Am Samstagabend sind im Kongresszentrum Esperanto in Fulda über 600 Repräsentanten aus Wirtschaft, Verwaltung, Bildung, Tourismus sowie der Bundes-, Landes-, Kreis- und Kommunalpolitik zu einem Festabend anlässlich des 100-jährigen Bestehens der hiesigen Kreishandwerkerschaft Fulda zusammengekommen. Als Ehrengast konnte der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Tarek Al Wazir, begrüßt werden. „Es soll ein Abend der Erinnerung, der Unterhaltung – vor allem aber auch der Freude und auch des Dankes an alle Personen sein, die unsere Kreishandwerkerschaft aufgebaut, geführt und vor allen Dingen immer wieder weiterentwickelt haben.“, so Kreishandwerksmeister, Dipl.-Ing. Claus Gerhardt zu Beginn seiner Rede zur Begrüßung.
Am 1. September 1918 nahm die erste, gemeinsame Interessenvertreung des regionalen Handwerks unter dem Namen „Handwerksamt“ in Fulda ihre Arbeit auf. Vorausgegangen war ihr eine jahrzehntelange, wirtschaftliche Entwicklung und die daraus resultierende Erkenntnis, dass durch Gemeinschaft mehr erreicht werden kann. „Die Kreishandwerkerschaft Fulda, die ihre Aufgabe in unterstützender und begleitender Funktion sieht, wird getragen durch Innungen und die freiwillige Mitgliedschaft der Betriebe darin.“, fuhr Kreishandwerksmeister Claus Gerhardt in seiner Begrüßungsrede fort. Die Partner und Unterstützer aus den Bereichen Wirtschaft, Versicherung, Politik, Schule und Bildung und dem Bankensektor sind lebenswichtig für eine Kreishandwerkerschaft., hob er hervor. „Nur durch gute Zusammenarbeit, der Entwicklung neuer Ideen, der Lösung von Problemen und die sachliche Auseinandersetzung, verbunden mit Kompromissbereitschaft, kann zu der Bewältigung unserer Aufgabe zum Wohle der Betriebe führen.“. „Das Ehren- sowie das Hauptamt einer Kreishandwerkerschaft sind die Stützpfeiler, auf denen sich alles aufbaut. Diesen Damen und Herren ist es zu verdanken, dass wir in all den Höhen und Tiefen seit 100 Jahren in Fulda eine erfolgreiche Kreishandwerkerschaft haben.“, stellte Gerhardt heraus.
Die Wichtigkeit der Existenz einer Kreishandwerkerschaft lasse sich nicht in einem Satz zusammenfassen. Zu unterschiedlich seien die Gründe und die Erwartungen eines Betriebes, der über die Mitgliedschaft in einer Innung diese Dienstleistung beanspruchen kann. Und genau darin liege die tägliche Herausforderung an eine Kreishandwerkerschaft. „Wir sind der regionale Ansprechpartner, der es ermöglichen muss, die Fragen und Probleme der Betriebe anzunehmen, zu beantworten oder zumindest den Weg darin zu finden.“. Betrieben Arbeit abnehmen, sie zeitlich bei der Lösungssuche zu entlasten, ist die eine Aufgabe der Kreishandwerkerschaft, die andere ist die Organisation von Maßnahmen, die zum Erhalt der Berufe und der Betriebe dienen. „Durchführung oder Begleitung von überbetrieblichen Maßnahmen, Meisterkurse, Öffentlichkeitsarbeit, Interessenvertretung bei Politik und anderen Wirtschaftsorganisationen und vieles, vieles mehr, sind von ihr leisten. „Das Wort Dienstleister ist sehr schnell ausgesprochen, aber manchmal nur sehr schwer zu verwirklichen. Doch genau dafür stehen die Kreishandwerkerschaften. Die räumliche Nähe zu den Betrieben und das Wissen von regionalen Gegebenheiten, machen sie zu der vielleicht wichtigsten Institution, die das deutsche Handwerk in seiner Struktur überhaupt besitzt.“, so der Kreishandwerksmeister weiter.
Die Kreishandwerkerschaft ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Körperschaften sind mitgliedschaftliche Organisationen, die ihre Rechtsauffassung einem staatlichen Hoheitsakt verdanken. Vereinfacht formuliert: Hier übernehmen freiwillige Mitglieder Aufgaben mit zeitlichen oder finanziellen Aufwands oder einer größeren Gruppe – in diesem Fall für das gesamte, regionale Handwerk. „40 Prozent unserer Ausgaben für Maßnahmen und Personal werden über Beiträge gedeckt. Der Rest muss erwirtschaftet werden.“, stellte Claus Gerhardt in seiner Rede weiter heraus. Schon lange bevor andere an den Fachkräftemangel überhaupt gedacht haben, entstand im Jahr 2005 die Idee eines Tages des Handwerks in der Region zu etablieren. Der Entschluss, an nahezu allen Haupt- und Realschulen des Landkreises Fulda eine eigene Messeveranstaltung zu etablieren, mauserte sich die vergangenen Jahre unter dem Namen „Trendmesse“ in der Region zu einem wichtigen Format für Ausbildungssuchende im Handwerk. So zählte die Trendmesse in ihrer sechsten Ausgabe in diesem Jahr 30.000 Besucherinnen und Besucher. Besondere Dankesworte galten in diesem Kontext der Ausstellungsgesellschaft Kinold für beste Zusammenarbeit. Alle Maßnahmen, die in Verbindung mit der „Perspektive Pro Handwerk GmbH Fulda“, den Innungen, dem „Trägerverein für die Stufenausbildung der Bauwirtschaft in Fulda“ sowie dem „Bildungszentrum Bau Osthessen“ stehen, haben das Ziel, die heimischen Betriebe zu stärken und gute Arbeitskräfte im Handwerk auszubilden und zu halten. „Und wenn oft die Rede vom starken Mittelstand, als ‚Stütze der Deutschen Wirtschaft‘ ist, so gilt für uns, im Handwerk der Satz: ‚Mittelstand fängt schon beim Kleinstbetrieb an‘.“, sagte Kreishandwerksmeister Claus Gerhardt. Nicht ohne Grund heiße es, der Handwerker sei Generaldirektor, Werkmeister und Handlanger in einer Person.
Region Fulda für die hessenweite Konzentrierung der schulischen und betrieblichen Ausbildungssituationen bestens aufgestellt
Wie Kreishandwerksmeister Claus Gerhardt mitteilte, lege die Kreishandwerkerschaft Fulda großen Wert auf die Meisterausbildung - auch in den 53 Gewerken, in denen nach Gerhardt seit 2004 leider keine Meisterprüfung oder gleichwertige Ausbildung zur Unternehmensführung mehr erforderlich sei. „Eine möglichst ortsnahe Ausbildung junger Menschen ist bei der Berufswahl oft von entscheidender Bedeutung.“. Dies beginne mit der Auswahl des Betriebes, dem Standort der Berufsschule und weiterer Fortbildungsmaßnahmen. Auch hier mache sich die Arbeit der Kreishandwerkerschaft Fulda bemerkbar. Seit 2016 ist die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Handwerk im Landkreis Fulda nicht gesunken, sondern erstaunlicher Weise um 12 Prozent gestiegen. „Wir wissen, dass eine Konzentrierung der schulischen und betrieblichen Ausbildungssituationen hessenweit kommen wird. Aber eines ist klar: Die Region Fulda ist hierfür bestens aufgestellt.“, stellte Kreishandwerksmeister Dipl.-Ing. Claus Gerhardt abschließend heraus. „Wirtschaftsminister Al-Wazir: „Eine Berufliche Ausbildung stellt auch einen Wert dar!“
Grüße sowie Glückwünsche zum 100-jährigen Bestehen des Hessischen Ministerpräsidenten sowie der gesamten, Hessischen Landesregierung überbrachte am Samstagabend der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung, Tarek Al-Wazir (Bündnis 90/Die Grünen). Nur wer sich ändert, bleibe sich treu, sagte der Hessische Wirtschaftsminister, Tarek Al-Wazir, zu Beginn seiner Festrede anlässlich dem 100-jährigen Bestehen der Kreishandwerkerschaft Fulda am Samstag in Fulda. Dies gelte in bestimmten Bereichen auch fürs Handwerk. Das Handwerk war früher, wie es heute ist, ein wirklich bedeutender, wirtschaftlicher Motor und Stabilitätsfaktor.“, hob der Hessische Wirtschaftsminister vor dem Hintergrund der heutigen Wirtschaftsstruktur in Hessen hervor. „Das Handwerk ist ein Eckstein unserer wirtschaftlichen Gesamtsituation sowie ein wichtiger Bestandteil des Ausbildungsmarktes als gesellschaftliches Fundament unseres Landes.“, sagte Minister Al-Wazir. Seit jeher sei das Handwerk auch prägender Faktor unserer Kultur und ein zentrales Element hessischer Lebensqualität. So stehe es für Heimatverbundenheit, Wohnortnähe, fachmännische Dienstleistung, individuelle Produkte sowie einen umfassenden, hochwertigen Service – aber eben auch für regionale Wertschöpfung im Wohlstand.
Weiter sagte der Hessische Wirtschaftsminister am Samstag in Fulda, dass die Berufsschulen aus gutem Grund diejenigen seien, die, wenn es Probleme gebe, weil sie sehr praxisnah sind, meistens sehr schnell reagieren. Das habe etwas für sich, so der Minister. Zur dualen Berufsausbildung sagte er, dass wir mit ihr einen Fund haben, um diesen uns die ganze Welt beneide. In diesem Kontext rief Minister Al-Wazir dazu auf, an diesem Fund weiter zu arbeiten sowie gemeinsam dafür Sorge zu tragen, dass man den Menschen wieder verstärkt verdeutlicht, dass eine Berufliche Ausbildung auch einen Wert darstellt. Weitere Grußworte hielten am Samstagabend der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Kreishandwerkerschaften in Hessen, Rolph Limbacher, der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Fulda, Bernhard Juchheim, der Landrat des Landkreises Fulda, Bernd Woide (CDU) sowie der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Fulda, Dr. Herbert Büttner. +++ jessica auth
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