2. Altenpflegebörse – qualifizierte Fachkräfte gesucht

Fulda. Die Altenpflege ist ein Beruf mit Zukunft. Vor dem Hintergrund einer auch künftig zunehmenden Zahl an pflegebedürftigen Menschen steigt die Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal kontinuierlich. Die Schere zwischen offenen Stellen und den zur Verfügung stehenden Bewerbern klafft immer weiter auseinander.

Anspruchsvoller und sinnstiftender Beruf
Anspruchsvoller und sinnstiftender Beruf

Von daher waren die arbeitsmarktpolitischen Rahmenbedingungen für die zum zweiten Mal veranstaltete Altenpflegebörse, zu der das Kreisjobcenter des Landkreises Fulda und die Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda am Donnerstag ins Bonifatiushaus eingeladen hatten, günstig. Von 75 teilnehmenden Personen bei der Premiere im letzten Jahr haben mittlerweile knapp zwanzig Prozent eine Ausbildung beziehungsweise Qualifizierung in der Altenpflege begonnen. In diesem Jahr hofft man angesichts von deutlich mehr Teilnehmern und Besuchern auf eine ähnliche Erfolgsquote.

Bei der Begrüßung sprach der Fachdienstleiter Kommunaler Arbeitsmarkt des Kreisjobcenters, Uli Nesemann, von einem Trendberuf, der zwar gute Beschäftigungsmöglichkeiten biete, aber auch hohe Anforderungen stelle. Die Altenpflegebörse wolle Orientierungshilfen geben, ob eine entsprechende berufliche Tätigkeit der individuell richtige Weg sei, so Nesemann. Sein besonderer Dank galt den Altenpflegeschulen von AWO, Caritas und BBZ, ihren Kooperationspartnern aus der stationären und mobilen Pflege sowie DRK und Malteser für das breite und praxisnahe Informationsangebot.

Beruf mit sehr guten Zukunftsperspektiven
Beruf mit sehr guten Zukunftsperspektiven

Nach Angaben von Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit, gibt es in Hessen dreimal so viele unbesetzte Stellen wie ausgebildete Pflegekräfte. Der Wettbewerb um Fachpersonal werde wegen des demografischen Wandels noch zunehmen. Erster Kreisbeigeordneter Dr. Heiko Wingenfeld nannte die Zahl von bundesweit 450.000 über 80-jährige in 2030 gegenüber 280.000 heute. Die Altenpflege sei eine gleicher-maßen anspruchsvolle und sinnstiftende wie zukunftssichere Tätigkeit, die in berufliche Überlegungen einbezogen werden sollte.

Das Kreisjobcenter und die Agentur für Arbeit hatten 150 Bezieher von Arbeitslosengeld I und II eingeladen, bei denen eine Tätigkeit in der Altenpflege, auch in Teilzeitform, vorstellbar er-scheint. Darunter befanden sich auch Personen, die für eine Qualifizierung als Betreuungsassistent/-in oder Schwesternhelferin als möglicher Einstieg in das Berufsfeld in Frage kommen. Auch die interessierte Öffentlichkeit war zur Teilnahme eingeladen. Ferner nutzten Schülerinnen und Schüler der Eduard-Stieler-Schule sowie Jugendliche der Berufsberatung die Möglichkeit, sich zu informieren.

Zunächst erhielten die Teilnehmer der Altenpflegebörse, für die Markus Vogt vom Kreisjobcenter und Felix Körzell von der Arbeitsagentur federführend verantwortlich zeichneten, durch Norbert Mauer, Berater für die Altenpflegeausbildung in Hessen, eine allgemeine Einführung in das Berufsbild. Im Anschluss besuchten sie in Kleingruppen die Informationsstände und bekamen dort durch Übungen und Demonstrationen einen ersten Einblick in die Berufspraxis. Am Ende gab es zahlreiche konkrete Anfragen für eine Ausbildung und bereits erste Anmeldungen für die im Herbst beginnenden Kurse. +++ fuldainfo


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1 Kommentar

  1. Jedes Jahr werden X Leute in die Schmalspurausbildungen Betreuungsassistent, Schwesternhelferin, Altenpflegehelferin vom Kreisjobcenter geschickt. Ich war früher in der Arbeitsvermittlung tätig: Nicht EINE ausgebildete Betreuungsassistentin oder Helferin in der Kranken- oder Altenpflege hatte auch nur den Hauch einer Chance auf eine Anstellung. Diese Kurse werden von den Arbeitsagenturen und Kreisjobcentern voll finanziert und stellen reine Warteschleifen zur Verbesserung der Statistik dar: Wer in einer Weiterbildung ist, zählt nicht als arbeitslos.
    Die Kurse sind reine Absahne der Ausbildungsträger und bringen null Perspektiven.
    Die Alten- und Pflegeheime setzen einerseits auf richtig qualifizierte, examinierte Kräfte oder auf unbezahlte Praktikanten.

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