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PID besser als Abtreibung

Vechta. Der Umgang mit ungeborenem Leben ist eine Gewissensfrage. Wann beginnt die Existenz eines Menschen? Wer darf über die Daseinsberechtigung entscheiden? Welche Techniken werden zugelassen, um schon vor der Geburt spätere Einschränkungen oder Krankheiten zu erkennen? Die Politik macht sich das Beantworten dieser Fragen nicht leicht. Der Konflikt ist nicht neu.

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Ging es seinerzeit um legalen Schwangerschaftsabbruch, müssen sich Politiker spätestens im Juni zur Präimplantationsdiagnostik erklären - zur Untersuchung künstlich befruchteter Eizellen wenige Tage vor dem Einpflanzen in die Gebärmutter. Der juristische Rahmen in Sachen PID wird politisch festgelegt. Drei Entwürfe für ein PID-Gesetz liegen vor und wurden am Donnerstag erstmals im Bundestag diskutiert. Die Diskussion wurde sehr sachlich und ohne Fraktionszwang geführt. Meiner Meinung nach ist die begrenzte Zulassung von Gentests unter strengen Auflagen der richtige Weg.

Paare mit genetisch kritischem Hintergrund sollten die Chance haben, die Risiken einer künstlich eingeleiteten Schwangerschaft so genau wie möglich einzuschätzen - natürlich mit den entsprechenden Auflagen und Angeboten. Dieser Vorschlag wird mehrheitlich vom Ethikrat unterstützt, er berücksichtigt gleichermaßen die Sorgen der potenziellen Eltern wie auch das Recht des ungeborenen Lebens. Ein generelles Verbot ist nicht angemessen. Und die Argumente der Befürworter können widerlegt werden. Mit dem Gestalten von Designerbabys, mit Fantasien à la Frankenstein, mit dem Bedarf der Wissenschaft an Eizellen hat das nichts zu tun. Zumal der Gesetzgeber festgelegt hat, dass Abtreibungen bis zur 22. Schwangerschaftswoche straffrei möglich sind, wenn das Embryo schwerbehindert ist.

Ein Paar muss - wenn es das denn möchte - frühestmöglich entscheiden können, ob es ein Kind mit Handicap bekommen möchte. Wenn es sich dagegen ausspricht, dann bereits vor der künstlichen Einpflanzung der Eizelle und nicht erst während der Schwangerschaft.

Uwe Haring (ov)

17-04-2011, 07:50:00 | fdi/ots/dts

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