| Fulda. In Deutschland sorgen Schnee, Regen und überfrierende Nässe für ein Verkehrschaos auf den Straßen und an den Flughäfen. Besonders hart traf es dabei Teile von Bayern, Thüringen, Sachsen, Hessen und des Saarlandes. In Leipzig kam es durch Eisregen zu Blitzeis. Nachdem der Regen in Schnee übergegangen war, kam es zu zahlreichen Staus im Berufsverkehr. Der Bus- und Straßenbahnverkehr musste eingestellt werden, hunderte Pendler saßen fest. |
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Am Vormittag ging es noch ...
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© fuldainfo - foto: norbert hettler-photo-und-presseservice-fulda - symbolisch
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In Frankfurt musste aufgrund der starken Schneefälle der Flughafen in der vergangenen Nacht für vier Stunden gesperrt werden. "Wir mussten insgesamt rund 250 Flüge annullieren und 40 Flüge umleiten. Am Donnerstag werden mindestens 85 Flüge ausfallen", so Gunnar Scheunemann, Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport. Auch bei der Bahn muss durch zugewehte Gleise mit Verspätungen und Zugausfällen gerechnet werden.
Bis zu 40 Kilometer Stau
In Osthessen ging es gestern Abend gegen 17.45 Uhr mit Eisregen los. Kurze zeit später wurde aus dem Regen dann Schnee und der Verkehr in Fulda und Umgebung kam fast vollständig zum erliegen. Besonders betroffen waren die Autobahnen und die Bundesstraßen. So war die B27 teilweise voll gesperrt, so Martin Schäfer gegenüber fuldainfo. Immer wieder kam es auch zu Unfällen bei dehnen es aber meistens bei Blechschäden bliebt, so Schäfer. Den größten Ärger hatte man auf der A7 in Richtung Süden. Hier staute sich der Verkehr teilweise auf bis zu 40 Kilometer. Auch hatten viele Autofahrer die vergangene Nacht in ihren Fahrzeugen verbracht. Heute Morgen mussten diese erst geweckt werden, so Martin Schäfer von der Polizei in Osthessen. Ab 9.30 Uhr hat sich die Verkehrslage dann sehr langsam verbessert.
Meldungen aus Westhessen
Im morgendlichen Berufsverkehr ging rund um Wiesbaden teilweise gar nichts mehr. Ursächlich dafür waren unter anderem die Vollsperrungen der Bundesstraße 417 über die Platte seit gestern Abend ab 22.20 Uhr und die Sperrung der Hohen Wurzel ab 21.15 Uhr. Die Sperrung der Bundesstraße 417 dauerte bis zum einsetzenden Berufsverkehr an, wodurch viele Berufspendler aus Richtung Limburg-Weilburg betroffen waren. Mehrere Kreis- und Landstraßen mussten wegen Schneebruchgefahr und Schneeverwehungen ebenfalls gesperrt werden. Das technische Hilfswerk und Rettungsdienste wurden mit starken Kräften zum Zwecke von Bergungs- und Versorgungsmaßnahmen eingesetzt. Erst am späteren Vormittag wurde das ganze Ausmaß der Situation sichtbar, denn viele Pkw- und Lkw-Fahrer hatten, auf den Gefäll- und Steigungsstrecken rund um die Landeshauptstadt, ihre Fahrzeuge verlassen und teilweise mitten auf der Straße, aber auch festgefahren im Straßengraben, stehen gelassen. Diese Fahrzeuge mussten von Abschleppunternehmen entfernt werden.
Ebenfalls von den Schneemassen betroffen war die A3, auf der es in beiden Richtungen bis in die Morgenstunden zu erheblichen Behinderungen durch Bergungsarbeiten kam. Teilweise wurden hier Fahrzeuge wegen fehlender Winterreifen auf die Standspur geschoben und dort ebenfalls stehen gelassen. Zu einem kilometerlangen Stau kam es in den frühen Morgenstunden durch einen ungarischen Lkw, der in Richtung Limburg unterwegs war und vermutlich aufgrund von Sommerbereifung ins Rutschen kam. Der Lkw stellte sich quer zur Fahrbahn und musste ab- und umgeladen werden, um seine Fahrt fortsetzten zu können. Die Polizeireviere und Station im Rheingau-Taunus-Kreis und in Wiesbaden sowie die Autobahnpolizei Wiesbaden, registrierten bis zum Vormittag ca. 25 Verkehrsunfälle, die auf Eis- und Schneeglätte zurückzuführen waren. Dabei wurden 5 Personen teilweise schwer verletzt. Ein 22-jähriger Autofahrer konnte gestern Abend gg. 19.20 Uhr, auf der schneeglatten Fahrbahn der Saarstraße in Schierstein, seinen Pkw nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen und prallte gegen eine 73-jährige Fußgängerin, die die Fahrbahn überschreiten wollte. Die Frau wurde mit Knochenbrüchen stationär in einem Krankenhaus aufgenommen. Auf der Bundesstraße 54, in Höhe von Hohenstein-Breithardt, geriet gestern Abend, gegen 18.25 Uhr, ein 44-jähriger Autofahrer in einer Kurve auf die Gegenfahrbahn und prallte dort mit dem Fahrzeug einer 50-jährigen Autofahrerin aus Hohenstein frontal zusammen. Die 50-Jährige wurde schwer verletzt in einem Krankenhaus aufgenommen. Die Höhe der entstandenen Sachschäden kann derzeit noch nicht beziffert werden, dürfte aber im Bereich von mehreren zehntausend Euro liegen.
Unfall mit hohem Sachschaden auf der A5
Zwei Verletzte und ein Sachschaden von 500.000 Euro sind das Ergebnis eines Verkehrsunfalls am Donnerstagmorgen auf der A5 bei Ober-Mörlen. Gegen 05.20 Uhr fuhr ein Laster eines 43-jährigen Pohlheimers in Richtung Kassel und wurde in Höhe der Taststätte Wetterau Ost von einem Laster eines 45-Jährigen aus Gebstedt überholt. Der LKW des Pohlheimers benutzte die rechte Fahrspur, während der LKW des Gebstedters den mittleren Fahrstreifen benutzte. Nach ersten Ermittlungen streifte der LKW des 45-Jährigen beim Überholen den LKW des Pohlheimers. Hierdurch kam dessen LKW auf schneebedeckter Fahrbahn ins Schleudern und streifte zunächst den LKW eines 48-Jährigen aus Spanien, der auf dem Verzögerungsstreifen zur Raststätte Wetterau Ost parkte. Durch diesen Anstoß wurde der LKW des Pohlheimers abgewiesen, prallte danach auf den LKW eines 46-Jährigen aus Meißenheim, der auch an der Raststätte parkte, und kam dann zum Stehen. Der Lkw des Gebstedters kam nach dem Anstoß ins Schlingern und stieß ebenfalls gegen dort parkende Lkws. Er fuhr auf den Lkw eines 39-Jährigen aus Bückeburg. Dessen Lkw wurde durch die Wucht des Aufpralls auf einen vor ihm parkenden Lkweines 56-Jährigen aus Rheda-Wiedebrück geschoben. Insgesamt waren sechs Laster beteiligt. Die Fahrer aus Pohlheim und Gebstedt wurden schwer verletzt und in umliegende Kliniken gebracht. Zu ergänzen ist, dass sich in den parkenden LKW Fahrer befanden, die gerade schlafend im Fahrerhaus ihre Ruhezeit durchführten. Sie benutzten den Seitenstreifen an der Zufahrt, da die Parkplätze der Raststätte überfüllt waren. Die betroffenen Laster mussten mit schwerem Gerät geborgen werden. In den Lastern befanden sich Postpakete, Schrauben und Autos. Es entstand ein Sachschaden von etwa 500.000 Euro. Die Autobahn war in nördlicher Richtung auf den beiden rechten Fahrstreifen bis zum Mittag gesperrt. Da auch Diesel ausgelaufen war, waren Feuerwehr und Autobahnmeisterei im Einsatz. Die Laster wurden in umliegende Werkstätten geschleppt.
Bahn bietet kostenlose Ticket-Rücknahme wegen Schneechaos
Aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen bietet die Deutsche Bahn ihren Kunden die Möglichkeit, Tickets kostenlos zurückzugeben. Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, können Fahrkarten und Reservierungen, die von Donnerstag bis einschließlich zum kommenden Sonntag angetreten werden sollten, innerhalb dieses Zeitraums kostenfrei storniert werden. Schneefälle und Eisregen führten bei der Bahn in der Nacht zum Donnerstag und am Donnerstagmorgen vor allem in Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Hessen und Bayern zu Störungen im Schienenverkehr. Aufgrund witterungsbedingter Behinderungen kann es auch im Tagesverlauf zu Beeinträchtigungen im gesamten Bundesgebiet, insbesondere zu Verspätungen und Zugausfällen kommen.
Ähnlich katastrophal sind die Zustände in Schottland und Frankreich. Auch hier ist der Berufsverkehr nach heftigen Schneefällen und Blitzeis fast zum Erliegen gekommen. Nach ungewöhnlich heftigen Schneefällen sitzen außerdem tausende Fluggäste auf den beiden Pariser Flughäfen fest. Mehr als 100 Flüge sind bei der Fluggesellschaft Air France ausgefallen. - fuldainfo
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