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Nichts gegen Panzer für Katar

Berlin. Die Empörung der Grünen und der SPD in Berlin wirkt wie ein Reflex. Man ist Opposition, also ist man gegen - fast - alles was aus dem Kanzleramt kommt. Dass das Emirat Katar sein Interesse an deutschen Panzern vom Typ Leopard 2 bekundet hat, dass es Gespräche zwischen den Katarern und der Rüstungsfirma Krauss-Maffei geben soll, ist erst einmal eine gute Nachricht. Sie ist gut für die deutsche Rüstungsindustrie, der Auftrag soll bis zu zwei Milliarden Euro wert sein. Sie ist aber auch gut, weil das kleine Emirat auf einer Halbinsel im Persischen Golf einer unserer natürlichen Verbündeten in der Region ist.

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Kein anderes Land in der arabischen Welt betreibt eine so offene Politik des Dialogs im Nahen Osten. In Katar residieren die Vertreter der radikalislamischen Hamas, aber es kommen auch israelische Minister zu Besuch. Sheikh Hamad bin Khalifa al-Thani beherbergt auf einer Basis bei Doha 10000 US-Soldaten. Der füllige Scheich versucht seinen iranischen Nachbarn bei Laune zu halten. Er rief den Fernsehsender al-Dschasira ins Leben, zu deutsch: die Insel. Ohne den hätten die arabischen Revolutionen nicht stattgefunden.

Katar, das Land mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt, ist eine absolute Monarchie mit demokratischen Elementen wie den Lokalparlamenten. Es herrscht relative Meinungsfreiheit, der Herrscher und seine Frau fördern nach Kräften die Künste und die Wissenschaften. Das Land ist um Lichtjahre fortschrittlicher als der Nachbar Bahrain, wo die Opposition geknebelt wird, damit die Formel 1 ungestört fahren kann. Das Land hat Gewicht, der Emir unterstützt die Rebellen in Syrien, um den Sturz des Diktators zu fördern.

Volker Beck von den Grünen und andere Friedensbewegte warnen, dass deutsche Panzer in Katar in die falschen Hände geraten können. Solange es keinen Putsch gegen den Emir gibt, ist das wenig wahrscheinlich. Nicht jedes Land am Golf ist eine brutale Diktatur. Panzer nach Saudi-Arabien zu schicken, ist heikel. Gegen Panzer für Katar dagegen ist erst einmal nichts einzuwenden, so die Schwäbische Zeitung. +++ fuldainfo

31-07-2012, 06:21:00 | fdi/ots/dts

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