| Geld und Gesundheit - Verkaufs-Training für Ärzte auf Staatskosten |
| Berlin. Darauf muss man auch erst einmal kommen: Der Staat investiert Steuergeld, damit Ärzte ihre Patienten besser beschwatzen können, von zweifelhaften medizinischen Zusatzleistungen Gebrauch zu machen. Denn, so das Wirtschaftsministerium, auch der Mediziner müsse sich am Markt behaupten. Gesundheit nur als schnöde Ware? Selbst Ärztevertreter fühlen sich bei diesem Gedanken unbehaglich. Der ehemalige Bundesärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe zum Beispiel hatte sich gegen die "Ökonomisierung" der Medizin ausdrücklich gewehrt. |
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Genauso warnte er seine Zunft davor, im Patienten einen "Kunden" zu sehen. Ähnlich äußerte sich am Montag Hoppes Nachfolger Frank Ulrich Montgomery. Nur gebracht hat das offenbar wenig. Das Geschäft mit den Igel-Leistungen gedeiht jedenfalls prächtig. Da Patienten in aller Regel nicht einschätzen können, ob eine Extra-Vorsorgeuntersuchung für sie sinnvoll ist oder nicht, kommt dem Arzt eine enorme Verantwortung bei der Beratung zu. Viele Mediziner nehmen sie auch wahr. Für nicht wenige reduziert sich diese Verantwortung aber offenbar auf den eigenen Geldbeutel. Und dann ist in aller Regel klar, wie die Sache ausgeht: Im Zweifel wird sich der Patient für eine zusätzliche Leistung entscheiden.
Egal, ob nutzbringend oder nicht. Denn die Gesundheit ist den allermeisten lieb und teuer. Dass mancher Patient dabei auch noch das falsche Gefühl vermittelt bekommt, die gesetzlichen Kassenleistungen stellten nur noch eine Art Notversorgung dar, ist schon schlimm genug. Dass die Regierung diese Denkweise allerdings noch finanziell fördert, schlägt dem Fass den Boden aus. Höchste Zeit, diese unsinnige Praxis zu beenden, so die Lausitzer Rundschau. +++ fuldainfo
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31-07-2012, 06:09:00 | fdi/ots/dts |
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