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Transplantationsskandal: Regensburger Chirurgie-Chef kannte Göttinger Chefarzt
Regensburg. beurlaubte Chirurgie-Chef des Universitätsklinikums Regensburg und der Hauptverdächtige im Transplantationsskandal von Göttingen und Regensburg waren seit Jahren sehr vertraut. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Montagsausgabe. Demnach trat der Chefarzt noch in dem Jahr als Bürge vor der Vereinigung der bayerischen Chirurgen für den verdächtigen Oberarzt ein, als gegen diesen wegen einer nach Jordanien verschleppten Leber ermittelt wurde.

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Vertrauensverlust in Organspende über Jahre hinweg.

 © fuldainfo -  foto: norbert hettler

Die beiden Ärzte hatten sich bereits Mitte der 1990er-Jahre an der Medizinischen Hochschule Hannover kennengelernt. Als der Chefarzt in Regensburg den Lehrstuhl für Chirurgie übernahm, holte er direkt den Oberarzt in seine Abteilung. Beide flogen von da an häufiger ins arabische Ausland, um dort zu transplantieren. In Regensburg brachte der Chefarzt die bis dahin schleppend verlaufene Karriere des Oberarztes in Gang, der - schon 37-jährig - bei ihm promovierte. Auch nach dem Weggang des Oberarztes nach Göttingen publizierten die Beiden noch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten miteinander.

Der Chefarzt verhalf sogar der Ehefrau des Oberarztes zur Doktorwürde: Die Zahnärztin promovierte bei ihm über Behandlungsmöglichkeiten bei Leberkrebs. Von den Manipulationen seines früheren Mitarbeiters sei er überrascht, hatte der Chefarzt der Zeitung noch vor einigen Tagen gesagt. Aktuell war er für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Oberarzt bestreitet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe, er habe Daten manipuliert, um ausgewählten Patienten eine Spenderleber zu besorgen.

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), befürchtet, dass der Transplantationsskandal an den Unikliniken in Regensburg und Göttingen zahlreiche Opfer fordern wird. "Was hier gemacht wurde, wird in Zukunft viele Menschen leider das Leben kosten", sagte Zöller der Zeitungen der WAZ-Gruppe mit Blick auf eine nachlassende Organspendebereitschaft in der Bevölkerung. Gerade jetzt, da man mit dem Transplantationsgesetz Vertrauen wecken wolle, komme diese Meldung. "Schlimmer hätte es nicht kommen können", sagte Zöller. "Es wird garantiert Monate, wenn nicht Jahre dauern, um das Vertrauen in die Organspende wieder herzustellen." Zöller forderte eine "hohe Strafe" für den verantwortlichen Arzt, wenn dessen Schuld, Patientenakten manipuliert zu haben, erwiesen ist. "So ein Mensch hat im Gesundheitswesen nichts mehr verloren. Einen Entzug der Approbation würde ich begrüßen." Zugleich lehnte der CSU-Politiker eine staatliche Überwachung der Organspende ab. Stattdessen brauche man nun vor allem Transparenz. +++ fuldainfo

06-08-2012, 05:49:00 | fdi/ots/dts

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