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DGB Fulda: Beschäftigte haben immer noch hohes Entlassungsrisiko

Fulda. 5.928 Beschäftigte im Landkreis Fulda haben nach Berechnungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im vergangenen Jahr ihren regulären Job verloren und sind arbeitslos geworden. Sie mussten sich unmittelbar nach einer sozialversicherten Beschäftigung arbeitslos melden. "Trotz guter Konjunktur und steigender Klagen von Unternehmen über Fachkräftemangel hat gut jeder/jede dreizehnte sozialversichert Beschäftigte im Landkreis Fulda in 2011 den Job verloren", so der DGB-Vorsitzende des Kreisverbands Fulda Volker Tschasche.

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Im Jahresschnitt 2011 waren 80.650 Menschen im Landkreis Fulda sozialversichert beschäftigt. Gemessen daran sind im Laufe des Jahres 2011 in Fulda rd. 7,4 Prozent der Beschäftigten arbeitslos geworden. In einigen Branchen werde immer noch zu wenig getan, um Fachkräfte zu halten und ihnen gute und stabile Beschäftigungschancen zu eröffnen. Auch der gestiegene Anteil befristeter Arbeitsverhältnisse zeige, dass die Konkurrenz der Betriebe um gute Fachkräfte längst nicht überall sehr intensiv sein kann, so die gewerkschaftliche Kritik. Bundesweit sei fast jede zweite Neueinstellung befristet. Bei einem wirklichen Mangel würde man einen sorgsamen Umgang der Betriebe mit Beschäftigten erkennen.

Vor allem aber gebe es zwischen den Branchen deutliche Unterschiede in der Personalpolitik und der Stabilität der Arbeitsverhältnisse. So sei das Entlassungsrisiko im verarbeitenden Gewerbe auch im Landkreis Fulda deutlich niedriger als in anderen Branchen. Dabei muss sich diese Branche – aufgrund des hohen Exportanteils – der internationalen Konkurrenz in besonderer Weise stellen. In dieser Branche sind im letzten Jahr 778 Beschäftigte arbeitslos geworden, bei einem Beschäftigungsstand von im Schnitt 18.556 sozialversichert Tätigen. In anderen – stärker auf die Nachfrage in unserem Landkreis ausgerichteten Wirtschaftszweigen – ist das Risiko des Arbeitsplatzverlustes deutlich höher. Allein im Gastgewerbe haben in 2011 fast 415 Arbeitskräfte den Job verloren. Somit haben über 17 Prozent der sozialversicherten Arbeitskräfte 2011 im Gastgewerbe den Job verloren. Das Entlassungsrisiko im Gastgewerbe ist überdurchschnittlich hoch und zwar mehr als doppelt so hoch wie im Schnitt aller Branchen. Im Gastgewerbe spielen Befristungen eine sehr große Rolle.

In der Leiharbeit ist das Arbeitsplatzrisiko noch höher. Hier ist innerhalb eines Jahres fast jede vierte Leiharbeitskraft arbeitslos geworden. Das Risiko der Arbeitslosigkeit ist für beschäftigte Leiharbeitskräfte damit mehr als drei Mal höher als für Beschäftigte im Kreis Fulda insgesamt. Diese absolut hohe Personalfluktuation zeigt, dass Heuern und Feuern im Verleihgewerbe immer noch an der Tagesordnung ist und Verleiher personalpolitische Risiken schnell auf die Sozialsysteme verlagern. "Instabile und prekäre Beschäftigung tragen nicht zum Abbau eines Fachkräftemangels bei, sondern verschärfen ihn eher", so der DGB Kreisvorsitzende Tschasche. +++ fuldainfo

20-07-2012, 10:07:00 | fdi/ots/dts

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