1200 Jahre Niederkalbach: Festakt eröffnet Veranstaltungsreigen

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Mit einem Festakt ist am gestrigen Samstagabend im Bürgerhaus Niederkalbach der Veranstaltungsreigen für das 1200-jährige Bestehen des Kalbacher Ortsteiles Niederkalbach in diesem Jahr eröffnet worden. Zahlreiche Niederkalbacherinnen und Niederkalbacher sowie Bürgerinnen und Bürger weiterer Kalbacher Ortsteile waren der Einladung des Niederkalbacher Ortsbeirates sowie des Gemeindevorstandes ins Bürgerhaus gefolgt. Durchs Programm führte der 1. Beigeordnete der Gemeinde, Markus Hackenberg (SPD). Ortsvorsteher Günter Diegmüller konnte krankheitsbedingt dem Jubiläumsauftakt nicht beiwohnen; er wurde von seinem Stellvertreter, Dieter Müller, vertreten.

Das Bürgerhaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Zahlreiche Gäste und Geladene aus Kommunal-, Landes und Bundespolitik, Kirche, Gesellschaft und dem vielfältigen Vereinsleben der Kommune waren gekommen, um mit den Niederkalbacher Bürgerinnen und Bürgern ihr Jubiläum für das 1200-jährige Jubiläum, das in diesem Jahr vom 14. bis 17. August begangen wird, einzuläuten. Der Kommersabend bot dafür ein willkommener Rahmen, der auch von den heimischen politischen Mandatsträgern hervorgehoben wurde.

Viele Monate hatten engagierte Bürgerinnen und Bürger, der Gemeindevorstand und insbesondere der Niederkalbacher Ortsbeirat auf das besondere Jubiläum des nach Mittelkalbach mit rund 1.411 Hektar großen und etwa 1.500 Einwohner-zählenden und damit zweitgrößten Ortsteils hingearbeitet, Vorkehrungen getroffen und weitreichend geplant. Die eigens für das Jubiläum sorgfältig und mit viel Hingabe und Herzblut angefertigte Chronik dokumentiert das dörfliche Leben, hält Rückschau auf schwierige und herausfordernde Jahre und beleuchtet Meilensteine. Nach monatelangem Planen waren die Niederkalbacher Bürgerinnen und Bürger dankbar und stolz, mit dem offiziellen Festakt, bei dem deutlich wurde, wie sehr die Gemeinschaft und der Zusammenhalt das dörfliche Leben prägt, aufwarten und wie gestern Abend deutlich wurde, begeistern zu können.

Gesellschaftliches Engagement beginnt bei den Kleinsten

So sind es vor allem die vielfältigen Vereine, die einen nicht minderen Anteil an der funktionieren Dorfgemeinschaft haben. Lässt man die Kleinsten des Ortsteiles zu Wort kommen, so schätzen sie neben dem unbekümmerten Spiel im behüteten Refugium mitunter das karnevalistische Übereinkommen zur Faschingszeit. Schätzen die Buben das Mitfahren auf den Motivwagen, so sind es bei den Mädchen die Gardetanzgruppen, die bereits im zarten Alter von gerade einmal sechs Jahren frohlocken lassen, wie man gestern der Präsentation des eigens für das Jubiläum angefertigten Films, der in einer Gemeinschaftsproduktion aus fachkundigen Mitgliedern der Kalbacher Ortsbeiräte – unter anderem mit Drohnenaufnahmen des Mittelkalbacher Ortsvorstehers und leidenschaftlichen Hobbyfotografen Arnd Philipp Rössel – entstand, entnehmen konnte. 1. Beigeordneter Markus Hackenberg führte darin als Fantasy-Protagonist verkleideter „Gandalf“, den man vor allem aus den „Herr der Ringe“-Filmen her kennt, an markante Orte wie die „St.-Laurentius-Kirche“ in Niederkalbach oder den „Kuckeberg mit seinem Bergkreuz, das man führ das 1200-jährige Jubiläum in eine Lichtillumination hüllte, und ließ Bewohnerinnen und Bewohner zu Wort kommen, was vor allem sie an dem Ort schätzen, womit er den rund 500 Gästen ein Schmunzeln entlockte.

„Das unser Bürgerhaus am heutigen Abend sehr gut gefüllt ist, würdigt ein wundervolles Dorf, welches in diesem Jahr ein großartiges Jubiläum begeht: 1200 Jahre Niederkalbach, zu diesem Festakt ich Sie alle recht herzlich willkommen heißen darf“, so 1. Beigeordneter Markus Hackenberg in seinen einleitenden Eröffnungs- und Begrüßungsworten. Dieser weiter: „Wie es sich für einen solchen Abend gehört, haben sich natürlich auch viele Ehrengäste angekündigt, die es sich nicht nehmen lassen möchten, unserem Niederkalbach ihre Aufwartung zu machen und zu gratulieren.“

Neben dem Bürgermeister und Schirmherren des Jubiläums, Mark Bagus (parteiunabhängig), dem Vorsitzenden der Kalbacher Gemeindevertretung, Gerhard Müller, sowie dem Vorstand der Gemeindevertretung, den Fraktionsvorsitzenden des Kalbacher Gemeindeparlaments Jonathan Strott (CDU), Daniel Föller (SPD) und Martin Müller (BfK), konnte Markus Hackenberg eine Reihe von Ehrengästen und politischen Mandatsträgern begrüßen. Darunter der Landrat des Landkreises Bernd Woide (CDU), der heimische Wahlkreisabgeordnete für Fulda, die Rhön und den Vogelsberg sowie Parlamentarischen Staatssekretär bei der Ministerin für Bildung, Familie, Senioren Frauen und Jugend Michael Brand (CDU), dem Abgeordneten des Hessischen Landtages für den Wahlkreis 15 (Fulda II) Sebastian Müller (CDU) sowie den Bürgermeister der Gemeinde Kalbach a.D. und amtierenden Bürgermeister der Stadt Fulda, Dag Wehner (CDU).

„Ort mit Geschichte und Herzblut“

Bürgermeister und Schirmherr der 1200-Jahr-Feier, Mark Bagus (parteiunabhängig), legte in seiner Rede den Blick auf lange Historie der Ortschaft, dem es eine „Ehre und echte Herzensangelegenheit“ war, um den Jubiläumsfestakt gemeinsam mit seinen Bürgerinnen und Bürgern zu begehen. In seiner nunmehr als fünfjährigen Amtszeit als Bürgermeister ist das 1200-jährige Jubiläum bereits sein zweites großes Ortsjubiläum der Gemeinde, der er nach Auslaufen dieser Amtszeit für weitere sechs Jahre als Bürgermeister zur Verfügung stehen wolle. „Wenn wir auf 1200 Jahre zurücksehen, sehen wir keine bloßen Daten, sondern wir sehen Menschen. Menschen, die hier gewirkt, gearbeitet und Familien gegründet haben. Die gehofft, gezweifelt und auch schwere Zeiten gemeinsam überwunden haben“, sagte das Kalbacher Gemeindeoberhaupt am Samstagabend anlässlich des Festakts zum 1200-jährigen Jubiläum des Ortsteils Niederkalbach vor etwa 500 Gästen im Bürgerhaus Niederkalbach einleitend in seiner Rede. Generationen für Generationen dieser Menschen hätten Niederkalbach zu dem gemacht, was es heute ist: Ein Ort mit Geschichte und mit Herzblut. Der Schlüssel der Geschichte sei im Menschen. Dies sei nach Bagus nicht nur eine wohlklingende Floskel, sondern Wahrheit, erleb- und spürbar. Bagus: „Es sind die Menschen, die diesen Ort tragen und die ihn weiter in die Zukunft führen werden. Seit der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 826 als ‚Calbaha‘ ist aus wenigen Häusern ein lebendiges Dorf geworden; ein Dorf, in dem man sich kennt, hilft und zusammenhält. Dieser Zusammenhalt zeigt sich besonders am Bau des Dorfgemeinschaftshauses im Jahr 1952, dem ersten seiner Art im gesamten Landkreis Fulda. Ein Ort, der bis heute Miteinander, Begegnungen und Gemeinschaft symbolisiert.“ Damit diese Geschichte nicht verloren geht, brauche es nach Bagus Menschen, die ihn festhalten. Sein besonderer Dank galt in diesem Kontext allen Mitwirkenden der Chronik, die sich dafür einsetzen, dass die Geschichte von Niederkalbach lebendig gehalten wird und immer weitergeschrieben wird. Ein weiterer Dank galt all jenen, die sich heute für den Ort einsetzen – in den Vereinen, im Beruf und Ehrenamt sowie im Alltag. Ihr Engagement sei es, das Niederkalbach ausmache.

„Ein Fest von, für und durch Niederkalbach“

Für die Kalbacher Gemeindevertretung und alle Ortsvorsteher sprach der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Gerhard Müller (SPD), der im kommenden Jahr auf sein 50-jähriges kommunalpolitisches Engagement als Ortsvorsteher von Heubach zurückblicken kann. Für all jene, die in den vergangenen 1200 Jahren in Niederkalbach lebten, sei das 1200-jährige Ortsjubiläum, so Müller, „ein Stück Heimat“, das für viele Menschen „Zusammengehörigkeit“ bedeute. Idyllisch auf dem flachen Land gelegen mit guter infrastruktureller Anbindung, nicht weit von der Autobahn und Bahnhof gebe es nach Müller Vieles, das für den Ortsteil spreche. Der Heubacher Ortsvorsteher räumte gestern ein, vor 1972 nicht viel von Niederkalbach gewusst zu haben; man habe sich seinerzeit nach Schlüchtern orientiert. Durch Ferdinand Auth zur Kommunalpolitik gekommen, war es ihm ab da dann auch vergönnt, „den schönen Ortsteil besser kennenzulernen“. Spätestens überzeugt habe ihn die Ortschaft letztlich aber mit dem Zugewinn „eines wundervollen Schwiegersohns“. „Heute ist Niederkalbach ein besserer Ortsteil einer gut aufgestellten Gemeinde“, resümiert er. So solle es auch in Zukunft bleiben. Mit der Planung eines neuen Kindergartens zwischen den größten Ortsteilen Mittelkalbach und Niederkalbach sollten für die Gemeinde gute Bedingungen geschaffen sein. Nach dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung und langjährigem Fraktionsvorsitzenden der SPD könne nur dann das bestmögliche für eine Kommune herausgeholt werden, wenn Kommunalpolitik vor Ort parteiübergreifend „an einem Strang ziehe“. Neben seinen persönlichen Ausführungen zum Ortsjubiläum und Sichtweisen zur Kommunalpolitik adressierte Gerhard Müller auch die Glückwünsche anderer Ortsbeiräte, der in diesem Zusammenhang das gute Miteinander hervorhob. In den vielen Jahren seines kommunalpolitischen Wirkens seien Menschen gekommen und gegangen. Geprägt habe ihn neben den freundlichen und zugänglichen Menschen im Ortsteil vor allem das gute und konstruktive politische Arbeiten zum Wohle der Menschen von Kalbach. „Auch wenn man politisch nicht immer einer Meinung war, so hatte man doch ein sehr gutes Verhältnis. Möge das Veranstaltungswochenende im August dieses Jahres dazu beitragen, dass Niederkalbach auch in Zukunft von einem ebenso starken Zusammenhalt und bunten Vereinslandschaft beseelt sein, wie in den vergangenen Jahren“, so Müller abschließend.

Dunkle und schwierige Jahre

Landrat Bernd Woide (CDU) überbrachte die Glückwünsche des Landkreises Fulda. Ein Jubiläum wie das 1200-jährige Ortsjubiläum sei, so Woide, nicht bloß ein historischer Akt oder eine Aneinanderreihung von Zahlen, als vielmehr die Geschichte von Menschen, die in diesem Ort lebten und wirkten. In jeder Epoche sei der Ort von seinen Bürgern getragen worden, die Gemeinschaft pflegten. Landrat Woide dankte all jenen, die sich für das gemeinschaftliche Miteinander in Niederkalbach eingesetzt haben, einsetzten und sich bis heute einsetzen. Er wünschte dem Ort, dass er auch zukünftig von einer so lebendigen Gemeinschaft getragen sein möge, wie das in der Vergangenheit, die nicht immer rosig gewesen sei, gewesen ist. Ein Blick in die Vergangenheit, in der Krieg, Hungersnöte, viel Elend und Leid das Leben der Menschen bestimmten und schlicht ein anderer Lebensstandard vorherrschte, ließe uns heute, so Woide, beinahe demütig werden. „Wenn man die Menschen, die vor über 1200 Jahren hier lebten, heute einmal treffen würde, würden diese gewiss gerne mit uns tauschen. Damals sind die Menschen beileibe nicht so alt geworden, wie uns das heute vergönnt ist“, so Landrat Woide, der dazu aufrief, sich das Leben in Frieden und Freiheit seit nunmehr über 80 Jahren einmal mehr zu vergegenwärtigen.

Kaplan Philipp Schöppner überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Katholischen Kirche St. Kilian Kalbach und schloss in seinen Glückwünschen auch die herzlichsten Grüße von Pfarrer Thomas Maleja von der Katholischen Kirche Christkönig in Flieden. Das Kreuz sei ein Symbol für Gemeinschaft und christlicher Glaube. „Jesus Christus umarmt uns alle. Wir alle können mit Gott den Weg gehen. Gemeinschaft und christlicher Glaube kann dann gelingen, wenn wir uns auch auf der Vertikalen miteinander gut verbinden“, so Kaplan Philipp Schöppner, der von der Pfarrei St. Kilian für die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen und Ehrenamtlichen dankte. Der Kaplan erwähnte, dass auch er Wurzeln in Niederkalbach habe. So stammte seine Urgroßmutter, Maria Josefine Will, aus Niederkalbach, diese nach Schweben heiratete und den Namen Schöppner annahm. Wie er der Chronik entnehmen konnte, sei das Patrozinium „St. Laurentius“ Niederkalbach erstmalig 1576 genannt worden. Damals sei der Pfarrer von Flieden gekommen, um in Niederkalbach die hl. Messe zu lesen, zu predigen und das Wort Gottes zu verkündigen. Daran habe sich im eigentlichen wenig verändert; noch heute schicke der Fliedener Pfarrer seinen Kaplan, um die frohe Botschaft zu verkünden, sagte Kaplan Philipp Schöppner humorvoll.

Dank für gesellschaftliches Engagement vor Ort

Der heimische Wahlkreisabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär bei der Ministerin für Bildung, Familie, Senioren Frauen und Jugend Michael Brand überbrachte seine herzlichsten Glückwünsche zum 1200-jährigen Jubiläum. Neben seinen Glückwünschen dankte er allen Verantwortlichen für ihren Einsatz vor Ort. Glückwünsche und Dankesworte adressierte auch der Landtagsabgeordnete im Wahlkreis 15 (Fulda II), Sebastian Müller. Ein Ortsjubiläum wie das von Niederkalbach und ein solch historischer Hintergrund, mit diesem Niederkalbach mit seinen vielen Schlaglichtern aufwarten könne, gebe „Halt und Verbundenheit“. „Menschen brauchen Herkunft um sich geborgen zu fühlen und ein Zugehörigkeitsgefühl zu entwickeln“, so der Abgeordnete. Ferner hob der Landtagsabgeordnete die Attraktivität Niederkalbachs als Wohnort und den Mittelstand hervor, letzterer Arbeitsplätze schaffe sowie allgemein gute Voraussetzungen für eine gute Zukunft schaffe. Nicht zuletzt warte der Ort mit einer vielfältigen Vereinslandschaft auf, der den dort beheimateten Menschen gute Lebensbedingungen ermögliche.

Weiter überbrachten der Bürgermeister der Kaligemeinde Neuhof Heiko Stolz (CDU) sowie Georg Schöppner vom Gemeindevorstand der südlich von Kalbach gelegenen Gemeinde Flieden Grüße wie Glückwünsche. Beide unterstrichen die gute kommunalpolitische Zusammenarbeit. Daniel Föller, Schriftführer des Ortsbeirates Oberkalbach und Vorsitzender der SPD-Fraktion im Kalbacher Gemeindeparlament, präsentierte die mehr als 400 Seiten-zählende Chronik, beleuchtete Herausforderungen und Meilensteine. Die Chronik ist ab sofort für 35 Euro in der Gemeindeverwaltung Mittelkalbach sowie im Dorfgemeinschaftshaus Niederkalbach käuflich zu erwerben.

Den Schlussakkord der zweieinhalbstündigen Veranstaltung setzte ein eigens für das Jubiläum geschriebenes Lied zur Melodie von Reinhard Meys „Über den Wolken“, für dessen Text sich 1. Beigeordneter Markus Hackenberg verantwortlich zeichnet, zu dessen gemeinschaftlichem Performen sich die gesamte Festgemeinde von ihren Sitzplätzen erhob und in gemeinschaftlicher Verbundenheit den offiziellen Festakt ausklingen ließ. +++ jessica auth


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