| Schmale Grenze - Sportler und ihr Demokratiebekenntnis |
| Berlin. Es wirkt zunächst wie ein Anschlag des Bundesinnenministeriums auf die Meinungsfreiheit, wenn sich Spitzensportler künftig auch schriftlich zur Demokratie bekennen sollen, um Fördermittel zu bekommen. Der Fall der Olympia-Ruderin Nadja Drygalla bietet für ein solches Vorgehen jedenfalls keinen Anlass, denn inzwischen scheint klar zu sein, dass die Sportlerin vorschnell öffentlich verurteilt wurde. Dass die Athleten auch zur Demokratie in diesem Land stehen sollten, ist jedoch eine Selbstverständlichkeit. |
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| Ohne Bekenntnis zur Demokratie kein Geld? |
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© fuldainfo - foto: norbert hettler
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Genauso selbstverständlich muss es sein, dass Trainer, Betreuer und Funktionäre extremistische Haltungen oder Handlungen ihrer Sportler nicht dulden. Das hat nichts mit Schnüffelei zu tun. Erstens entspricht anderes nicht dem Geist des Sports, zweitens ist die Ablehnung von Intoleranz gesellschaftlicher Konsens. Deshalb haben die Überlegungen des Ministeriums eine gewisse Berechtigung. Schließlich unterstützen Staat und Gesellschaft die Athleten mit Steuergeldern dabei, dass der Traum vom olympischen Gold, von einem Welt- oder Europameistertitel, sich irgendwann einmal erfüllt.
Die Sportler stehen auf internationaler Bühne für dieses Land, sie sind ein Aushängeschild. Deswegen kann man ihnen auch ein klares Bekenntnis zu den Werten des Staates abverlangen. Allerdings ist die Grenze zur Gesinnungsschnüffelei schmal. Den Vorwurf musste sich schon Familienministerin Kristina Schröder gefallen lassen, als sie die Extremismusklausel eingeführt hat, wonach Demokratie-Initiativen, die Fördermittel beantragen, auch für die Verfassungstreue ihrer Partner-Organisationen bürgen sollen. Das Innenministerium muss daher bei der Ausgestaltung seines Vorhabens gut aufpassen, dass es diese Grenze nicht überschreitet. +++ fuldainfo
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08-08-2012, 06:25:00 | fdi/ots/dts |
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