| Berlin. Der Vorsitzende des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure (BVLK), Martin Müller, hat sich im Zuge des Dioxin-Skandals für eine Veröffentlichung unsauber arbeitender Betriebe ausgesprochen. Dadurch würden Firmen "angespornt, sich zu bessern", sagte Müller einem Interview der "Frankfurter Rundschau". In Deutschland arbeiteten laut Statistik "75 Prozent der Betriebe einwandfrei, die restlichen 25 Prozent weniger. |
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Darum brauchen wir eine Kennzeichnung, wie es sie in Dänemark gibt", sagte Müller. "Seit Einführung der Bewertungs-Smileys ist die Zahl der Betriebe, die sauber arbeiten, gestiegen." Im System der Lebensmittelüberprüfung in Deutschland vermisste Müller zudem "mehr Kontrolleure" sowie "einheitliche Regeln, denn momentan hat jede Kommune unterschiedlich viele Prüfer". Auch die Trennung zwischen "privater und amtlicher Untersuchung" sei "fraglich": "Ein privates Labor hat doch auch wirtschaftliche Interessen. Würde es von
sich aus dem Land die Unregelmäßigkeiten melden, bekäme es künftig keine Aufträge mehr", so Müller im FR-Gespräch.
Carstensen fordert härter Strafen bei Lebensmittel-Verunreinigung
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen hat sich skeptisch gezeigt, dass mehr Kontrollen zu größerer Lebensmittel-Sicherheit beitragen. "Wenn einer sich nicht an die Regeln halten will, dann wird er eine Möglichkeit finden, diese Kontrollen zu umgehen. Wer kriminell handeln will, handelt kriminell", sagte der CDU-Politiker der Zeitung "Die Welt". Carstensen sprach sich stattdessen dafür aus, die straf- und versicherungsrechtlichen Konsequenzen für Lebensmittelpanscher zu verschärfen. Es gebe zwar rechtliche Möglichkeiten, "aber die müssen optimiert werden, das muss richtig weh tun". Darüber hinaus müsse die Futtermittelbranche auch selbst dafür sorgen, dass ihre Betriebe sauber bleiben. "Deshalb habe ich auch Sympathien für den Vorschlag des Bauernverbands, einen Haftungsfond aufzulegen."
Grüne fordern von Aigner Initiative für bessere Lebensmittelkontrolle
Die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn hat vom Bund konkrete Initiativen zur verbesserten Lebensmittelkontrolle gefordert und Kritik an der Aufklärungsarbeit von Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) im laufenden Dioxin-Skandal geübt. "Es würde viel helfen, wenn die Länder einheitliche Vorgaben vom Bund bekommen würden, was die Dichte und die Qualität der Kontrollen aber auch die Informationspolitik der Länder angeht. Da ist die Ministerin direkt gefragt", sagte Höhn, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, gegenüber der "Leipziger Volkszeitung". "Die Ministerin hat in der Vergangenheit viel angekündigt und fast nichts in die Praxis umgesetzt." Man werde genau hinschauen, ob sie diesmal wirklich etwas für den Verbrauchschutz erreiche. - fuldainfo
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