Die Fußballer des Hünfelder SV sind nach vier Punkten aus den beiden letzten Spielen auch beim CSC Kassel ausgerutscht. In den Auewiesen mussten sie eine 1:2 (1:1)-Niederlage schlucken. Der Ex-KSV Hessen-Spieler Alban Meha entschied die Partie per Freistoß wenige Minuten vor Schluss. In der ersten Hälfte hatte Maxi Fröhlich die CSC-Führung durch Mehas ersten Treffer ausgeglichen. Durch die kleine Misserfolgsserie ist der HSV auf Rang sieben abgerutscht, der Kontakt zu Platz zwei, den jetzt Eddersheim einnimmt, ist aber noch intakt. Ganze zwei Pünktchen sind es; auf den Spitzenreiter Unter-Flockenbach sind es deren sechs.
Das Bittere aus Hünfelder Sicht: Eine Reaktion auf die Niederlage am Mittwoch gegen die Zweite des KSV Hessen zeigte der HSV nicht. Nicht zuletzt Benjamin Fuß war enttäuscht. Bitter enttäuscht. Seine erste, die eher nüchterne Aussage des HSV- Trainers lautete so: „Das Ding haben wir uns selbst zuzuschreiben. So, wie wir aufgetreten sind, war es eine verdiente Niederlage. Und Kassel hat verdient gewonnen.“ Erstmals in dieser Saison war er so richtig bedient von der Leistung seiner Mannschaft. „Mit der Art und Weise unseres Auftritts war ich gar nicht zufrieden.“ Das habe er der Mannschaft auch so mitgeteilt.
Was ihn wurmte: Die Vorgaben, die er seinem Team mit auf den Weg gab, setzte es nicht nur nicht um – es beherzigte sie auch nicht. Überhaupt nicht. Der Trainer gab den HSV-Spielern mit, dass der CSC tief stehen würde, man geduldig sein und bleiben müsse, dass sowohl Gegenpressing und Restverteidigung stimmen müssten. Zudem bewegte sich Hünfelds Mannschaft schlecht. Der CSC operierte aus der eher defensiven Anordnung viel mit langen Bällen – ein Mittel, das im Fußball unverständlicherweise in Verruf geraten und ja nicht verboten ist. Denn es gehört einfach dazu – und auch, wie man die langen Bälle verteidigt. „Oft war das komplette Zentrum bei uns offen. Wir standen schlecht.“ Und beim mittlerweile 40-jährigen Alban Meha, der jahrelang beim „großen Nachbarn“ KSV Hessen spielte, fanden diese langen Bälle einen erprobten Abnehmer. Dass Meha nach wie vor schnell und topfit ist, bewies er auch dieses Mal. Durch seine beiden Tore war er Matchwinner des CSC.
Mithin umreißt sich ein Szenario, das es auch in der vergangenen Saison gab: Dass die HSV-Spieler nach gutem Start in die Saison mit einigen gewonnenen Spielen und Punkten in ein Loch fallen. Auch das wurmt Fuß – wie es das auch seinen Vorgänger Johannes Helmke anfasste. „Es gibt überhaupt keinen Grund, einen Schritt weniger zu machen.“ Wollen die Spieler heutzutage eher „gestreichelt“ werden? Ist ihnen Selbsterkennnis oder den eigenen Standort zu bestimmen, ein Fremdwort? „In dieser Verfassung und mit dieser Einstellung gewinnen wir gegen keinen Gegner in dieser Klasse“, schob Fuß nach. Hoffen wir, dass eine Reaktion am kommenden Samstag im Heimspiel gegen Hadamar folgt.
CSC Kassel: Gingel – Urban (33. Mustapic), Koch, Meha (90.+3 Udogu), Simoneit, Liesche Pietro, Stendera, Geisler, Mehmeti (68. Veh), Sommer, Kniepen (89. Wroblewski)
Hünfelder SV: Maul – Häuser (89. Roth), Dücker, Banh, Lindemann – Kemmerzell (84. Göbel), Paliatka, Uth (46. Hütsch), Kassa (63. Kümmel), Fröhlich, Costa Sabate (79. Witkowski)
Schiedsrichter: Mirko Radl
Tore: 1:0 Alban Meha (17.), 1:1 Maximilian Fröhlich (31.), 2:1 Alban Meha (86.)
Rot: Jakob Göbel (HSV, 85.) +++ rl

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