zurück in der Erfolgsspur ist der ASV Grünwettersbach, während der TTC Neu-Ulm und der TTC Zugbrücke Grenzau straucheln.

Frenetisch fiel am Freitagabend der Beifall der Zuschauer in der Wilmingtonhalle des TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell aus. Mit 3:2 rangen die Osthessen am 7. Spieltag die TTF Liebherr Ochsenhausen nieder und brachten dem viermaligen Deutschen Meister damit die erste Saisonniederlage in der Tischtennis Bundesliga (TTBL) bei. Dank des fünften Saisonsiegs mischt Fulda weiter in der Spitzengruppe mit, mit 10:4 Punkten liegen sie als Tabellendritter nun nur noch knapp hinter den TTF (12:2). „Am Ende haben wir verdient gewonnen“, stellte Fuldas Trainer Qing Yu Meng fest. „Es war ein tolles Spiel, und auch die Atmosphäre war dank der vielen Zuschauer nach langer Zeit endlich wieder fantastisch.“ Ochsenhausen-Coach Fu Yong anerkannte: „Fulda war heute sehr stark. Beide Mannschaften haben hart gekämpft.“

Entscheidend für den Erfolg der Fuldaer waren zwei Faktoren. Der erste war das starke Comeback von Quadri Aruna: Der Weltranglisten-16. hatte zuletzt aufgrund einer Schulterverletzung pausiert, meldete sich nun aber umso stärker zurück. Im Auftakteinzel schlug er Maciej Kubik mit 3:1 (11:8, 5:11, 11:7, 11:9), im Spitzeneinzel packte er dann sein bestes Tischtennis aus und bezwang auch Simon Gauzy mit 3:1 (11:9, 11:5, 3:11, 11:5). Zweiter Erfolgsfaktor war das neue Traumdoppel: Zum vierten Mal traten Cassin/Meng gemeinsam an den Tisch, zum dritten Mal holten sie den Sieg für den TTC, indem sie Samuel Kulczycki/Maciej Kubik mit 3:1 (11:9, 6:11, 11:8, 11:8) schlugen. Bereits gegen Bergneustadt und Bremen hatten Cassin/Meng den Unterschied gemacht. Für Ochsenhausen waren Gauzy mit einem glanzvollen Auftritt gegen Ruwen Filus mit 3:1 (8:11, 11:8, 11:8, 11:4) und Kanak Jha mit 3:1 (5:11, 11:9, 11:8, 11:9) gegen Cassin erfolgreich.

Düsseldorf gibt in Bad Homburg keinen Satz ab

Weiterhin ungeschlagen ist Borussia Düsseldorf: Der Rekordmeister machte am Freitag kurzen Prozess mit dem TTC OE Bad Homburg und gewann mit 3:0 Spielen und 9:0 Sätzen. Mit 14:0 Punkten thronen die Düsseldorfer weiterhin ganz oben in der Tabelle. „Es war unsere Aufgabe, zu gewinnen. Jeder hat heute individuell eine super Leistung gebracht“, sagte Borussia-Neuzugang Dang Qiu nach der Rückkehr zu seinem Ex-Verein. In der Saison 2015/16 hatte er für den TTC in der zweiten Liga gespielt, ehe der Wechsel nach Grünwettersbach folgte. „Hier ist es immer total schön. Die Halle, die Zuschauer – es war fast ein Heimspiel.“ Bad Homburgs Cedric Meissner erklärte: „Wir sind schon enttäuscht, dass es nicht einmal zu einem Satzgewinn gereicht hat. Aber Düsseldorf hat uns auch mit der Aufstellung etwas überrascht.“

Eröffnet wurde der Durchmarsch der Borussia von Timo Boll. Im dritten Satz hatte Rares Sipos die Chance auf einen Satzgewinn beim Stand von 10:6, vergab seine vier Satzbälle allerdings und unterlag schließlich mit 0:3 (6:11, 8:11, 10:12) gegen den Superstar. Nicht minder souverän machte es im Anschluss Anton Källberg. Auch der Schwede blieb bei seinem 3:0 (11:6, 11:5, 11:3) gegen Benno Oehme ohne Satzverlust und schraubte seine Einzelbilanz damit auf 8:0 in die Höhe. Nach der Pause sorgte schließlich Dang Qiu mit seinem 3:0 (11:9, 11:2, 11:5) gegen Cedric Meissner für den makellosen Erfolg.

Energieleistung beschert Saarbrücken den Sieg in Bremen

Ebenfalls im Spitzenquartett mischt der 1. FC Saarbrücken TT mit: Ohne Patrick Franziska und Shang Kun angetreten, benötigte der amtierende Vizemeister eine Energieleistung für den 3:2-Erfolg beim SV Werder Bremen. Denn nach zwei Sätzen im Doppel hatte kaum etwas für den FCS gesprochen: Die Bremer Kirill Gerassimenko und Marcelo Aguirre führten 2:0 und schienen alles im Griff zu haben – ehe sie völlig den Faden verloren. Die Schiedsrichter entschieden im dritten Satz auf Fehlaufschlag von Aguirre, nach den anschließenden Diskussionen dominierten die Saarbrücker Tomas Polansky und Olav Kosolosky und gewannen schließlich mit 3:2 (9:11, 8:11, 11:9, 11:5, 11:4). Dank des fünften Saisonsiegs ist der FCS mit 10:4 Zählern weiterhin punktgleich mit Fulda und liegt nur noch zwei Zähler hinter Ochsenhausen.

In den Einzeln hatte zuvor Darko Jorgic dem Druck standgehalten: Sein erstes Einzel entschied der 23-Jährige mit 3:0 (11:5, 11:5, 11:1) gegen Hunor Szöcs für sich, das zweite mit 3:1 (11:3, 11:6, 4:11, 12:10) gegen Mattias Falck. „Das war ein sehr wichtiger Sieg. Das Doppel war unglaublich, nach dem 0:2 haben Tomas und Olav eine tolle Leistung gezeigt – und Bremen war nach den Diskussionen nicht mehr konzentriert“, stellte Jorgic anschließend fest. Für die Bremer, die mit 4:10 Punkten nur auf Platz neun stehen, siegten Falck mit 3:0 (11:6, 11:7, 11:3) gegen Kosolosky und Gerassimenko mit 3:1 (1:11, 11:6, 11:9, 13:11) gegen Polansky. „Es ist eine schmerzhafte Niederlage“, sagte Falck. „Aber Saarbrücken hat ein starkes Match gespielt, wir können nur gratulieren.“

Grünwettersbach beendet Niederlagenserie in Grenzau

Zurück in die Erfolgsspur ist der ASV Grünwetterbach gekehrt: Nach fünf Niederlagen in Serie fuhren die Badener mit 3:1 beim TTC Zugbrücke Grenzau den zweiten Saisonsieg ein und verließen damit die Abstiegszone. Mit 4:10 Punkten steht Grünwettersbach nun vor Grenzau (4:10) und Bad Homburg (2:12). „Ohne Frage, es war ein sehr wichtiger Sieg für uns“, stellte ASV-Trainer Achim Krämer nach der Partie fest. „Es war ein ganz enges Match, das auch ins Schlussdoppel hätte gehen können.“ Grenzaus Nils Hohmeier konstatierte eine „bittere Niederlage“ und ergänzte: „Der Ausfall von Patrick Baum hat wehgetan, mit ihm hätten wir sicherlich bessere Chancen gehabt. Trotzdem haben wir uns gut verkauft.“

Entscheidend für den ASV war die ansteigende Formkurve von Wang Xi. Nachdem der Routinier in den ersten Wochen der Saison noch unter den Nachwirkungen einer Bänderverletzung gelitten hatte, zeigte er sich nun von seiner besten Seite und avancierte zum Matchwinner. Zunächst schlug er Nils Hohmeier mit 3:1 (11:8, 7:11, 11:4, 11:8), wenig später musste er im Spitzeneinzel gegen Wu Jiaji sein bestes Tischtennis auspacken, ehe mit dem 3:2 (6:11, 11:5, 11:9, 12:14, 11:2)-Erfolg alles klar war für den ASV. Zwischen den beiden Auftritten Wangs war auch Ricardo Walther für die Gäste erfolgreich. Im ersten Satz gegen Cristian Pletea musste der ASV-Rückkehrer zunächst einem Rückstand hinterherlaufen – doch nachdem zwei Satzbälle abgewehrt waren und der Satz mit 12:10 eingesackt, hatte Walther seinen Kontrahenten im Griff. Am Ende stand ein 3:0 (12:10, 11:7, 11:4)-Erfolg. Für Grenzau war eingangs Wu mit 3:1 (11:7, 13:11, 5:11, 11:7) gegen Tobias Rasmussen siegreich gewesen.

Mühlhausen belohnt sich für großen Fight in Neu-Ulm

Der Post SV Mühlhausen entwickelt sich zum Spezialisten für das Doppel: In den jüngsten vier Partien mussten die Thüringer jeweils über die volle Distanz gehen und blieben dabei dreimal siegreich. Beim TTC Neu-Ulm zeigten sie am Freitag einen großen Fight und gewannen schließlich mit 3:2. „Im Doppel wussten wir, dass wir das Momentum brauchen – zum Glück haben wir in den entscheidenden Momenten die Big Points gemacht“, stellte Steffen Mengel anschließend fest, dessen Team mit 6:8 Punkten als Achter so langsam die obere Tabellenhälfte ins Visier nimmt. „Wir sind unglaublich froh, das Spiel gewonnen zu haben. Neu-Ulm hat eine sehr gute Mannschaft und ist unberechenbar in der Aufstellung.“

Dabei hatte Mengel selbst den Unterschied gemacht: Im Auftakteinzel kämpfte er sich nach 0:2-Satzrückstand gegen Ioannis Sgouropoulos zurück und gewann 3:2 (5:11, 11:13, 11:7, 13:11, 11:9); an der Seite von Irvin Bertrand setzte er schließlich den Schlusspunkt und gewann das Doppel mit 3:0 (12:10, 14:12, 11:9) gegen Lev Katsman und Tiago Apolonia. Das Kuriose: Gegen Grünwettersbach hatte Bertrand an der Seite von Habesohn für den Sieg gesorgt, gegen Grenzau mit Ionescu – nun klappte es auch im Gespann mit Mengel. Ebenfalls im Einzel war zwischenzeitlich Daniel Habesohn mit 3:1 (11:9, 9:11, 11:6, 11:3) gegen Sgouropoulos erfolgreich gewesen. Für Neu-Ulm punkteten Katsman mit 3:2 (11:3, 8:11, 13:11, 5:11, 12:10) gegen Habesohn und Apolonia mit 3:2 (9:11, 11:9, 11:6, 7:11, 11:5) gegen Bertrand. „Wir haben zu häufig unsere Führungen nicht nach Hause gebracht. Daher sind wir enttäuscht – aber wir müssen jetzt möglichst schnell die Köpfe wieder freibekommen“, sagte TTC-Trainer Dmitrij Mazunov, für dessen Team es die vierte Niederlage in Serie war.

Alberto Mino führt Bergneustadt zum dritten Saisonsieg

Ebenfalls den dritten Saisonsieg feierte der TTC Schwalbe Bergneustadt, der den TSV Bad Königshofen mit 3:2 niederrang. Beide Teams haben nun 6:8 Punkte auf dem Konto und stehen damit im Tabellenmittelfeld. Entscheidender Mann für Bergneustadt war Alberto Mino, der in Einzel und Doppel gewann. Gegen Bastian Steger holte der 31-Jährige mit 3:1 (11:6, 11:9, 8:11, 11:4) das Break, rund anderthalb Stunden später war er an der Seite von Alvaro Robles mit 3:2 (11:6, 11:4, 4:11, 10:12, 11:8) gegen Kilian Ort und Maksim Grebnev erfolgreich. „Ich habe hart für diesen Moment gearbeitet“, sagte Mino anschließend. „Ich bin mit viel Selbstvertrauen angetreten und wollte unbedingt gewinnen, um meinen Teamkollegen zu helfen.“

Den ersten Punkt für Bergneustadt hatte Benedikt Duda besorgt – für das TTC-Eigengewächs gab es am Freitag gleich zwei Wiedersehen. Zunächst mit Grebnev: Gegen den Russen war er am vergangenen Sonntag im Finale der Team-EM knapp unterlegen (2:3) gewesen, in der TTBL gab es nun mit 3:1 (4:11, 11:6, 11:5, 11:6) die Revanche. Wenig später ging es dann gegen Bastian Steger, den Duda Ende August im Finale der Deutschen Einzelmeisterschaft besiegt hatte – dieses Mal gewann Steger mit 3:0 (12:10, 11:3, 11:9). Ebenfalls für Bad Königshofen gewann Ort mit 3:1 (11:7, 11:8, 10:12, 11:7) gegen Robles. „Leider haben wir knapp verloren, daher sind wir natürlich enttäuscht. Jetzt schauen wir auf das Pokalspiel und hoffen, dort gut erholt anzutreten“, sagte Steger nach der vierten Saisonniederlage seines Teams.

Weiter geht es für die Teams der Tischtennis Bundesliga am kommenden Sonntag, 10. Oktober. Dann stehen die Achtelfinal-Partien im Deutschen Tischtennis-Pokal an. Der nächste Spieltag in der TTBL findet am 31. Oktober statt. +++

Der 7. Spieltag in der Übersicht

TTC OE Bad Homburg – Borussia Düsseldorf 0:3
Rares Sipos – Timo Boll 0:3 (6:11, 8:11, 10:12)
Benno Oehme – Anton Källberg 0:3 (6:11, 5:11, 3:11)
Cedric Meissner – Dang Qiu 0:3 (9:11, 2:11, 5:11)

TTC Neu-Ulm – Post SV Mühlhausen 2:3
Ioannis Sgouropoulos – Steffen Mengel 2:3 (11:5, 13:11, 7:11, 11:13, 9:11)
Lev Katsman – Daniel Habesohn 3:2 (11:3, 8:11, 13:11, 5:11, 12:10)
Tiago Apolonia – Irvin Bertrand 3:2 (9:11, 11:9, 11:6, 7:11, 11:5)
Ioannis Sgouropoulos – Daniel Habesohn 1:3 (9:11, 11:9, 6:11, 3:11)
Tiago Apolonia/Lev Katsman – Irvin Bertrand/Steffen Mengel 0:3 (10:12, 12:14, 9:11)

 

TTC Zugbrücke Grenzau – ASV Grünwettersbach 1:3
Wu Jiaji – Tobias Rasmussen 3:1 (11:7, 13:11, 5:11, 11:7)
Nils Hohmeier – Wang Xi 1:3 (8:11, 11:7, 4:11, 8:11)
Cristian Pletea – Ricardo Walther 0:3 (10:12, 7:11, 4:11)
Wu Jiaji – Wang Xi 2:3 (11:6, 5:11, 9:11, 14:12, 2:11)

SV Werder Bremen – 1. FC Saarbrücken TT 2:3
Mattias Falck – Olav Kosolosky 3:0 (11:6, 11:7, 11:3)
Hunor Szöcs – Darko Jorgic 0:3 (5:11, 5:11, 1:11)
Kirill Gerassimenko – Tomas Polansky 3:1 (1:11, 11:6, 11:9, 13:11)
Mattias Falck – Darko Jorgic 1:3 (3:11, 6:11, 11:4, 10:12)
Kirill Gerassimenko/Marcelo Aguirre – Tomas Polansky/Olav Kosolosky 2:3 (11:9, 11:8, 9:11, 5:11, 4:11)

TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell – TTF Liebherr Ochsenhausen 3:2
Quadri Aruna – Maciej Kubik 3:1 (11:8, 5:11, 11:7, 11:9)
Ruwen Filus – Simon Gauzy 1:3 (11:8, 8:11, 8:11, 4:11)
Alexandre Cassin – Kanak Jha 1:3 (11:5, 9:11, 8:11, 9:11)
Quadri Aruna – Simon Gauzy 3:1 (11:9, 11:5, 3:11, 11:5)
Alexandre Cassin/Fan Bo Meng – Samuel Kulczycki/Maciej Kubik 3:1 (11:9, 6:11, 11:8, 11:8)

TTC Schwalbe Bergneustadt – TSV Bad Königshofen 3:2
Benedikt Duda – Maksim Grebnev 3:1 (4:11, 11:6, 11:5, 11:6)
Alberto Mino – Bastian Steger 3:1 (11:6, 11:9, 8:11, 11:4)
Alvaro Robles – Kilian Ort 1:3 (7:11, 8:11, 12:10, 7:11)
Benedikt Duda – Bastian Steger 0:3 (10:12, 3:11, 9:11)
Alvaro Robles/Alberto Mino – Kilian Ort/Maksim Grebnev 3:2 (11:6, 11:4, 4:11, 10:12, 11:8)

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